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Spaniens Tourismus: Rekord im August, Exceltur sieht Kostendruck im Sommer

Von Redaktion Spanienleben.de
Spanien vor Touristenansturm: Rekordjahr mit 100 Millionen Besuchern erwartet
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Spanien hat im August 2026 einen neuen Monatsrekord im internationalen Tourismus erreicht: Nach vorläufigen Daten des Statistikamts INE kamen 12.256.087 Touristen, gerundet 12,3 Millionen, ein Plus von 9,2 Prozent gegenüber August 2025. Sie gaben 17,838 Milliarden Euro aus, ebenfalls 9,2 Prozent mehr. Von Januar bis August stiegen die Ankünfte auf 70.362.493 und die Ausgaben auf 99,892 Milliarden Euro. Damit liegt die Zwischenbilanz knapp unter 100 Milliarden Euro, nicht darüber.

Aktualisiert am 2. Oktober 2026

Die am 2. Oktober veröffentlichten August-Zahlen ersetzen den bisherigen Datenstand dieses Artikels für Januar bis Juli. Damals hatte das INE mehr als 58,1 Millionen internationale Touristen und ein Wachstum von 4,6 Prozent ausgewiesen. Bis einschließlich August beträgt der Zuwachs nun 5,4 Prozent. Der Rekordmonat ist damit amtlich erfasst, die diskutierte Marke von 100 Millionen Touristen im Gesamtjahr bleibt dagegen eine Prognose.

Aktualisiert am 7. Oktober 2026: Exceltur zieht Sommerbilanz

Der Unternehmensverband Exceltur hat am 6. Oktober seine Bilanz für das dritte Quartal vorgelegt. Laut der Pressemitteilung von Exceltur wuchs das touristische Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Umsätze entlang der touristischen Wertschöpfungskette stiegen um 4,1 Prozent.

Die Gewinne der Unternehmen wuchsen nach Darstellung des Verbands nicht im gleichen Maß. Die Kosten stiegen um fast 7 Prozent, getrieben von Energie (plus 6,9 Prozent), Finanzierung, Vorleistungen und Löhnen. Am stärksten trifft das laut Exceltur die Verkehrsunternehmen wegen des teuren Treibstoffs. Die Ergebnisse der Hotels verbesserten sich dagegen deutlich. Exceltur-Vizepräsident Óscar Perelli kündigte laut EFE an, dass Unternehmen den Kostendruck im Herbst an die Preise weitergeben dürften, vor allem bei Flugtickets.

Regional legten die touristischen Unternehmensumsätze im Norden besonders zu, laut Exceltur auch wegen der Sonnenfinsternis vom 12. August: Kantabrien plus 12,4 Prozent, Baskenland plus 10,0 Prozent, Galicien plus 8,7 Prozent. Es handelt sich um Umsatzwachstum der Unternehmen, nicht um Besucherzahlen. Die klassischen Sonne- und Strandregionen wuchsen schwächer, bei bereits hoher Auslastung.

Für das vierte Quartal erwartet Exceltur ein Umsatzplus von 2,8 Prozent. Kantabrien führt die Prognosen mit plus 6,9 Prozent an, wie Europa Press berichtet. Für das ganze Jahr 2026 hält der Verband an einem Wachstum des touristischen BIP von 2,7 Prozent fest, auf knapp 227 Milliarden Euro. Das sind Prognosen eines Branchenverbands, keine amtlichen Zahlen.

Für Urlauber heißt das: Flüge und Reisen im Herbst könnten teurer werden. Für Residenten in Tourismusregionen bleibt die Branche ein wichtiger Arbeitgeber; Exceltur nennt 105.160 zusätzliche Beschäftigte in den touristischen Branchen im September. Die Lage am Markt für Ferienwohnungen behandelt der Beitrag zu Madrids sinkendem Angebot an Ferienwohnungsplätzen.

