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Aktuelle Nachrichten16. September 2026

Unwetterlage im Osten Spaniens: Bilanz und aktuelle Warnungen

Von Redaktion Spanienleben.de
Überflutete Straße nach schweren Gewittern im Osten Spaniens

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
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Todesopfer nach Sturzflut in Olivella

Die schweren Gewitter im Osten Spaniens haben ein Todesopfer gefordert. In Olivella in der katalanischen Küstenregion Garraf fanden Einsatzkräfte in der Nacht zum Donnerstag die Leiche eines Mannes. Nach Angaben der katalanischen Feuerwehr lag der Körper etwa 500 Meter von jener Stelle entfernt, an der ein von einer Sturzflut mitgerissenes Fahrzeug gefunden worden war. Die Mossos d’Esquadra bestätigten, dass es sich bei dem Toten um den Fahrer des Wagens handelte.

Ein Zeuge hatte die Rettungsdienste am Mittwoch um 23.03 Uhr darüber informiert, dass ein Fahrzeug in eine Riera geraten sei. Solche meist trockenen oder nur wenig Wasser führenden Bachläufe können bei Starkregen innerhalb kürzester Zeit anschwellen. Für die Suche wurden elf Einheiten der Feuerwehr, Spezialkräfte für Unterwassereinsätze und Drohnen mobilisiert. Das Fahrzeug wurde durch die Wassermassen vollständig zerstört. Weitere Todesopfer oder Vermisste waren nach dem zunächst vorliegenden Stand nicht bekannt.

Für Teile der Küste von Barcelona hatte die staatliche Wetterbehörde AEMET zuvor wegen torrentialer Niederschläge die höchste Warnstufe Rot ausgegeben. Gemeldet wurden Mengen von mehr als 90 Litern pro Quadratmeter in weniger als einer Stunde. Überschwemmungen, plötzlich steigende Wasserläufe sowie Behinderungen auf Straßen und im Bahnverkehr waren die Folge.

Valencia: Straßen überflutet und fast 500 Vorfälle

Auch Valencia und sein Ballungsraum wurden am Mittwochabend von sehr intensiven Gewittern getroffen. Nach Messwerten des Wetterstationsnetzes AVAMET fielen in Chiva 96,2 Liter pro Quadratmeter, in Torrent 95,8 Liter und in Valencia 70,2 Liter. In Torrent wurden davon 71 Liter innerhalb von nur 30 Minuten registriert. Lokal lagen die Niederschlagsmengen damit nahe bei oder über 90 Litern pro Quadratmeter, wobei ein großer Teil in sehr kurzer Zeit niederging.

In Torrent, Paiporta und Aldaia liefen erneut Straßen, Unterführungen und tiefer gelegene Bereiche voll. Aus Torrent wurden überflutete Wohnungen sowie die vorsorgliche Räumung eines Schnellrestaurants mit 15 Personen gemeldet. Die starken Regenfälle weckten in den besonders von der DANA-Katastrophe 2024 betroffenen Orten neue Ängste. Nach dem zunächst veröffentlichten Stand traten dort jedoch keine schweren Personenschäden auf; auch wurde kein Überlaufen eines Barranco gemeldet.

Das regionale Notfallzentrum bearbeitete bis 23 Uhr insgesamt 478 wetterbedingte Vorfälle, davon 214 in Valencia und 45 in Torrent. Im Vordergrund standen Wasseransammlungen, eindringendes Wasser, Verkehrsprobleme und Sachschäden. Die Provinzfeuerwehr absolvierte mehr als 60 Einsätze, darunter Hilfe für blockierte Fahrzeuge und Fahrer sowie Kontrollen überfluteter Brücken.

Flughafen, Metro und Cercanías beeinträchtigt

Der Flughafen Valencia in Manises wurde am Mittwochabend wegen Überschwemmungen auf dem Gelände zeitweise geschlossen. Zwölf Flüge mussten umgeleitet werden. Am Donnerstag nahm der Flughafen den Betrieb wieder auf. Reisende sollten dennoch den Status ihres Fluges direkt bei der Fluggesellschaft oder über Aena prüfen, da sich vorausgegangene Umleitungen und Verspätungen auf spätere Verbindungen auswirken können.

Auch MetroValencia und die Vorortzüge der Cercanías waren betroffen. Am Donnerstag wurden alle Metro- und Straßenbahnlinien wieder geöffnet, allerdings warnte der Betreiber FGV vor Verzögerungen und möglichen Fahrplanänderungen, während Schäden und Störungen durch eingedrungenes Wasser behoben wurden. Bei den Cercanías kehrte der Betrieb schrittweise zurück: Die Linie C1 Valencia–Gandia fuhr ab 8.27 Uhr wieder mit zunächst einem Zug pro Stunde und Richtung, die C3 nach Buñol nahm den Dienst nach 9 Uhr wieder auf. C2 und C6 starteten laut den vorliegenden Angaben regulär beziehungsweise nach einer Kontrolle der Infrastruktur.

Zahlreiche Gemeinden setzten aus Sicherheitsgründen den Unterricht aus. Betroffen waren unter anderem südliche Stadtteile Valencias und mehrere Orte in Valencia und Alicante. Die Universität Valencia stellte, soweit möglich, auf Onlinelehre und Telearbeit um. Diese Maßnahmen sind Vorsorgeentscheidungen und kein Beleg dafür, dass an allen betroffenen Orten bereits schwere Überschwemmungen eingetreten sind.

