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Aktuelle Nachrichten10. Oktober 2026

Löhne in Spanien seit 2012: Mehr Kaufkraft, aber Wohnen fast doppelt so teuer

Von Redaktion Spanienleben.de
Belebte Einkaufsstraße in Málaga mit Passanten und Geschäften bei Tageslicht

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
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Seit dem letzten Generalstreik in Spanien im Jahr 2012 haben die Löhne zwar etwas an Kaufkraft gewonnen. Die Kosten fürs Wohnen sind aber deutlich stärker gestiegen. Das zeigt eine Auswertung der Zeitung La Vanguardia vom Samstag, 10. Oktober 2026. Sie stützt sich auf Daten des Statistikamts INE, des Wohnungsministeriums und des Immobilienportals Idealista. Anlass ist der für den 11. November angekündigte Generalstreik wegen der Wohnungskrise.

Löhne: plus 37 bis 40 Prozent seit Ende 2012

Eine einzige amtliche Zahl, die die Lohnentwicklung genau abbildet, gibt es nicht. Ökonomen nutzen meist zwei Kennzahlen des INE: die Lohnkosten pro Arbeitsstunde und das durchschnittliche Arbeitnehmerentgelt aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Laut La Vanguardia sind beide seit dem vierten Quartal 2012 um 37 bis 40 Prozent gestiegen. Das ist der Zeitpunkt des damaligen Generalstreiks.

Im selben Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise nach dem Preisindex IPC um mehr als 29 Prozent. Unter dem Strich bleibt ein Kaufkraftgewinn von 7 bis 10 Prozent, je nach Kennzahl. Über 14 Jahre verteilt ist das wenig, rund ein halber Prozentpunkt pro Jahr.

Inflation kann den Gewinn schnell aufzehren

Der Weg dorthin verlief nicht gleichmäßig. In der Phase hoher Inflation um 2022 verloren Beschäftigte an Kaufkraft. Diese Verluste wurden in den Folgejahren nur teilweise ausgeglichen. Bleibt die Inflation bei fast 4 Prozent, könnte der Gewinn laut La Vanguardia innerhalb weniger Monate verschwinden.

Oriol Aspachs, Direktor für die spanische Wirtschaft bei CaixaBank Research, erklärt das mit der Produktivität. Löhne sollten um die Inflation plus den Produktivitätszuwachs steigen. Weil die Produktivität stagniere, bleibe kaum Kaufkraftgewinn. María Jesús Fernández, Ökonomin bei Funcas, sieht es ähnlich: Ohne höhere Produktivität würden Löhne nicht stärker steigen als die Preise.

Wohnen: Kaufpreise plus 50 bis 92 Prozent, Mieten plus 96 Prozent

Bei den Immobilienpreisen gibt es zwei amtliche Statistiken, vom Wohnungsministerium und vom INE. Beide zeigen seit dem Generalstreik 2012 Zuwächse von 50 bis 92 Prozent, je nach Indikator. Damit sind die Kaufpreise in manchen Reihen fast dreimal so stark gestiegen wie die Löhne.

Für Mieten gibt es laut La Vanguardia keine amtlichen Daten. Die Zeitung nutzt deshalb den Index von Idealista, dem führenden Immobilienportal in Spanien. Er bildet Angebotsmieten ab, nicht tatsächlich gezahlte Mieten, zeigt aber die Richtung. Nach diesem Index sind die Mieten von 2012 bis heute um 96 Prozent gestiegen.

Tarifverträge in Katalonien: Kaufkraftverlust seit 2018

Ein anderer Blick ergibt sich aus den Tarifabschlüssen. Die Gewerkschaft UGT Catalunya hat die vereinbarten Lohnerhöhungen in Katalonien seit 2018 mit der Inflation verglichen. Bei Branchentarifverträgen ergibt sich ein Kaufkraftverlust von 4 Prozent, bei Firmentarifverträgen von 6 Prozent. Ursache sind vor allem die Jahre 2021 und 2022, als die hohe Inflation nicht ausgeglichen wurde. Auch die stark steigenden Preise in diesem Jahr spielen laut UGT eine Rolle. Diese Zahlen gelten nur für Katalonien und stammen von einer Gewerkschaft.

Was die Zahlen aussagen und was nicht

Die Werte stammen aus unterschiedlichen Statistiken und lassen sich nicht direkt eins zu eins vergleichen. Die Lohnzahlen sind Durchschnittswerte. Sie sagen nichts darüber, wie es einzelnen Branchen, Regionen oder Berufen ergangen ist. Die Mietzahlen beruhen auf Inseraten eines Portals.

Die Tendenz ist trotzdem eindeutig. Wer in Spanien arbeitet, hat bei den allgemeinen Preisen leicht an Kaufkraft gewonnen. Gemessen an Kaufpreisen und Mieten hat sich die Lage aber deutlich verschlechtert.

Was das für dich bedeutet

Wenn du in Spanien lebst oder einen Umzug planst, solltest du Wohnkosten und lokales Lohnniveau gemeinsam betrachten. Ein Gehalt, das auf dem Papier gut aussieht, reicht in angespannten Märkten oft nicht für eine Wohnung zu den heutigen Mieten. Wie sich das konkret an der Costa del Sol zeigt, liest du in unserem Bericht über Löhne und Kaufkraft in Málaga. Für die Kanaren gibt es eine eigene Auswertung zur Schere zwischen Immobilienpreisen und Löhnen.

Genau diese Lücke ist ein zentraler Punkt des Generalstreiks am 11. November. Die Gewerkschaften fordern unter anderem Lohnerhöhungen, die den Zugang zu Wohnraum sichern, sowie Klauseln zur Lohnanpassung. Hintergründe findest du in unserem Artikel zum Generalstreik und den Wohnungsprotesten.

Quellen

La Vanguardia – „El salario crece más que el IPC pero mucho menos que la vivienda desde el paro de 2012“
https://www.lavanguardia.com/economia/20261010/11655528/salario-crece-mas-ipc-vivienda-paro-2012.html

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 10. Oktober 2026

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