Kanaren: Quadratmeterpreis laut Notaren 18,8 Prozent höher

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
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Die Wohnungspreise auf den Kanaren sind laut Notarstatistik deutlich gestiegen: Im Juli 2026 lag der durchschnittliche beurkundete Quadratmeterpreis bei 2.453 Euro, 18,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig wurden 2.146 Wohnungskäufe registriert, 6,9 Prozent weniger als im Juli 2025. Das zeigen Daten des Centro de Información Estadística del Notariado (CIEN), über die Diario de Avisos am 30. September beziehungsweise 1. Oktober 2026 berichtet.
Damit stehen auf den Kanaren weniger abgeschlossene Käufe einem höheren durchschnittlichen Quadratmeterpreis gegenüber. Die beiden Kennzahlen beschreiben unterschiedliche Seiten des Marktes: Die Zahl der Transaktionen zeigt den Umfang des Kaufgeschehens, der Preiswert das durchschnittliche Niveau der im betreffenden Monat tatsächlich verkauften Objekte. Aus ihrer gegenläufigen Entwicklung ergibt sich noch keine Erklärung für die Ursachen.
Wohnungspreise Kanaren: Der genaue Anstieg beträgt 18,8 Prozent
Für die Einordnung ist der Vergleichszeitraum entscheidend. Das von CIEN ausgewiesene Plus von 18,8 Prozent bezieht sich auf Juli 2026 gegenüber Juli 2025. Es handelt sich nicht um einen Preisanstieg innerhalb eines einzigen Monats und auch nicht um eine Veränderung seit Jahresbeginn. Ebenso beschreibt der Rückgang der Käufe um 6,9 Prozent einen Jahresvergleich.
Die Berichterstattung von Diario de Avisos über die CIEN-Zahlen nennt in ihrer Überschrift einen Anstieg von 18 Prozent. Für die statistische Darstellung ist jedoch der genauere Wert von 18,8 Prozent maßgeblich. Dieser bezieht sich auf den durchschnittlichen Quadratmeterpreis der beurkundeten Wohnungskäufe auf den Kanaren im Juli 2026.
Der Durchschnitt von 2.453 Euro je Quadratmeter bedeutet nicht, dass jede Wohnung auf dem Archipel zu diesem Preis verkauft wurde. Er fasst die im Berichtsmonat erfassten Verkäufe zusammen. Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Inseln liegt im hier verwendeten Datenrahmen nicht vor. Aussagen darüber, welche Insel besonders stark zum Anstieg beigetragen hat, lassen sich daraus deshalb nicht ableiten.
Spanienweit sinkt die Zahl der Käufe ebenfalls
Auch auf nationaler Ebene meldet CIEN für Juli 2026 weniger Wohnungskäufe als ein Jahr zuvor. In ganz Spanien wurden 65.395 Käufe beurkundet, ein Rückgang um 11,1 Prozent gegenüber Juli 2025. Nach den von Diario de Avisos wiedergegebenen Angaben war dies der siebte Monat in Folge mit einem Rückgang im jeweiligen Jahresvergleich.
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis stieg landesweit im Juli 2026 dagegen um 7,7 Prozent auf 2.112 Euro. Damit lag der kanarische Durchschnitt in derselben Statistik über dem spanischen Wert. Auch der prozentuale Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat fiel auf den Kanaren stärker aus. Der Rückgang der Kaufzahlen war dort hingegen geringer als im Landesdurchschnitt.
- Kanaren, Juli 2026 laut CIEN: 2.146 Wohnungskäufe, 6,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
- Kanaren, Juli 2026 laut CIEN: durchschnittlich 2.453 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 18,8 Prozent im Jahresvergleich.
- Spanien, Juli 2026 laut CIEN: 65.395 Wohnungskäufe und durchschnittlich 2.112 Euro je Quadratmeter.
Ergänzend weist die von Diario de Avisos zitierte Notarstatistik für Spanien im Juli 2026 einen Rückgang der Hypothekendarlehen für Wohnungskäufe um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Die Zahl der Neugründungen von Gesellschaften nahm landesweit um 0,8 Prozent zu. Beide Angaben sind nationale Kennzahlen und dürfen nicht als entsprechende Entwicklung auf den Kanaren ausgegeben werden.
Warum Notarpreise und Angebotspreise nicht dasselbe messen
Die Grundlage der CIEN-Statistik sind beurkundete Kaufpreise. Sie beschreibt damit Preise aus abgeschlossenen Kaufgeschäften. Davon zu unterscheiden sind Angebotspreise, wie sie Immobilienportale aus Inseraten auswerten. Ein in einer Anzeige verlangter Preis ist nicht automatisch der Betrag, der später im Kaufvertrag steht. Die beiden Statistiken beantworten deshalb unterschiedliche Fragen.
So nennt der Immobilienindex von Fotocasa für das dritte Quartal 2026 auf den Kanaren einen Angebotspreis von 3.320 Euro je Quadratmeter. Gegenüber dem vorherigen Quartal ging dieser Wert um 1,6 Prozent zurück. Das ist weder derselbe Erhebungszeitraum noch dieselbe Vergleichsbasis wie bei den CIEN-Zahlen für Juli 2026.
