Kanaren: Immobilienpreise steigen kräftig, Löhne bleiben die niedrigsten

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
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Auf den Kanaren sind die Wohnimmobilienpreise im zweiten Quartal 2026 laut Radio Televisión Canaria um 14,2 Prozent gestiegen. Unabhängig davon weist die jüngste Arbeitskostenstatistik für den Archipel den niedrigsten durchschnittlichen Monatslohn unter Spaniens 17 autonomen Gemeinschaften aus. Der sogenannte Kostenlohn lag bei 2.016,13 Euro je Beschäftigtem und Monat. Beide Befunde zeigen eine deutliche Schere, belegen für sich genommen aber keinen ursächlichen Zusammenhang.
Wohnimmobilienpreise steigen um 14,2 Prozent
Die Preise für Wohnimmobilien auf den Kanarischen Inseln sind im zweiten Quartal 2026 deutlich gestiegen. Nach Angaben von Radio Televisión Canaria betrug der Zuwachs 14,2 Prozent. Der veröffentlichte Befund beschreibt die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt des Archipels in diesem Zeitraum.
Damit setzt der Wohnungsmarkt ein starkes Preissignal. Die Angabe erlaubt jedoch für sich allein keine Aussage darüber, welche einzelnen Faktoren den Anstieg verursacht haben oder wie sich unterschiedliche Inseln, Gemeinden und Wohnlagen entwickelt haben. Solche zusätzlichen Differenzierungen sind im vorliegenden Quellenmaterial nicht ausgewiesen und werden daher nicht ergänzt.
Auch Aussagen über einzelne Segmente des Marktes lassen sich aus der genannten Rate nicht ableiten. Fest steht auf Grundlage der Meldung lediglich: Wohnimmobilien auf den Kanaren waren im zweiten Quartal 2026 erheblich teurer als im maßgeblichen Vergleichszeitraum. Weitere aktuelle Meldungen aus Spanien und von den Inseln bündelt Spanienleben unter Nachrichten.
Kanaren haben Spaniens niedrigsten Kostenlohn
Getrennt von der Entwicklung der Immobilienpreise zeigen die jüngsten Lohndaten ein anderes Bild der wirtschaftlichen Lage. Laut der vierteljährlichen Arbeitskostenerhebung des spanischen Statistikamts INE lag der durchschnittliche monatliche Kostenlohn auf den Kanaren im zweiten Quartal 2026 bei 2.016,13 Euro je Beschäftigtem. Unter den 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens war dies der niedrigste Wert.
Im ersten Quartal hatten die Kanaren noch den vorletzten Platz belegt, während Extremadura das Schlusslicht gewesen war. Zwischen April und Juni rutschte der Archipel auf den letzten Rang. Extremadura kam im zweiten Quartal auf rund 2.022 Euro im Monat und lag damit knapp vor den Inseln.
Der Kostenlohn ist nicht mit den gesamten Arbeitskosten eines Unternehmens gleichzusetzen. Die Arbeitskosten schließen zusätzlich unter anderem verpflichtende Sozialversicherungsbeiträge und weitere Kosten ein. Die hier genannten Werte beziehen sich auf die Lohnkomponente der Beschäftigungskosten und nicht auf ein individuell verfügbares Nettoeinkommen.
Fast 500 Euro unter dem spanischen Mittel
Spanienweit lag der durchschnittliche monatliche Kostenlohn im selben Zeitraum bei rund 2.513 Euro. Der kanarische Wert unterschritt diesen Durchschnitt damit um knapp 500 Euro pro Beschäftigtem und Monat. Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 erhöhte sich der Kostenlohn auf den Inseln um 4,1 Prozent. Die Löhne stiegen also, blieben im Vergleich der autonomen Gemeinschaften jedoch am niedrigsten.
Auch bei der Vergütung je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde belegten die Kanaren den letzten Platz. Der entsprechende Kostenlohn belief sich auf 15,46 Euro. Die gesamten Arbeitskosten je effektiver Stunde lagen bei 21,37 Euro und waren ebenfalls niedriger als in allen anderen autonomen Gemeinschaften.
