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Aktuelle Nachrichten6. Oktober 2026

Cartagena mobilisiert Bauland: 254 Wohnungen auf bislang leeren Altstadtgrundstücken

Von Redaktion Spanienleben.de
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Die Stadt Cartagena in der Region Murcia hat nach eigenen Angaben Baugenehmigungen für 40 seit Jahren leere Grundstücke in der Altstadt erteilt. Dort dürfen insgesamt 254 Wohnungen entstehen. Zusätzlich weist der neue Flächennutzungsplan (PGOU) laut Stadtverwaltung Bauland für mehr als 100.000 Wohnungen aus. Das ist ein langfristiges Flächenpotenzial, keine Zusage, dass so viele Wohnungen gebaut werden. Stand: Dienstag, 6. Oktober 2026, 9:35 Uhr MESZ.

Die Angaben stammen aus einer Mitteilung der Stadt Cartagena vom 5. Oktober 2026. Bürgermeisterin Noelia Arroyo stellte sie bei der Eröffnung einer Architekturausstellung an der Technischen Universität Cartagena (UPCT) vor. Eine unabhängige Bestätigung der Zahlen liegt bisher nicht vor.

40 leere Grundstücke, 254 genehmigte Wohnungen

Im historischen Zentrum (Casco Histórico) gibt es seit Jahren zahlreiche unbebaute Grundstücke. Für 40 davon hat die Stadt nach eigener Darstellung inzwischen die Baugenehmigung erteilt. Zusammen sollen dort 254 Wohnungen entstehen. Die Stadt nennt die Strategie „solares en hogares“, also aus Baulücken Wohnungen machen.

„Ya hemos dado licencia en 40 solares para construir 254 viviendas“, sagte Arroyo laut der Mitteilung. Auf Deutsch: „Wir haben bereits für 40 Grundstücke die Genehmigung zum Bau von 254 Wohnungen erteilt.“ Möglich geworden sei das durch vereinfachte Bauregeln und eine andere Handhabung archäologischer Funde.

Eine Baugenehmigung heißt nicht, dass bereits gebaut wird. Wann die Arbeiten beginnen und wann die Wohnungen fertig sind, nennt die Stadt nicht. Auch zu Preisen, Mieten oder dazu, wie viele der Wohnungen gefördert oder preisgebunden sind, enthält die Mitteilung keine Angaben.

Archäologie als Bremse in der Altstadt

Cartagena ist eine Stadt mit über 2.000 Jahren Geschichte. Unter vielen Grundstücken im Zentrum liegen Reste aus römischer und älterer Zeit. Das hat Bauvorhaben in der Vergangenheit oft verzögert oder verhindert.

Der Regionalminister für Infrastruktur, Jorge García Montoro, verwies laut der Mitteilung auf das regionale Eildekret für bezahlbaren Wohnraum (Decreto-Ley de Vivienda Asequible) der Region Murcia. Es biete eine Lösung für Grundstücke mit archäologischen Resten: Das Kulturerbe werde erhalten, zugleich könne die zulässige Wohnfläche erhalten bleiben und die Bebauung erhöht werden. Wie das im Einzelfall aussieht, beschreibt die Mitteilung nicht.

Neuer PGOU: Bauland für mehr als 100.000 Wohnungen

Parallel arbeitet Cartagena an einem neuen Plan General de Ordenación Urbana (PGOU), dem Flächennutzungs- und Bebauungsplan für das gesamte Gemeindegebiet. Laut Stadt befindet er sich in der letzten Phase der öffentlichen Auslegung, bevor er zur endgültigen Genehmigung weitergeleitet wird. Endgültig beschlossen ist er also noch nicht.

Im neuen Plan hat die Stadt nach eigenen Angaben Flächen für den Bau von mehr als 100.000 Wohnungen ausgewiesen. Diese Zahl beschreibt, was planungsrechtlich möglich wäre. Ob, wann und in welchem Umfang dort tatsächlich gebaut wird, hängt von Eigentümern, Bauträgern, Erschließung, Nachfrage und weiteren Genehmigungen ab. Ein Zeitplan wird nicht genannt.

Arroyo sprach von „mutigen, innovativen und disruptiven Schritten“, um das Angebot zu erhöhen. Ziel seien bezahlbare und passende Wohnungen für die Mittelschicht und junge Menschen. Das ist die politische Zielsetzung der Stadtregierung, keine messbare Zusage.

Einordnung: Wohnungsmangel als landesweites Thema

Die Mitteilung fällt in eine Phase, in der Wohnen das beherrschende politische Thema in Spanien ist. Nach dem Scheitern der Wohnungsdekrete im Kongress und den Wohnungsprotesten in vielen Städten hat Ministerpräsident Pedro Sánchez Neuwahlen für den 29. November angesetzt. Was nach dem Aus der Dekrete für Mieter gilt, erklärt der Beitrag Wohnungsdekrete aufgehoben.

Arroyo selbst sprach von einem nationalen Notstand beim Wohnen. Gemeinden wie Cartagena setzen vor allem darauf, mehr Bauland und schnellere Genehmigungen bereitzustellen. Ob das die Lage auf dem Wohnungsmarkt spürbar entspannt, lässt sich aus der Mitteilung nicht ableiten.

Was das für Käufer und Mieter bedeutet

Kurzfristig ändert sich für Wohnungssuchende in Cartagena wenig. Die 254 genehmigten Wohnungen müssen erst gebaut werden, und der neue PGOU ist noch nicht in Kraft. Wer in der Region eine Immobilie kaufen will, sollte bei Neubauprojekten auf eine gültige Baugenehmigung und die Angaben zur Fertigstellung im Vertrag achten. Welche Kosten zum Kaufpreis hinzukommen, erklärt der Ratgeber Nebenkosten beim Immobilienkauf in Spanien.

Was feststeht und was offen ist

  • Fest steht laut Stadt: 40 Altstadtgrundstücke haben eine Baugenehmigung für zusammen 254 Wohnungen.
  • Laut Stadt weist der neue PGOU Bauland für mehr als 100.000 Wohnungen aus. Der Plan ist noch nicht endgültig genehmigt.
  • Offen sind Baubeginn, Fertigstellung, Preise und der Anteil geförderter Wohnungen.
  • Alle Zahlen stammen aus einer Mitteilung der Stadt, eine unabhängige Prüfung fehlt bisher.

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 06. Oktober 2026

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