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Spanien im September: Rekordplus bei Beschäftigung, mehr Arbeitslose

Von Redaktion Spanienleben.de
Symbolbild: Eingang eines Arbeitsamts in einer spanischen Stadt bei Tageslicht

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Spanien hat im September 2026 durchschnittlich 22.437.553 bei der Seguridad Social versicherte Beschäftigte gezählt, 92.327 mehr als im August. Gleichzeitig stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 23.587 auf 2.379.505. Das zeigen die am 2. Oktober veröffentlichten Monatsdaten der Ministerien für Arbeit und für Seguridad Social. Dem stärksten Beschäftigungsplus eines Septembers seit Beginn der Reihe steht damit ein Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber.

Die Entwicklung ist kein statistischer Widerspruch. Nach der Einordnung der Ministerien und der berichtenden Medien treffen mehrere Faktoren zusammen: das Saisonende im Tourismus, der Schulbeginn und zusätzliche Registrierungen nach der außerordentlichen Regularisierung von Migranten. Beschäftigung und registrierte Arbeitslosigkeit erfassen unterschiedliche Sachverhalte und müssen sich deshalb nicht spiegelbildlich entwickeln.

Arbeitsmarkt Spanien September 2026: die Eckdaten

Die amtlichen Zahlen zeigen sowohl im Monatsvergleich als auch gegenüber dem Vorjahr unterschiedliche Bewegungen. Für September 2026 ergeben sich folgende zentrale Werte:

  • Registrierte Arbeitslose: 2.379.505 zum Monatsende, ein Anstieg um 1 Prozent gegenüber August.
  • Versicherte Beschäftigte: durchschnittlich 22.437.553 im September, ein Zuwachs um 0,41 Prozent gegenüber August.
  • Jahresvergleich der Arbeitslosigkeit: 42.160 registrierte Arbeitslose weniger als im September 2025, ein Rückgang um 1,74 Prozent.
  • Jahresvergleich der Beschäftigung: 739.888 Versicherte mehr als im September 2025, ein Zuwachs um 3,41 Prozent.

Damit fällt der längerfristige Vergleich günstiger aus als der monatliche Anstieg der Arbeitslosigkeit allein vermuten lässt. Für den unmittelbaren Vormonatsvergleich bietet der Bericht zur Arbeitslosigkeit in Spanien im August 2026 den zeitlichen Bezug.

Arbeitslosigkeit steigt, bleibt aber unter dem Vorjahreswert

Nach der Mitteilung des Arbeitsministeriums ist die Zahl von 2.379.505 registrierten Arbeitslosen der niedrigste Septemberstand seit 2007. Das Ministerium ordnet den Anstieg um 23.587 gegenüber August als im Durchschnitt der Septembermonate liegend ein. RTVE berichtet zugleich vom größten Septemberanstieg seit 2017. Beide Aussagen beziehen sich auf unterschiedliche Vergleichszeiträume.

Den stärksten monatlichen Zuwachs verzeichnete laut Arbeitsministerium im September 2026 die Gruppe ohne vorherige Beschäftigung: Sie wuchs um 17.966 Personen beziehungsweise 7,39 Prozent. Bei den Dienstleistungen kamen 6.707 registrierte Arbeitslose hinzu, in der Landwirtschaft 601 und in der Industrie 39. Im Bau sank die Zahl dagegen um 1.726.

Unter den registrierten Arbeitslosen waren Ende September nach den Ministeriumsdaten 1.428.405 Frauen und 951.100 Männer. Bei Frauen war dies der niedrigste Stand für einen September seit 2008. Auch hier ist zwischen dem Niveau am Monatsende und der Veränderung gegenüber dem Vormonat zu unterscheiden.

Rekord beim Septemberzuwachs, nicht beim Beschäftigungsstand

Die Seguridad Social meldete für September 2026 einen durchschnittlichen Zuwachs um 92.327 Versicherte. Laut RTVE waren im September des Vorjahres rund 31.500 hinzugekommen. Der aktuelle Monatsanstieg ist damit der stärkste für einen September seit Beginn der Datenreihe.

Ein neuer absoluter Höchststand wurde nach RTVE jedoch nicht erreicht: Dieser bleibt beim Juli 2026 mit 22,51 Millionen Versicherten. Der Rekord betrifft also ausdrücklich das Septemberplus, nicht die Gesamtzahl der Beschäftigten. Saisonbereinigt lag die Zahl der Versicherten nach den amtlichen Septemberdaten bei 22.480.796.

Der Monatsdurchschnitt und der saisonbereinigte Wert sind unterschiedliche Darstellungen derselben Beschäftigungsstatistik. Für eine belastbare Einordnung dürfen sie nicht ohne Kennzeichnung gegeneinander ausgetauscht werden. Ebenso wenig beschreibt der Zuwachs der Versicherten allein, wie sich sämtliche Gruppen am Arbeitsmarkt entwickelt haben.

