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Kanaren: Kataster weist 74.632 Wohnimmobilien Unternehmen zu

Von Redaktion Spanienleben.de
Kataster Kanaren Wohnimmobilien: Apartmentanlagen an einer kanarischen Küste bei Tageslicht. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Auf den Kanaren weist das Kataster laut einer Auswertung von Atlántico Hoy vom 30. September 2026 insgesamt 74.632 Wohnimmobilien privaten juristischen Personen zu. Die Zeitung bezeichnet deren Anteil als den höchsten aller Regionen Spaniens. Besonders hohe kommunale Werte nennt sie für touristisch geprägte Orte wie Tías, La Oliva und Yaiza. Die im Bericht genannten Gesamtwerte stimmen rechnerisch nicht überein, weshalb Spanienleben den kanarischen Gesamtbestand und den daraus abgeleiteten Gesamtanteil nicht ausweist.

Grundlage ist der am 30. September 2026 um 05:00 Uhr veröffentlichte Bericht von Ainoha Cruz. Er wertet Angaben der Dirección General del Catastro zur steuerlichen Zuordnung von Immobilien aus. Die Originaltabelle ließ sich für eine unabhängige Prüfung nicht auffinden. Die folgenden Zahlen werden deshalb ausdrücklich als Angaben von Atlántico Hoy wiedergegeben.

Was das Kataster unter einem Titular versteht

Für die Einordnung ist die Methodik der Katasterstatistik entscheidend: Ein „Titular“ ist dort der für die kommunale Immobiliensteuer IBI Steuerpflichtige. Der Begriff sollte deshalb nicht ohne Erläuterung mit Eigentümer gleichgesetzt werden. Die Statistik beschreibt zunächst eine steuerliche Zuordnung von Immobilien.

Auch die Kategorie „private juristische Personen“ ist breiter als der häufig verwendete Begriff Investmentfonds. Darunter können Unternehmen, Banken, Genossenschaften, Vereine oder Hotelgesellschaften fallen. Aus der Zuordnung allein lässt sich weder das Geschäftsmodell noch die tatsächliche Nutzung einer Wohnimmobilie ableiten.

Insbesondere sagt das Kataster in dieser Auswertung nichts darüber aus, ob eine Immobilie leer steht, dauerhaft vermietet oder für Ferienvermietung genutzt wird. Die Zahlen liefern somit einen Überblick über die Verteilung auf unterschiedliche Titulare, aber keine Bestandsaufnahme des verfügbaren Mietwohnraums.

Tías führt die genannten Gemeinden beim Unternehmensanteil an

Nach Atlántico Hoy vom 30. September 2026 entfallen in Tías auf Lanzarote 3.897 von 14.285 Wohnimmobilien auf private juristische Personen. Das entspricht 27,28 Prozent. Diese kommunale Verhältniszahl ist rechnerisch nachvollziehbar. Für weitere Gemeinden nennt der Bericht ebenfalls hohe Anteile:

  • La Oliva auf Fuerteventura: 18,30 Prozent.
  • Yaiza auf Lanzarote: 16,84 Prozent.
  • Mogán auf Gran Canaria: 16,33 Prozent.
  • Arona auf Teneriffa: 15,15 Prozent.

Bei den absoluten Zahlen ergibt sich eine andere Reihenfolge. Laut demselben Bericht weist Las Palmas de Gran Canaria 10.738 Wohnimmobilien privater juristischer Personen auf. Es folgen Arona mit 7.857 und Santa Cruz de Tenerife mit 6.276. Eine hohe absolute Zahl bedeutet dabei nicht automatisch einen besonders hohen Anteil am örtlichen Wohnimmobilienbestand.

Tías, Yaiza, La Oliva, Mogán und Arona sind touristisch geprägte Gemeinden. Ein Zusammenhang der hohen Werte mit touristischen Anlagen ist plausibel, aus den vorliegenden Daten aber nicht belegt. Die Debatte über Touristenanlagen als Wohnraum auf den Kanaren berührt diese Abgrenzung: Entscheidend ist nicht allein die Zuordnung im Kataster, sondern auch die konkrete Nutzung.

Gesellschaften mit mehr als zehn Immobilien

Eine weitere Kategorie des Berichts vom 30. September 2026 umfasst Gesellschaften mit mehr als zehn Immobilien. In Tías werden ihnen demnach 2.988 Wohnimmobilien zugeordnet. Das entspricht laut Atlántico Hoy 20,92 Prozent des örtlichen Bestands und 76,67 Prozent der dort privaten juristischen Personen zugewiesenen Wohnimmobilien. Für Arona nennt die Zeitung einen Anteil am örtlichen Bestand von 10,72 Prozent, für La Oliva von 10,67 Prozent.

