Sommer 2026 in Andalusien: Zweitheißester seit 65 Jahren

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Der meteorologische Sommer 2026 war in Andalusien der zweitheißeste seit Beginn der regionalen Messreihe vor 65 Jahren. Das geht aus der Sommerbilanz der spanischen Wetterbehörde Aemet hervor. Die Einordnung bezieht sich auf Andalusien und ist keine gesamtspanische Rangliste.
Andalusien blickt auf einen außergewöhnlich heißen Sommer zurück
Der Sommer 2026 war in Andalusien der zweitheißeste innerhalb der seit 65 Jahren geführten regionalen Messreihe. Zu diesem Ergebnis kommt die Sommerbilanz der spanischen Wetterbehörde Aemet. Gemeint ist der meteorologische Sommer, der die Monate Juni, Juli und August umfasst.
Die Rangfolge gilt ausdrücklich für Andalusien. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich deshalb keine entsprechende Platzierung für ganz Spanien ableiten. Entscheidend ist diese Abgrenzung, weil regionale Temperaturbilanzen und landesweite Auswertungen unterschiedliche Gebiete, Messstationen und Vergleichsreihen betreffen.
Die Bilanz unterstreicht dennoch, dass die südspanische Region einen der heißesten Sommer ihrer langjährigen Messgeschichte erlebt hat. Weitere Meldungen zur Wetter- und Klimalage finden Leser in den Nachrichten aus Spanien.
Aemet-Rangfolge ist keine spanische Gesamtliste
Die Bezeichnung „zweitheißester Sommer seit 65 Jahren“ beschreibt ausschließlich die regionale Aemet-Messreihe für Andalusien. Sie darf nicht mit einer Rangliste aller spanischen Regionen oder einer nationalen Sommerbilanz gleichgesetzt werden. Das bereitgestellte Quellenmaterial nennt für Spanien insgesamt keine entsprechende Platzierung.
Auch innerhalb Andalusiens können sich Hitzeperioden je nach Lage unterschiedlich ausprägen. Küstengebiete, Städte im Landesinneren und höher gelegene Räume weisen verschiedene klimatische Bedingungen auf. Konkrete regionale Einzelwerte oder Unterschiede zwischen den Provinzen gehen aus dem vorliegenden Material jedoch nicht hervor.
Für die Küstenregion im Süden werden aktuelle regionale Entwicklungen auch unter Costa del Sol gebündelt. Die Aemet-Aussage bleibt dabei eine Bilanz für Andalusien als Ganzes.
Separate Studie untersucht Klimawandeleinfluss in Spanien
Unabhängig von der regionalen Aemet-Auswertung hat die Forschungsgruppe Climate Central den Einfluss des menschengemachten Klimawandels auf die extreme Hitze in Spanien untersucht. Diese Analyse ist methodisch und räumlich von der andalusischen Sommerbilanz zu trennen. Sie vergleicht die beobachteten Bedingungen mit einer Welt ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel.
Nach der Studie erlebte Spanien zwischen dem 1. Juni und dem 31. August 2026 insgesamt 62 Tage mit extremen Temperaturen. Ohne den menschengemachten Klimawandel wären demnach 32 solcher Tage zu erwarten gewesen. Die Forschenden führen somit 30 zusätzliche Extremhitzetage auf die klimatische Erwärmung zurück.
Als Hitzetage mit erhöhtem Risiko gelten in der Untersuchung Tage, an denen die Temperatur höher liegt als bei 90 Prozent der lokalen Beobachtungen im Referenzzeitraum 1991 bis 2020. Climate Central verwendet außerdem einen Index, der beziffert, wie stark der Klimawandel bestimmte tägliche Temperaturen wahrscheinlicher gemacht hat.
Mehr als die Hälfte der spanischen Bevölkerung betroffen
Die ungewöhnlich hohen Temperaturen betrafen laut Studie 56 Prozent der spanischen Bevölkerung, konkret rund 26,475 Millionen Menschen. Spanien war demnach das europäische Land mit der größten Zahl von Menschen, die mindestens 30 zusätzlichen, klimawandelbedingten Extremhitzetagen ausgesetzt waren.