Orange Warnung für die Marina Alta

Für die Marina Alta im Norden der Provinz Alicante gilt am Donnerstag eine orange Regenwarnung. Betroffen sind unter anderem Dénia, Xàbia, Pego, Ondara, Pedreguer, Benissa, Teulada Moraira und Calp. Nach der Prognose von AEMET können dort mehr als 60 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde und lokal 120 Liter in zwei bis drei Stunden fallen. Der Zeitraum mit dem höchsten prognostizierten Risiko reicht von 3 bis 15 Uhr; anschließend soll die Warnstufe zunächst auf Gelb sinken.

Diese Mengen sind Prognosen und keine bereits flächendeckend gemessenen Niederschläge. Gerade mediterrane Gewitter können sehr kleinräumig auftreten. Zwischen benachbarten Gemeinden sind deshalb erhebliche Unterschiede möglich: Während ein Ort von einer intensiven Gewitterzelle getroffen wird, kann wenige Kilometer entfernt deutlich weniger Regen fallen. Zusätzlich besteht laut Vorhersage die Möglichkeit von Hagel.

Residenten, Eigentümer und Urlauber an der nördlichen Costa Blanca sollten aktuelle Warnungen der AEMET sowie Hinweise ihrer Gemeinde verfolgen. Besonders riskant sind Unterführungen, Tiefgaragen, Küstenstraßen an Abflüssen sowie Wege durch Barrancos und sonstige Senken. Sichtbares stehendes oder fließendes Wasser sollte weder zu Fuß noch mit dem Fahrzeug durchquert werden.

Vorsorgemaßnahmen in Murcia und Almería

In Lorca in der Region Murcia wurde wegen einer orangefarbenen Warnung der gesamte schulische Unterricht an nichtuniversitären Einrichtungen für Donnerstag ausgesetzt. Die Stadt schloss außerdem Parks, Gärten, Außensportanlagen und den Bereich Las Alamedas. Einsatzkräfte verstärkten die Überwachung von Ramblas, Ortsteilen und besonders überschwemmungsgefährdeten Zufahrten. Prognostiziert wurden bis zu 50 Liter pro Quadratmeter sowie starke Windböen; die angegebene Eintrittswahrscheinlichkeit lag zwischen 40 und 70 Prozent.

Cartagena versetzte seine Strukturen laut Briefing in Voralarm. Im Osten der Provinz Almería wurde die Warnstufe auf Orange angehoben. In Pulpí, Huércal-Overa und Cuevas del Almanzora fiel der Präsenzunterricht aus. Der andalusische Zivilschutz verschickte zudem eine ES-Alert-Warnung an Mobiltelefone im Levante Almeriense und in Níjar. Erwartet wurden dort bis zu 50 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde.

Auch hier gilt die klare Unterscheidung: Unterrichtsausfälle, Schließungen, Voralarm und Handywarnungen sind eingetretene behördliche Maßnahmen. Die genannten Regenmengen beschreiben dagegen das mögliche Wettergeschehen und müssen nicht an jedem Ort erreicht werden. Für Bewohner und Reisende sind lokale Echtzeitinformationen entscheidender als eine großräumige Einschätzung.

Fazit: Lage bleibt örtlich schwer vorhersehbar

Die bisherige Bilanz fällt regional sehr unterschiedlich aus. In Olivella endete die Sturzflut für einen Autofahrer tödlich. Im Großraum Valencia sind hohe Niederschlagsmengen, lokale Überflutungen, fast 500 Vorfälle und erhebliche Einschränkungen im Verkehr dokumentiert, zunächst jedoch keine schweren Personenschäden. Flughafen, Metro und Cercanías nahmen ihren Betrieb schrittweise wieder auf.

Für die Marina Alta sowie Teile Murcias und Almerías bleibt dagegen vor allem die weitere Entwicklung relevant. Orange Warnungen bedeuten ein erhebliches Wetterrisiko, sind aber keine Aussage darüber, dass überall dieselben Folgen eintreten. Wer im Osten und Südosten Spaniens unterwegs ist, sollte unnötige Fahrten vermeiden, Abstand zu Wasserläufen und Ramblas halten, Straßensperren beachten und im Gefahrenfall die Notrufnummer 112 wählen. Wegen der kleinräumigen Gewitter können Warnlage und tatsächliche Auswirkungen innerhalb kurzer Distanz stark voneinander abweichen.

Quellen

Cadena SER – „Localizan sin vida al hombre desaparecido en Olivella“
https://cadenaser.com/cataluna/2026/09/17/localizan-sin-vida-el-cuerpo-del-hombre-desaparecido-en-olivella-barcelona-a-causa-de-las-fuertes-lluvias-cadena-ser/

Cadena SER – „Las tormentas en Valencia reavivan el temor por la dana“
https://cadenaser.com/comunitat-valenciana/2026/09/17/las-tormentas-en-valencia-reavivan-el-temor-por-la-dana-radio-valencia/

Cadena SER – „Hasta 120 litros ponen en alerta naranja a la Marina Alta“
https://cadenaser.com/comunitat-valenciana/2026/09/16/hasta-120-litros-en-pocas-horas-ponen-en-alerta-naranja-a-la-marina-alta-radio-denia/

Cadena SER – „Lorca suspende las clases y cierra parques“
https://cadenaser.com/murcia/2026/09/17/lorca-suspende-las-clases-y-cierra-parques-e-instalaciones-deportivas-por-la-alerta-naranja-de-lluvias-y-viento-radio-lorca/

La Voz de Almería – „Aktuelle Meldungen zum Unwetter im Levante Almeriense“
https://www.lavozdealmeria.com/

AEMET – „Avisos meteorológicos vigentes“
https://www.aemet.es/es/eltiempo/prediccion/avisos

Quelle

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Veröffentlicht am 16. September 2026

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