Spaniens Wohnungsmarkt nach den Dekreten: Weniger Mietangebot, hohe Preise

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
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Weniger Mietwohnungen, hohe Kaufpreise und steigende Zinserwartungen: Die Zeitung ABC beschreibt den spanischen Wohnungsmarkt in ihrer Ausgabe vom Sonntag, 11. Oktober 2026, als „perfekten Sturm“. Der Beitrag stützt sich auf Zahlen von Immobilienportalen und Statistikämtern sowie auf Einschätzungen von Ökonomen. Hier liest du, was belegt ist, was die Experten erwarten und welche Rechtslage derzeit gilt.
Die rechtliche Lage am 11. Oktober
Die Dekrete 26/2026 und 27/2026 hat der Kongress am 2. Oktober abgelehnt, sie gelten nicht. Am 6. Oktober beschloss die Regierung zwei neue Wohnungsdekrete. Das erste, das Real Decreto-ley 29/2026, steht seit dem 7. Oktober im Staatsanzeiger BOE und ist seit dem 8. Oktober in Kraft. Es muss aber noch von der Diputación Permanente des Kongresses bestätigt werden. Laut 20minutos stehen die beiden Dekrete nicht auf der Tagesordnung der Sitzung vom 16. Oktober. Ob und wann abgestimmt wird, ist damit offen. Das zweite neue Dekret mit der weitergehenden Verlängerung von Mietverträgen gilt nach bisherigem Stand nicht.
Was die Zahlen zeigen
Deutlich weniger Mietangebote
Nach Zahlen des Portals Idealista, die ABC zitiert, waren 2018 in Spanien mehr als 900.000 Wohnungen zur Miete ausgeschrieben. Heute sind es knapp über 500.000. Das entspricht einem Rückgang um 44 Prozent. Es handelt sich um Inserate, nicht um eine amtliche Zählung aller Mietwohnungen. Gleichzeitig nennt ABC bis zu 400.000 Ferienwohnungen in ganz Spanien und ein starkes Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung als Faktoren, die den Druck erhöhen.
Mietdeckel: Bilanz von Fedea
Der Thinktank Fedea hat laut ABC die Mietpreisbremse des Wohnungsgesetzes von 2023 ausgewertet. Danach stiegen die Mieten in Barcelona, wo der Deckel angewendet wird, um 5,7 Prozent. In Madrid, das den Deckel ablehnt, waren es 8,5 Prozent, landesweit 10,8 Prozent. Zugleich sei das Mietangebot in Barcelona in rund zwei Jahren um 22 Prozent geschrumpft, in Katalonien um 20,5 Prozent. In Madrid wuchs es um 3,9 Prozent. Diese Zahlen stammen aus der Fedea-Auswertung, wie ABC sie wiedergibt.
Erste Reaktionen auf die Dekrete
Laut dem Unternehmen Alquiler Seguro wurden nach den sogenannten Maricarmen-Dekreten innerhalb weniger Stunden rund 5.000 Wohnungen vom Markt genommen. Der Verband der Immobilienagenturen meldete Auswirkungen in 80 Prozent der Büros, etwa gestoppte Vertragsabschlüsse oder Wohnungen, die statt zur Miete nun zum Verkauf angeboten werden. Beides sind Angaben aus der Branche, keine amtliche Statistik.
Kaufpreise und Verkäufe
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für gebrauchte Wohnungen liegt laut ABC bei rund 3.000 Euro. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet damit etwa 240.000 Euro, in Madrid über eine halbe Million und in Barcelona rund 436.000 Euro. Die Kaufstatistik des Statistikamts INE zeigt laut ABC zweistellige Rückgänge bei den Verkäufen in Madrid (minus 15 Prozent) und Barcelona (minus 11 Prozent).
Was Ökonomen erwarten
Die folgenden Aussagen sind Einschätzungen, keine Fakten.
Francisco Rodríguez von der Sparkassenstiftung Funcas sagt, Spanien habe ein „elementares Knappheitsproblem“ und reagiere mit einer Häufung von Eingriffen. Zwangsverlängerungen und rechtliche Unsicherheit könnten Eigentümer vom Vermieten abhalten. Ángel de la Fuente von Fedea erwartet weiter steigende Preise, solange das Angebot knapp bleibe. Er hält eine Begrenzung der Ferienwohnungen für sinnvoll und befürwortet, dass der Staat die Kosten für Räumungsstopps bei verletzlichen Mietern übernimmt. Salvador Marín vom Consejo General de Economistas fordert Anreize, damit mehr Wohnungen auf den Mietmarkt kommen.
Skeptisch sind die Experten auch bei den angekündigten zinslosen ICO-Darlehen von bis zu 50.000 Euro für junge Käufer. Ohne mehr Angebot würden solche Hilfen die Preise treiben, sagt de la Fuente. Hinzu kommt laut CaixaBank Research die Erwartung steigender Leitzinsen der EZB, die Hypotheken verteuern würde. Auch das ist eine Prognose.
Was das für dich bedeutet
Wer in Spanien eine Mietwohnung sucht, muss weiter mit wenig Angebot rechnen. Wer bereits zur Miete wohnt, sollte bei Verlängerungen genau prüfen, welche Regel gerade gilt. Die Lage kann sich mit einer Abstimmung der Diputación Permanente oder nach der Wahl am 29. November ändern. Hintergründe findest du in unseren Beiträgen zu den Wohnungsprotesten, zur Neuwahl am 29. November und zur Frage, wer als Großvermieter gilt.
Quellen dieses Artikels:
ABC – „Los decretos y la inflación llevan al mercado de la vivienda a la tormenta perfecta“
https://www.abc.es/economia/mercado-vivienda-encamina-tormenta-perfecta-20261011020903-nt.html
BOE – „Real Decreto-ley 29/2026, de 6 de octubre“
https://www.boe.es/buscar/act.php?id=BOE-A-2026-20823
20minutos – „El Gobierno retrasa la nueva votación de los decretos de vivienda“
https://www.20minutos.es/nacional/gobierno-retrasa-nueva-votacion-los-decretos-vivienda-pp-denuncia-un-uso-electoral-congreso-por-parte-sanchez_7046199_0.html
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Quelle
ABC – „Los decretos y la inflación llevan al mercado de la vivienda a la tormenta perfecta“
https://www.abc.es/economia/mercado-vivienda-encamina-tormenta-perfecta-20261011020903-nt.htmlBOE – „Real Decreto-ley 29/2026, de 6 de octubre“
https://www.boe.es/buscar/act.php?id=BOE-A-2026-2082320minutos – „El Gobierno retrasa la nueva votación de los decretos de vivienda“
https://www.20minutos.es/nacional/gobierno-retrasa-nueva-votacion-los-decretos-vivienda-pp-denuncia-un-uso-electoral-congreso-por-parte-sanchez_7046199_0.html
Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 11. Oktober 2026
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