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Aktuelle Nachrichten30. September 2026

Madrid: Ein Jahr Plan Reside, rund 8.000 Ferienwohnungen weniger

Von Redaktion Spanienleben.de
Ferienwohnungen Madrid: historische Altbaufassaden mit Balkonen im Stadtzentrum bei Tageslicht. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Die Zahl der Ferienwohnungen in Madrid sank nach INE-Daten in der Hauptstadt zwischen August 2024 und Mai 2026 von 18.842 auf 10.836, also um rund 8.000 beziehungsweise 42 Prozent. Zum ersten Jahrestag des Plan Reside wertet die Stadtverwaltung diese Entwicklung als Erfolg ihrer Maßnahmen. Der Vergleichszeitraum beginnt allerdings deutlich vor dem Inkrafttreten des Plans. Ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich aus den Zahlen allein nicht nachweisen.

Die Bilanz war Thema der Stadtratsdebatte am Dienstag, 29. September 2026. Grundlage dieses Artikels vom 30. September 2026 sind der Bericht von ABC Madrid über die Sitzung und die darin wiedergegebenen Angaben der Stadt. Während die Verwaltung weniger Angebote und Beschwerden hervorhebt, kritisiert die PSOE mögliche Umwandlungen ganzer Altstadtgebäude in Beherbergungsbetriebe.

Was der Plan Reside seit einem Jahr untersagt

Der Plan Reside wurde im September 2026 ein Jahr alt. Das städtische Instrument soll die Ausbreitung touristisch genutzter Wohnungen, auf Spanisch viviendas de uso turístico oder VUT, begrenzen und die historische Altstadt schützen.

Seit seinem Inkrafttreten sind dort keine neuen Lizenzen für einzelne, über Wohngebäude verstreute Ferienwohnungen mehr zulässig. Die touristische Nutzung ist in diesem Bereich nur in ganzen Gebäuden vorgesehen. Auch die Umwandlung von Ladenlokalen in solche Unterkünfte ist verboten.

Die Stadt hatte allerdings bereits 2024 einen sogenannten Schockplan eingeleitet. Dazu gehörten die Aussetzung neuer Lizenzen, zusätzliche Inspektionen und höhere Bußgelder. Die aktuelle Entwicklung fällt somit in einen Zeitraum mit mehreren Maßnahmen und kann nicht ohne Weiteres ausschließlich dem später eingeführten Plan Reside zugerechnet werden.

Was die INE-Zahlen zeigen und was nicht

Die experimentelle Statistik des spanischen Statistikamts INE beruht auf einer Auswertung der drei größten Plattformen. Für die Stadt Madrid weist sie von August 2024 bis Mai 2026 einen Rückgang um genau 8.006 Ferienwohnungen aus. Die häufig genannte Zahl von rund 8.000 bezieht sich damit auf einen längeren Zeitraum als das erste Jahr des Plan Reside.

Auch außerhalb der Hauptstadt ging das erfasste Angebot zurück. Für denselben Vergleich zwischen August 2024 und Mai 2026 nennt das INE folgende Werte:

  • Region Madrid: Rückgang von 22.435 auf 13.431 Ferienwohnungen, also um 9.004 beziehungsweise rund 40 Prozent.
  • Barcelona: Rückgang von 18.690 auf 15.905 Ferienwohnungen, entsprechend rund 15 Prozent.
  • Spanien insgesamt: Rückgang von 403.267 auf 341.001 Ferienwohnungen, ebenfalls rund 15 Prozent.

Der Rückgang in der Stadt Madrid fällt damit prozentual stärker aus als in Barcelona und im Landesdurchschnitt. Zugleich zeigt der landesweite Vergleich, dass die Zahl der erfassten Ferienwohnungen nicht nur dort sank, wo der Madrider Plan gilt.

Für die Einordnung sind zwei methodische Grenzen wesentlich. Erstens erfasst die INE-Auswertung Plattformangebote, nicht amtlich erteilte Lizenzen. Zweitens wechselten die Erhebungsmonate ab Herbst 2024 von Februar und August auf November und Mai. Der Vergleich stellt daher unterschiedliche saisonale Zeitpunkte gegenüber. Wie stark einzelne Maßnahmen den Rückgang beeinflusst haben, geht daraus nicht hervor.

Weniger Beschwerden und Lizenzanträge

Nach Angaben der Stadtverwaltung, die ABC am 29. September 2026 wiedergibt, gingen zwischen September 2025 und Juni 2026 insgesamt 765 Beschwerden ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 1.561 gewesen. Das entspricht einem Rückgang um rund 51 Prozent.