Absolut führt in dieser Kategorie Las Palmas de Gran Canaria mit 5.744 Wohnimmobilien vor Arona mit 5.558 und Santa Cruz de Tenerife mit 3.261. Danach folgen Tías mit 2.988 und La Laguna mit 1.931. Zusammen sind das 19.482 Wohnimmobilien, nach Angaben der Zeitung 51,34 Prozent der in dieser Kategorie ausgewiesenen Immobilien.

Innerhalb der Wohnimmobilien privater juristischer Personen entfallen laut demselben Bericht 24 Prozent auf Entitäten mit mehr als 100 Immobilien. Diese Angabe bezieht sich ausdrücklich auf den Unternehmensbereich, nicht auf den gesamten Wohnimmobilienbestand der Kanaren.

Die Verteilung über alle Titulare

Für den gesamten Wohnimmobilienbestand, also nicht nur für private juristische Personen, nennt Atlántico Hoy am 30. September 2026 eine gesonderte Verteilung. Danach entfallen 56,70 Prozent auf Titulare mit genau einer Immobilie und 30,78 Prozent auf Titulare mit zwei bis fünf Immobilien.

Weitere 4,43 Prozent liegen dem Bericht zufolge bei Titularen mit sechs bis zehn Immobilien, 2,50 Prozent bei solchen mit elf bis 25 und 5,60 Prozent bei Titularen mit mindestens 26 Immobilien. Für die darin enthaltene Gruppe mit mehr als 100 Immobilien nennt die Zeitung 3,74 Prozent. Diese letzte Angabe darf daher nicht zusätzlich zu den übrigen Größenklassen addiert werden.

Für die Gruppe mit mehr als 100 Immobilien führt der Bericht 87 Titulare mit zusammen 37.067 Wohnimmobilien an, im Durchschnitt rund 426. Diese Betrachtung umfasst sämtliche Titulare und ist von der zuvor genannten Verteilung innerhalb privater juristischer Personen zu unterscheiden.

Ausländischen privaten juristischen Personen werden laut Atlántico Hoy vom selben Datum 1.642 Wohnimmobilien zugeordnet. Davon liegen 597 in Adeje und 336 in Arona. Zusammen entfallen auf die beiden Gemeinden damit 56,82 Prozent dieser Kategorie.

Registervorschlag und begrenzte Kautionsdaten

Die politische Frage nach mehr Transparenz ist nicht neu. Nach Darstellung von Atlántico Hoy vom 30. September 2026 schlug die PSOE etwa ein Jahr zuvor im kanarischen Parlament ein Register großer Eigentümer vor. Die Regierungsfraktionen lehnten den Vorschlag ab. Damit beschreibt der Bericht eine parlamentarische Initiative und deren Ablehnung, keine beschlossene oder in Kraft getretene Registerpflicht.

Die Zeitung verweist außerdem auf eine Civio-Auswertung von Kautionsdaten des Instituto Canario de la Vivienda für 2023. Darin erscheinen drei Gesellschaften mit jeweils mindestens 50 vermieteten Wohnungen: Banco Santander mit 143, Building Center mit 91 und Nestar Residencial mit 71. Zusammen sind das 305 Wohnungen und hinterlegte Kautionen von 885.992,20 Euro. Erfasst werden jedoch nur Fälle mit hinterlegter Kaution, nicht sämtliche Mietverhältnisse oder Unternehmensbestände.

Einordnung und Fazit: Keine Aussage über Mietpreise

Eine andere Definition verwendete elDiario.es/Canarias Ahora am 25. November 2024: Damals berichtete das Medium nach Katasterdaten, dass 8,2 Prozent der Wohnungen auf den Kanaren Großeigentümern mit mehr als zehn Wohnimmobilien zugeordnet seien, gegenüber 4,3 Prozent in Spanien. Diese Kategorie umfasste natürliche und juristische Personen. Sie ist deshalb keine vergleichbare frühere Messung des jetzigen Unternehmensanteils.

Die aktuelle Auswertung zeigt räumliche Unterschiede und eine Konzentration von Beständen bei bestimmten Titulargruppen. Einen ursächlichen Zusammenhang mit Mietpreisen belegt sie nicht. Auch die Entwicklung von Immobilienpreisen und Löhnen auf den Kanaren ist eine eigenständige Frage. Belastbar wiedergeben lässt sich hier die von Atlántico Hoy gemeldete Zuordnung der 74.632 Wohnimmobilien, verbunden mit klaren Grenzen bei Gesamtanteil, Eigentümerbegriff und tatsächlicher Nutzung.

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 30. September 2026

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