Schulbeginn stützt Beschäftigung, Handel und Gastgewerbe verlieren

Die sektorale Aufschlüsselung macht den Saisonwechsel sichtbar. Nach elEconomista kamen im Bildungsbereich im September 2026 gegenüber August 60.323 Versicherte hinzu. Im Handel sank die Beschäftigung dagegen um 39.153, im Gastgewerbe um 19.570 Versicherte. Der Schulbeginn wirkte damit in eine andere Richtung als das Ende der touristischen Sommersaison.

Bei den Selbstständigen verzeichneten die Septemberdaten einen Zuwachs um 14.229 gegenüber August. Der Beschäftigungsanstieg war somit nicht auf die Entwicklung bei abhängig Beschäftigten beschränkt. Die Branchenzahlen zeigen zugleich, weshalb das gesamtwirtschaftliche Plus nicht als gleichmäßiger Aufschwung aller Tätigkeitsbereiche gelesen werden kann.

Der Tourismusrekord im August 2026 liefert den Hintergrund zur vorhergehenden Hochsaison. Aus den touristischen Ergebnissen eines Monats lässt sich jedoch nicht unmittelbar die Beschäftigungsentwicklung des Folgemonats ableiten.

Regularisierung wirkt auf beide Statistiken

Nach den Angaben des Arbeitsministeriums befanden sich Ende September 2026 unter den registrierten Arbeitslosen 56.476 Menschen, die sich nach der außerordentlichen Regularisierung von Migranten eingeschrieben hatten. Von ihnen waren 52 Prozent seit weniger als einem Monat registriert. Diese Gesamtzahl ist nicht mit dem Nettoanstieg der Arbeitslosigkeit im September gleichzusetzen.

Auf der Beschäftigungsseite entfielen nach El Confidencial von den 92.327 zusätzlichen Versicherten im September 8.107 auf Spanier und 84.220 auf ausländische Staatsangehörige. Letztere machten damit 91,2 Prozent des monatlichen Zuwachses aus.

Seit Beginn habe die Regularisierung laut demselben Bericht 421.306 ausländische Beschäftigte in die Sozialversicherung gebracht, davon 83.389 im letzten Monat. Auch diese Angaben sind voneinander zu trennen: Der gesamte Zuwachs ausländischer Versicherter und die der Regularisierung zugeordnete Zahl haben unterschiedliche Abgrenzungen.

Kanaren mit stärkstem Rückgang der Arbeitslosigkeit

Auf den Kanaren ging die registrierte Arbeitslosigkeit im September 2026 entgegen dem landesweiten Trend zurück. Nach Diario de Avisos unter Berufung auf EFE sank sie gegenüber August um 4.156 Personen beziehungsweise 2,88 Prozent auf 140.303. Das war der stärkste Rückgang aller Regionen. Insgesamt verzeichneten nur zwei Regionen einen Rückgang.

Gegenüber September 2025 lag die Arbeitslosigkeit auf den Kanaren um 3,49 Prozent niedriger. Auf Las Palmas entfiel im Monatsvergleich ein Rückgang um 2.224 Personen, auf Santa Cruz de Tenerife um 1.932. Zugleich erreichte die Zahl der Versicherten im September 974.246, ein Plus von 10.454 gegenüber August.

In Katalonien stieg die Zahl der Versicherten laut La Vanguardia im September 2026 um 38.014 gegenüber August und lag wieder über vier Millionen. Gleichzeitig nahm die registrierte Arbeitslosigkeit um 604 auf 330.072 zu. Auch regional können beide Kennzahlen somit gleichzeitig steigen.

Einordnung und Fazit

Der beim SEPE erfasste paro registrado ist nicht die Arbeitslosenquote der EPA. Die registrierten Arbeitslosen und die bei der Seguridad Social Versicherten bilden zudem unterschiedliche statistische Größen ab. Aus diesen Monatsdaten lässt sich deshalb keine EPA-Arbeitslosenquote berechnen. Weiterführende Orientierung zu Beschäftigung und Arbeitsbedingungen bietet der Ratgeber Arbeiten in Spanien.

Die Septemberbilanz 2026 bleibt differenziert: ein Rekordzuwachs bei der versicherten Beschäftigung, mehr registrierte Arbeitslose als im August und zugleich weniger als ein Jahr zuvor. Saisonwechsel, Schulbeginn und Regularisierung gehören zur Erklärung. Die veröffentlichten Zahlen rechtfertigen für sich genommen weder die pauschale Diagnose einer Krise noch die eines Booms.

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 02. Oktober 2026

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