Auch die Anträge auf Ferienwohnungslizenzen nahmen laut Stadt ab. Für 2024 nennt die Verwaltung 289 Anträge, für 2025 noch 167, rund 42 Prozent weniger. Für 2026 waren zum Berichtsstand vom 29. September bislang 51 Anträge registriert. Dieser Zwischenstand ist kein vollständiger Jahreswert und deshalb nicht unmittelbar mit den abgeschlossenen Vorjahren vergleichbar.

Beschwerden, Lizenzanträge und Plattformangebote beschreiben unterschiedliche Aspekte der Entwicklung. Weniger Beschwerden bedeuten nicht automatisch entsprechend weniger Unterkünfte. Ebenso sind Anträge weder mit erteilten Genehmigungen noch mit tatsächlich angebotenen Wohnungen gleichzusetzen.

Kontrollen, Rückführungen und Bußgelder

Die städtische Agencia de Actividades führte nach den von ABC berichteten Verwaltungsangaben 2025 insgesamt 323 Wohnungen wieder dem Wohnzweck zu. Für 2024 nennt die Stadt rund 293 Wohnungen. Im Jahr 2023 waren es 50 weniger als 2024.

Bei den Schließungsanordnungen gegen illegale Ferienwohnungen lauten die von ABC genannten Einzelwerte: 315 im Jahr 2025, 405 im Jahr 2024 und 241 im Jahr 2023. Aus diesen Anordnungen lässt sich nicht unmittelbar ablesen, wie viele Wohnungen tatsächlich wieder regulär bewohnt wurden. Die Rückführungen sind eine gesonderte Verwaltungskennzahl.

Bei den Bußgeldern meldet die Stadt 117 für 2025, 92 für 2024 und 114 für 2023. Die Einnahmen beliefen sich nach ihren Angaben 2025 auf drei Millionen Euro, nach 2,6 Millionen Euro im Jahr 2024. Den Zuwachs beziffert die Verwaltung auf 17 Prozent. Laut der am 29. September 2026 berichteten Bilanz entfielen 84 Prozent der Verfahren auf den Bezirk Centro.

Die Opposition kritisiert ganze Beherbergungsgebäude

Der PSOE-Stadtrat Antonio Giraldo bezeichnete den Plan in der Debatte laut ABC als „Misserfolg“. Nach seiner Darstellung öffnet er den Weg zur Umwandlung von 78 Prozent der Gebäude der Altstadt. Diese Zahl ist eine Aussage der Opposition, keine hier unabhängig bestätigte Feststellung über bereits erfolgte Umwandlungen.

Giraldo berief sich außerdem auf städtische Daten aus einer Transparenzanfrage. Demnach seien unter dem Plan fast 400 Lizenzen für Beherbergungsbetriebe, die Kategorie hospedaje, genehmigt worden. Diese Genehmigungen dürfen nicht mit ebenso vielen einzelnen Ferienwohnungen gleichgesetzt werden. Die PSOE beantragte eine Sondersitzung zur Wohnungsnot.

Der Kern der Kritik betrifft eine mögliche Verschiebung: Einzelne Ferienwohnungen in Wohnhäusern werden eingeschränkt, während ganze Gebäude der Beherbergung dienen können. Ein Rückgang der VUT-Angebote beantwortet deshalb nicht allein die Frage, ob die touristische Nutzung der Altstadt insgesamt zurückgeht.

Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida hob in der Debatte die Vermittlung im Fall Maricarmen hervor. Aus diesem Einzelfall lässt sich jedoch keine allgemeine Bilanz der Auswirkungen des Plan Reside ableiten.

Einordnung und Fazit

Die Madrider Debatte steht neben anderen Auseinandersetzungen über touristische Unterkünfte, etwa dem Gerichtsurteil zu Ferienwohnungen in Salamanca und dem Streit um Ferienwohnungen in Barcelona. Auf nationaler Ebene sieht das Wohnungsdekret vom 29. September 2026 strengere Kontrollen von Ferienwohnungen vor. Es ist von den bereits geltenden Madrider Regeln zu unterscheiden.

Die Bilanz nach einem Jahr Plan Reside zeigt deutlich weniger auf Plattformen erfasste Ferienwohnungen sowie nach städtischen Angaben weniger Beschwerden. Offen bleibt, welchen Anteil der Plan selbst daran hat. Für die Bewertung des Altstadtschutzes ist außerdem entscheidend, die Entwicklung einzelner Ferienwohnungen von der Genehmigung ganzer Beherbergungsgebäude zu trennen. Genau an dieser Unterscheidung entzündet sich der politische Streit.

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 30. September 2026

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