Tourismus Spanien Rekord 2026: Was die August-Daten zeigen

Grundlage sind die vorläufigen Erhebungen FRONTUR zu den internationalen Ankünften und EGATUR zu den touristischen Ausgaben. Die FRONTUR-Daten des INE für August 2026 erfassen nicht in Spanien wohnhafte Besucher, die mindestens einmal im Land übernachten. Tagesbesucher, sämtliche Grenzübertritte oder alle Flugpassagiere sind damit ausdrücklich nicht gemeint.

Wie Europa Press am 2. Oktober berichtet, ist die August-Zahl der höchste Monatswert der Reihe. Die Mehrheit der internationalen Touristen reiste nach den INE-Daten mit dem Flugzeug an. Die Verkehrsmittel verteilen sich im August 2026 folgendermaßen:

  • Flugzeug: 9.231.068 Touristen, 7,34 Prozent mehr als im August 2025.
  • Straße: 2.269.069 Touristen, ein Plus von 3,89 Prozent.
  • Schiff: 720.325 Touristen, ein Zuwachs von 79,11 Prozent.
  • Bahn: 35.625 Touristen, ein Rückgang um 13,89 Prozent.

Der besonders hohe prozentuale Zuwachs bei Schiffsankünften geht somit von einer deutlich kleineren Größenordnung aus als beim Flugverkehr. Aus den Ankunftszahlen allein lässt sich nicht ableiten, wodurch die Veränderungen verursacht wurden.

Ausgaben erreichen bis August fast 100 Milliarden Euro

Von Januar bis August 2026 gaben internationale Touristen nach EGATUR insgesamt 99,892 Milliarden Euro aus. Das entspricht einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zur Schwelle von 100 Milliarden Euro fehlen in dieser Zwischenbilanz lediglich 108 Millionen Euro.

Die Ausgaben im August erreichten mit 17,838 Milliarden Euro allerdings keinen neuen Monatsrekord. Laut La Vanguardia vom 2. Oktober war dies der zweithöchste Monatswert nach Juli 2026, als die Ausgaben über 18 Milliarden Euro lagen. Besucherrekord und Ausgabenrekord müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

Pro Tourist wurden im August nach EGATUR durchschnittlich 1.455 Euro ausgegeben, etwa so viel wie ein Jahr zuvor. Die durchschnittlichen Tagesausgaben stiegen um 1,9 Prozent auf 202 Euro. Am häufigsten waren Aufenthalte von vier bis sieben Nächten: Diese Gruppe umfasste laut FRONTUR mehr als 5,8 Millionen Touristen, 10,1 Prozent mehr als im August 2025.

Alle genannten Ausgabenwerte sind nominal, also nicht inflationsbereinigt. Ein höherer Geldbetrag bedeutet deshalb nicht automatisch einen entsprechend größeren realen Konsum oder einen gleich hohen Zuwachs bei der wirtschaftlichen Leistung des Tourismussektors.

Balearen führen im August, Katalonien im Jahresverlauf

Die Balearen waren nach INE im August 2026 mit rund 2,6 Millionen internationalen Touristen die meistbesuchte Region. Die Ausgaben erreichten 4,065 Milliarden Euro. Damit entfielen gut jeder fünfte internationale Tourist und gut jeder fünfte ausgegebene Euro auf die Inselgruppe.

Katalonien verzeichnete im selben Monat rund 2,38 Millionen Touristen, neun Prozent mehr als im August 2025, sowie Ausgaben von 3,332 Milliarden Euro. Im Zeitraum Januar bis August blieb Katalonien mit 14,32 Millionen internationalen Touristen bei den Ankünften vorn. Andalusien gehörte laut Europa Press zu den Regionen mit den stärksten Zuwächsen.

Das Ministerium für Industrie und Tourismus hebt in seiner August-Mitteilung außerdem ein Ausgabenplus von 22,3 Prozent in den „übrigen Regionen“ hervor. Diese zusammengefasste Kategorie erlaubt jedoch keine Aussage darüber, ob alle darin enthaltenen Reiseziele gleichermaßen profitierten.