Ein Widerspruch zwischen beiden Veröffentlichungen lässt sich daraus nicht ableiten. Fotocasa betrachtet Angebotspreise und hier deren Veränderung zum Vorquartal. CIEN erfasst beurkundete Preise und vergleicht den Juli mit dem entsprechenden Vorjahresmonat. Zudem müssen die angebotenen und die tatsächlich verkauften Immobilien nicht dieselbe Zusammensetzung aufweisen.
Die Differenz zwischen den beiden Quadratmeterwerten lässt sich daher auch nicht als durchschnittlicher Verhandlungsrabatt lesen. Dafür müssten vergleichbare Angebote und ihre späteren Verkaufspreise gegenübergestellt werden. Die vorliegenden zusammengefassten Werte leisten das nicht. Sie sollten getrennt genannt und jeweils mit Quelle, Zeitraum und Art des erfassten Preises versehen werden.
Ebenso sind die Notardaten von den Registerdaten des spanischen Statistikamts INE zu unterscheiden. Es handelt sich um unterschiedliche statistische Grundlagen. Zahlen aus diesen Reihen dürfen nicht ohne methodische Prüfung miteinander verbunden werden. Der vorliegende Bericht stützt seine Aussagen zu den beurkundeten Wohnungskäufen im Juli 2026 auf die von Diario de Avisos wiedergegebenen CIEN-Daten.
Was der Monatsdurchschnitt aussagt und was nicht
Monatliche Immobilienwerte können schwanken. Beim durchschnittlichen Quadratmeterpreis spielt auch eine Rolle, welche Objekte im jeweiligen Monat verkauft wurden. Verändert sich die Zusammensetzung der Verkäufe, kann sich der Durchschnitt verschieben, ohne dass jede einzelne Wohnung eine entsprechende Wertveränderung erfahren hat. Das Plus von 18,8 Prozent ist deshalb keine pauschale Wertsteigerung sämtlicher Wohnungen auf den Kanaren.
Auch die Kombination aus weniger Käufen und einem höheren Durchschnittspreis erlaubt keine eindeutige Aussage darüber, warum sich der Markt so entwickelt hat. Die genannten Zahlen belegen weder einen ursächlichen Einfluss des Tourismus noch einen bestimmten Beitrag ausländischer Käufer. Solche Erklärungen wären zusätzliche Behauptungen, für die dieser Datenrahmen keine Grundlage liefert.
Für eine breitere Einordnung des Wohnungsmarkts behandelt Spanienleben.de außerdem das Verhältnis von Immobilienpreisen und Löhnen auf den Kanaren. Diese Perspektive ist von der hier betrachteten Entwicklung beurkundeter Kaufpreise zu trennen: Aus einem Quadratmeterdurchschnitt allein ergibt sich noch keine vollständige Aussage über die finanzielle Belastung einzelner Haushalte.
Eine weitere, ebenfalls eigenständige Perspektive bietet der Beitrag zu Wohnimmobilien im Eigentum von Unternehmen laut Kataster. Eigentumsstrukturen und monatliche Kaufstatistiken beschreiben unterschiedliche Sachverhalte. Angaben aus dem Kataster ersetzen daher keine Aufschlüsselung der im Juli 2026 beurkundeten Verkäufe und erklären deren Preisentwicklung nicht automatisch.
Fazit: Deutlich höherer Durchschnitt bei weniger Käufen
Zum Stand vom 1. Oktober 2026 zeigen die vorliegenden CIEN-Daten für die Kanaren ein klares Ergebnis für den Berichtsmonat Juli: Die Zahl der Wohnungskäufe lag unter dem Vorjahresniveau, der durchschnittliche beurkundete Quadratmeterpreis deutlich darüber. Gegenüber Spanien insgesamt war der Preiszuwachs stärker und der Rückgang der Transaktionen schwächer.
Für die Bewertung bleiben die Grenzen der Statistik wesentlich. Ein einzelner Monatswert ist weder eine Prognose noch ein Preismaßstab für jedes Objekt. Aussagekräftig sind die Zahlen vor allem dann, wenn ihr Bezug erhalten bleibt: tatsächlich beurkundete Käufe im Juli 2026, verglichen mit Juli 2025. Angebotspreise und Registerdaten ergänzen andere Perspektiven, dürfen mit diesen Werten aber nicht vermischt werden.
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Quelle
Diario de Avisos – „El precio de la vivienda se dispara en Canarias: un 18% más solo durante el pasado julio“
https://diariodeavisos.elespanol.com/2026/10/precio-vivienda-en-canarias-2/Fotocasa – „¿Cuánto cuesta comprar una casa en España? (Índice Inmobiliario, tercer trimestre 2026)“
https://www.fotocasa.es/fotocasa-life/compraventa/conoce-el-precio-de-la-vivienda-en-venta-este-mes/
Redaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 01. Oktober 2026
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