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Aktuelle Nachrichten3. September 2026

Spanien verliert im August rund 163.000 Beschäftigte: Was hinter den Zahlen steckt

Von Redaktion Spanienleben.de
Arbeitnehmer und Arbeitssuchende vor einem modernen Bürogebäude in Spanien

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
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Nach dem Ende der touristischen Hauptsaison hat sich der spanische Arbeitsmarkt im August abgeschwächt. Die durchschnittliche Zahl der bei der Sozialversicherung registrierten Beschäftigten sank gegenüber Juli um 162.840. Gleichzeitig stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 44.419 auf rund 2,36 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Entwicklung jedoch positiv: Spanien zählt rund 679.000 Beschäftigte mehr und etwa 70.600 registrierte Arbeitslose weniger als im August 2025.

Warum die Beschäftigtenzahl im August zurückging

Der August ist für den spanischen Arbeitsmarkt traditionell ein schwieriger Monat. Während die touristische Hochsaison in einigen Ferienregionen noch läuft, enden bereits zahlreiche befristete Arbeitsverhältnisse.

Gleichzeitig laufen im Bildungsbereich viele Verträge zum Ende des Schul- oder Ferienzeitraums aus. Allein in diesem Bereich sank die Zahl der registrierten Beschäftigten nach den veröffentlichten Daten um 76.535.

Rückgänge gab es außerdem unter anderem in Verwaltungs-, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten sowie im verarbeitenden Gewerbe. In diesen Bereichen gingen jeweils ungefähr 16.000 bis 18.000 Beschäftigungsverhältnisse verloren.

Wichtig ist dabei die genaue Bedeutung der Zahl: Der Rückgang um 162.840 beschreibt die Veränderung der durchschnittlichen Sozialversicherungsregistrierungen gegenüber Juli. Er bedeutet nicht, dass exakt diese Zahl dauerhaft bestehender Arbeitsplätze gestrichen wurde.

Arbeitslosigkeit steigt auf 2,36 Millionen

Parallel zur rückläufigen Beschäftigung stieg die Zahl der bei den spanischen Arbeitsämtern registrierten Arbeitslosen um 44.419. Insgesamt waren Ende August 2.355.918 Menschen arbeitslos gemeldet.

Den größten Anstieg gab es im Dienstleistungssektor. Dort erhöhte sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 28.563. Im Baugewerbe kamen 4.669 Arbeitslose hinzu, in der Industrie 3.731.

Eine Ausnahme bildete die Landwirtschaft. In diesem Bereich sank die registrierte Arbeitslosigkeit um 912 Personen.

Auch bei jungen Menschen unter 25 Jahren nahm die Arbeitslosigkeit zu. Ihre Zahl stieg im August um 8.168 auf insgesamt 167.730.

Trotz des monatlichen Anstiegs bleibt der Gesamtstand vergleichsweise niedrig. Nach Angaben der spanischen Regierung handelt es sich um die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem August seit 2007.

Jahresvergleich fällt deutlich besser aus

Die monatlichen Zahlen zeigen das Ende vieler saisonaler Beschäftigungsverhältnisse. Der Vergleich mit dem Vorjahr vermittelt dagegen ein positiveres Bild.

Gegenüber August 2025 waren 679.023 Menschen mehr bei der spanischen Sozialversicherung registriert. Gleichzeitig lag die Zahl der Arbeitslosen um 70.593 niedriger.

Auch die saisonbereinigten Zahlen sprechen dafür, dass der grundlegende Beschäftigungstrend bislang nicht eingebrochen ist. Nach Herausrechnung regelmäßig auftretender saisonaler Schwankungen erhöhte sich die Beschäftigung im August um 83.844 Personen auf rund 22,37 Millionen.

Der Unterschied zwischen den nicht bereinigten und den saisonbereinigten Werten zeigt, wie stark das Ende von Ferienzeit, Saisonverträgen und Schuljahr die Auguststatistik beeinflusst.

Fast 39 Prozent der neuen Verträge sind unbefristet

Im August wurden in Spanien rund 1,14 Millionen neue Arbeitsverträge abgeschlossen. Davon waren 440.274 unbefristet. Der Anteil der unbefristeten Verträge lag damit bei ungefähr 38,5 Prozent.

Allerdings sagt die Vertragsart allein noch nicht aus, ob es sich um eine Vollzeitstelle handelt. In Spanien werden auch unbefristete Teilzeitverträge und sogenannte unbefristete saisonale Verträge abgeschlossen.

Bei diesen „fijos discontinuos“ bleibt das Arbeitsverhältnis grundsätzlich bestehen, obwohl die Beschäftigten nur während bestimmter Zeiträume eingesetzt werden. Das Modell ist unter anderem im Tourismus, in der Gastronomie und in anderen saisonabhängigen Branchen verbreitet.

Selbstständige im Monatsvergleich leicht rückläufig

Die Zahl der registrierten Selbstständigen lag im August bei rund 3,47 Millionen. Gegenüber Juli ging sie um 2.941 zurück.

Im Vergleich zum Vorjahr kamen allerdings 63.705 Selbstständige hinzu. Auch hier zeigt sich somit ein Unterschied zwischen der kurzfristigen Monatsentwicklung und dem längerfristigen Trend.