Der Vergleich mit anderen Regionen verdeutlicht die Abstände. Für die Balearen wurde ein monatlicher Kostenlohn von 2.428 Euro ausgewiesen. Madrid erreichte mit 3.060 Euro den höchsten Wert und lag damit mehr als 1.000 Euro über dem kanarischen Niveau. Regionale Entwicklungen innerhalb des Archipels, darunter auf Gran Canaria, lassen sich aus den gemeinschaftsweiten Durchschnittsdaten allerdings nicht gesondert ablesen.
Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen
Innerhalb der kanarischen Wirtschaft bestanden ebenfalls Unterschiede. Den höchsten durchschnittlichen Kostenlohn verzeichnete die Industrie mit 2.234,40 Euro je Beschäftigtem und Monat. Es folgte das Baugewerbe mit 2.056 Euro. Im Dienstleistungsbereich lag der Durchschnitt bei 2.001,70 Euro und damit unter den Werten der beiden anderen genannten Sektoren.
Diese sektoralen Zahlen helfen bei der Einordnung des gesamten Durchschnitts, erklären ihn aber nicht vollständig. Aus den Daten geht hervor, dass die Lohnniveaus je nach Wirtschaftsbereich variieren. Eine belastbare Aussage darüber, in welchem Umfang die Wirtschaftsstruktur den letzten Rang der Kanaren verursacht, lässt sich aus den vorliegenden Angaben allein nicht treffen.
Auf gesamtspanischer Ebene erhöhten sich die Arbeitskosten der Unternehmen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 3.388,15 Euro je Beschäftigtem und Monat. Darin enthalten sind neben dem Kostenlohn auch andere Bestandteile wie verpflichtende Sozialversicherungsbeiträge. Der landesweite Kostenlohn stieg ebenfalls um vier Prozent auf 2.512,68 Euro.
Die Schere zwischen Preisen und Einkommen
In der gemeinsamen Betrachtung ergeben die zwei getrennt erhobenen Befunde ein klares Spannungsbild: Die Wohnimmobilienpreise auf den Kanaren legten im zweiten Quartal kräftig zu, während der durchschnittliche Kostenlohn des Archipels trotz eines Anstiegs gegenüber dem Vorjahr der niedrigste Spaniens blieb. Die Prozentwerte sind dabei nicht unmittelbar miteinander vergleichbar, weil sie verschiedene Größen, Erhebungen und Bezugsgrundlagen abbilden.
Ebenso wenig belegen die Daten, dass die niedrigen Löhne den Immobilienpreisanstieg verursacht haben oder umgekehrt. Sie zeigen jedoch, dass sich die beiden gemessenen Größen im selben Quartal sehr unterschiedlich darstellten: Auf der einen Seite steht ein Immobilienpreisanstieg von 14,2 Prozent, auf der anderen ein durchschnittlicher Monatswert von 2.016,13 Euro, der im Regionalvergleich das spanische Schlusslicht bildet.
Für Beschäftigte, die Wohneigentum erwerben möchten, ist diese Gegenüberstellung von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung. Wie stark einzelne Haushalte betroffen sind, hängt jedoch von zahlreichen individuellen Faktoren ab, darunter Einkommen, Eigenkapital, Haushaltsgröße, Standort und konkrete Immobilie. Dazu enthalten die verwendeten Datensätze keine Angaben. Der belegbare Kern bleibt deshalb die auseinanderlaufende Entwicklung zweier wichtiger Kennzahlen, nicht eine Aussage über die Lage jedes einzelnen Haushalts.
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Quelle
Radio Televisión Canaria – „La vivienda en Canarias sube un 14,2 % en el segundo trimestre“
https://lh3.googleusercontent.com/-DR60l-K8vnyi99NZovm9HlXyZwQ85GMDxiwJWzoasZYCUrPuUM_P_4Rb7ei03j-0nRs0c4F=w16Canarias Ahora – „Canarias toca fondo en la redistribución de la riqueza con el salario: paga los peores sueldos de España“
https://www.eldiario.es/canariasahora/economia/canarias-toca-fondo-redistribucion-riqueza-salario-paga-peores-sueldos-espana_1_13516835.htmlDiario de Avisos – „Los canarios son los peor pagados del país pero también los que más horas de trabajo pierden al mes“
https://diariodeavisos.elespanol.com/2026/09/canarios-peor-pagados-pais-mas-horas-trabajo-pierden-mes/
Redaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 18. September 2026
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