Für Madrid ermittelte Climate Central 41 zusätzliche Tage mit extremer Hitze. Insgesamt wurden dort 57 Risikotage gezählt, während es ohne die menschengemachte Erwärmung 16 gewesen wären. Die Temperaturanomalie für den Dreimonatszeitraum lag der Untersuchung zufolge bei 3,1 Grad Celsius.
In Barcelona kamen laut Analyse 19 zusätzliche Extremhitzetage hinzu. Dort wurden 74 entsprechende Tage registriert, verglichen mit 55 in einer Welt ohne menschengemachten Klimawandel. Die Temperaturen lagen im betrachteten Zeitraum 1,9 Grad über dem Normalwert.
Zwei Befunde mit unterschiedlicher Aussage
Die beiden Auswertungen beantworten unterschiedliche Fragen. Aemet ordnet die Durchschnittshitze des Sommers 2026 in die 65-jährige regionale Messreihe Andalusiens ein. Climate Central untersucht dagegen für Spanien, wie viele Tage mit extremer Hitze durch den menschengemachten Klimawandel zusätzlich entstanden sind.
Nach Angaben der Forschenden verstärkten vor allem Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas die außergewöhnliche Wärme. In einigen Weltregionen kam zusätzlich ein sich verstärkender El Niño als Einflussfaktor hinzu.
Stand 16. September 2026 zeigen beide Befunde trotz ihrer unterschiedlichen Methodik ein klares Bild: Andalusien verzeichnete einen historisch heißen Sommer, während die landesweite Attributionsstudie einen erheblichen Anteil zusätzlicher Extremhitzetage mit dem menschengemachten Klimawandel verbindet.
Ratgeber zum Thema
Hintergrund und Praxiswissen, das über die aktuelle Meldung hinausgeht.
Behörden und Recht in Spanien
NIE, Meldebescheinigung, Aufenthalt und die wichtigsten Behördengänge.
Auswandern nach Spanien: Der komplette Leitfaden
NIE, Anmeldung, Kosten und Alltag – alle Schritte für den Neustart in Spanien.
Wohnen in Spanien: Miete, Kauf und Wohnungssuche
Wie Wohnungssuche, Mietvertrag und Immobilienkauf in Spanien wirklich ablaufen.
Finanzen und Steuern in Spanien
Bankkonto, Steuerpflicht, Abgaben und laufende Kosten im Überblick.
Quelle
ABC – „El verano de 2026 es el segundo más caluroso de los últimos 65 años“
https://lh3.googleusercontent.com/-DR60l-K8vnyi99NZovm9HlXyZwQ85GMDxiwJWzoasZYCUrPuUM_P_4Rb7ei03j-0nRs0c4F=w16La Vanguardia – „El cambio climático añadió este verano 30 días adicionales de calor extremo en España“
https://www.lavanguardia.com/natural/20260916/11635771/cambio-climatico-anadio-verano-30-dias-adicionales-calor-extremo-espana.html
Redaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 16. September 2026
Unsere RedaktionsleitlinienArtikel teilen
Kennst du jemanden, für den dieser Beitrag interessant ist?
Die Spanien-Woche – jeden Sonntag kostenlos im Posteingang
Verpasse keine wichtige Nachricht mehr: Jeden Sonntag senden wir dir die wichtigsten Meldungen aus Spanien. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Ähnliche Artikel

Spaniens Flughäfen stehen vor einem milliardenschweren Ausbau
Größere Terminals, modernisierte Sicherheitskontrollen, bessere Gepäckanlagen und Investitionen in Start- und Landebahnen: Spanien hat das umfangreichste Flughafenprogramm seiner Geschichte beschlossen. Reisende müssen während der Bauphasen allerdings auch mit Änderungen und vorübergehenden Einschränkungen rechnen.

Mallorca erhöht den Druck auf illegale Ferienvermietung
Der Inselrat kontrolliert Ferienunterkünfte intensiver und will besonders hartnäckige Wiederholungsfälle künftig an die Staatsanwaltschaft weitergeben. Ein eingeleitetes Verfahren ist jedoch noch keine rechtskräftige Sanktion.

Ibizas Flughafen wächst weiter – auch Deutschland bleibt wichtiger Markt
Mehr als eine Million Reisende nutzten im August internationale Verbindungen von und nach Ibiza. Deutschland war mit 107.720 Passagieren der drittgrößte Auslandsmarkt. Die neuen Zahlen verschärfen zugleich die Debatte über Verkehrsbelastung und Wachstumsgrenzen.