Großbritannien bleibt wichtigster Herkunftsmarkt

Aus dem Vereinigten Königreich kamen nach FRONTUR im August 2026 rund 2,4 Millionen Touristen, 9,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ihre Ausgaben stiegen nach EGATUR um 7,6 Prozent auf 3,366 Milliarden Euro.

Frankreich folgte mit knapp 2,1 Millionen Touristen, einem Anstieg um 2,1 Prozent, und Ausgaben von 2,240 Milliarden Euro. Aus Deutschland reisten rund 1,4 Millionen Touristen an, 4,5 Prozent mehr als im August 2025. Ihre Ausgaben legten um 8,2 Prozent auf 1,974 Milliarden Euro zu.

Auch weitere Herkunftsmärkte wuchsen: Bei den Ankünften aus Italien meldete FRONTUR für August ein Plus von 10,6 Prozent, bei jenen aus der Schweiz von 29,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

100 Millionen Touristen bleiben eine Prognose

Für das Gesamtjahr 2025 weist der FRONTUR-Jahreswert des INE 96.770.515 internationale Touristen aus, gerundet 96,8 Millionen. Diesem abgeschlossenen Jahreswert steht für 2026 bislang nur die vorläufige Bilanz bis August gegenüber.

Tourismusminister Jordi Hereu hatte bereits am 6. Juli 2026 die Möglichkeit von 100 Millionen internationalen Touristen im Gesamtjahr genannt. Um diese Marke zu erreichen, müssten von September bis Dezember noch knapp 29,7 Millionen hinzukommen. Das ist eine eigene Rechnung auf Grundlage des INE-Zwischenstands, keine zusätzliche Prognose. Der August-Rekord garantiert somit weder die 100-Millionen-Marke noch einen Jahresrekord.

Exceltur und Eurowings liefern ergänzenden Kontext

Der Branchenverband Exceltur hatte nach dem ersten Halbjahr seine Prognose für das reale Wachstum des spanischen Tourismus-BIP 2026 von 2,5 auf 2,7 Prozent angehoben. Er erwartete eine touristische Wirtschaftsleistung von 228,396 Milliarden Euro und einen Anteil von 12,9 Prozent am spanischen Bruttoinlandsprodukt. Das sind Verbandsprognosen, keine feststehenden Jahresergebnisse und keine FRONTUR-Ankunftszahlen.

Als einen Einfluss nannte Exceltur die Umleitung internationaler Reiseströme infolge geopolitischer Instabilität im Nahen Osten. Auch Eurowings berichtete am 2. Juni 2026 über Ausweichbewegungen nach Mallorca und eigene Buchungen neun Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Diese historische Unternehmensmeldung beschreibt weder den gesamten Mallorca-Markt noch die aktuelle Buchungslage im Oktober. Sie belegt auch keine alleinige Ursache des spanischen Besucherwachstums.

Einordnung und Fazit: Monatsrekord, offene Jahresbilanz

Die hohen Besucherzahlen bilden den Hintergrund für Debatten über die Entwicklung stark frequentierter Reiseziele. Dazu gehören die Flughafenproteste auf Mallorca und Ibiza sowie das Wohnungsdefizit auf Ibiza. Die nationalen Tourismusstatistiken allein messen jedoch weder lokale Belastungen noch erklären sie die Ursachen von Wohnungsengpässen.

Fest steht zum 2. Oktober 2026: Spanien hat einen Rekordmonat bei internationalen Ankünften und fast 100 Milliarden Euro touristische Ausgaben seit Jahresbeginn erreicht. Die Daten bleiben vorläufig, die Ausgabenzuwächse nominal und das Jahresergebnis offen. Weitere regionale Entwicklungen bündeln die Nachrichten aus Mallorca.

Quelle

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Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 30. März 2026

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