Für Autónomos bleiben neben der Auftragslage besonders die Sozialversicherungsbeiträge, Betriebskosten und Steuern entscheidend. Ein leichter Rückgang zum Saisonende muss deshalb nicht zwangsläufig auf eine grundlegende Verschlechterung bei den Selbstständigen hindeuten.

Ausländische Beschäftigte gewinnen weiter an Bedeutung

Rund 3,55 Millionen ausländische Arbeitnehmer waren im August im spanischen Sozialversicherungssystem registriert. Ihr Anteil am gesamten Arbeitsmarkt lag damit bei etwa 15,9 Prozent.

Ausländische Beschäftigte spielen insbesondere in der Gastronomie, im Tourismus, in der Landwirtschaft, auf dem Bau, in der Pflege und in verschiedenen Dienstleistungsbereichen eine wichtige Rolle.

Zu dieser Gruppe gehören auch zahlreiche Arbeitnehmer und Selbstständige aus anderen EU-Staaten. Deutsche Residenten mit einer regulären Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit in Spanien werden grundsätzlich ebenfalls über das spanische Sozialversicherungssystem erfasst.

Legalisierung von Migranten prägt die Statistik

Ein Teil des Anstiegs geht auf das spanische Legalisierungsverfahren zurück. Es verschafft bereits im Land lebenden Migranten einen legalen Status für die Arbeitsaufnahme und den Zugang zur Arbeitsvermittlung.

Menschen, die zuvor in keiner Statistik auftauchten, können sich seither offiziell arbeitslos melden. Der Anstieg um 44.419 Personen war der stärkste August-Zuwachs seit 2019 und rund doppelt so hoch wie in den Augustmonaten 2024 und 2025.

Ausländische Arbeitssuchende machten nahezu 40 Prozent dieses Anstiegs aus. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf Personen ohne vorherige Beschäftigung. In dieser Kategorie stieg die Zahl insgesamt um 20.499 Personen oder 9,2 Prozent, bei ausländischen Arbeitssuchenden sogar um fast 60 Prozent.

Es handelt sich damit in erheblichem Maß um einen administrativen Effekt. Die August-Daten weisen allerdings nicht aus, welcher Anteil des Anstiegs sich direkt auf die Legalisierung zurückführen lässt.

Auch bei den Beschäftigtenzahlen ist der Effekt sichtbar. Nach Angaben der Ministerin für Inklusion und soziale Sicherheit, Elma Saiz, hatten sich bis August fast 340.000 Ausländer, die über das Verfahren einen legalen Status erhalten haben, als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte registriert.

Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo verwies in Brüssel auf rund 680.000 neue Sozialversicherungsanmeldungen im vergangenen Jahr. Das Tempo nehme weiter zu, „auch dank des Legalisierungsverfahrens“.

Einzuordnen ist der Monatswert außerdem im Jahresvergleich: Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit um 2,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau, mit Rückgängen in allen wichtigen Wirtschaftssektoren.

Was die Zahlen für deutsche Arbeitnehmer bedeuten

Deutschsprachige Arbeitnehmer in Spanien sind besonders häufig in Branchen beschäftigt, die von saisonalen Schwankungen abhängen. Dazu gehören Tourismus, Gastronomie, Immobilien, Kundenservice und verschiedene Dienstleistungen.

Wer einen befristeten oder saisonalen Arbeitsvertrag hat, sollte prüfen, ob nach dem Ende der Beschäftigung ein Anspruch auf spanisches Arbeitslosengeld besteht. Maßgeblich sind unter anderem die bisher eingezahlten Beiträge, die Dauer der Beschäftigung und der persönliche Aufenthalts- und Versicherungsstatus.

EU-Bürger dürfen grundsätzlich in Spanien arbeiten. Für den Zugang zu Sozialleistungen gelten jedoch zusätzliche gesetzliche Voraussetzungen. Eine Registrierung als Resident allein begründet noch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Arbeitssuchende können sich beim zuständigen regionalen Arbeitsamt anmelden. Für Geldleistungen ist in der Regel der staatliche Servicio Público de Empleo Estatal, kurz SEPE, zuständig.

Mehr zu Branchen, Chancen und Voraussetzungen finden Sie im Ratgeber Der spanische Arbeitsmarkt: Branchen mit Potenzial für Auswanderer sowie im Überblick Auswandern nach Spanien.

Fazit

Spaniens Arbeitsmarkt hat im August deutlich unter dem Ende zahlreicher saisonaler Beschäftigungsverhältnisse gelitten. Die durchschnittliche Zahl der Sozialversicherungsregistrierungen sank um fast 163.000, während die registrierte Arbeitslosigkeit um mehr als 44.000 zunahm.

Die Entwicklung ist ernst zu nehmen, bedeutet aber noch keine grundlegende Trendwende. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es deutlich mehr Beschäftigte und weniger Arbeitslose. Auch die saisonbereinigten Zahlen zeigen weiterhin ein Beschäftigungswachstum.

Entscheidend wird sein, wie sich der Arbeitsmarkt nach dem endgültigen Ende der Sommersaison und mit dem Beginn des neuen Schul- und Wirtschaftsjahres entwickelt.

Quelle

Ratgeber zum Thema

Hintergrund und Praxiswissen, das über die aktuelle Meldung hinausgeht.

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 03. September 2026

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