Nur 16,7 Liter Regen: Vitoria erlebt einen historischen Extremsommer

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Der meteorologische Sommer 2026 war an der Wetterstation des Flughafens Foronda bei Vitoria der heißeste und trockenste seit Beginn der dortigen Messreihe im Jahr 1973. Von Juni bis August fiel nur ungefähr ein Zehntel der sonst üblichen Regenmenge.
So trocken war der Sommer seit 1973 nicht
Für Meteorologen umfasst der Sommer die Monate Juni, Juli und August. In diesen drei Monaten registrierte die AEMET-Station am Flughafen Foronda insgesamt nur 16,7 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.
Normalerweise fallen dort im gleichen Zeitraum ungefähr 119 Liter. Im Sommer 2026 kam damit nur etwa ein Zehntel der üblichen Menge zusammen. Seit Beginn der Foronda-Messreihe im Jahr 1973 wurde für den meteorologischen Sommer kein niedrigerer Wert gemessen.
Auch der August war außergewöhnlich trocken. Mit 3,1 Litern pro Quadratmeter war es der zweittrockenste August der Reihe. Noch weniger Niederschlag fiel im August 2018 mit 1,5 Litern.
Gleichzeitig neuer Temperaturrekord
Die Trockenheit fiel mit außergewöhnlich hohen Temperaturen zusammen. Der Mittelwert für Juni, Juli und August lag bei 22,3 Grad. Auch das ist der höchste Sommerwert seit Beginn der Messungen in Foronda.
Am 23. Juni erreichte das Thermometer 40 Grad. Nach den veröffentlichten Angaben war das die höchste jemals während eines Sommers an dieser Station gemessene Temperatur.
Die wärmste Nacht wurde am 15. Juli registriert. Die Temperatur sank damals nicht unter 20,4 Grad. Damit handelte es sich auch an der vergleichsweise kühlen Flughafenstation um eine tropische Nacht.
Flughafenwerte nicht mit Innenstadt verwechseln
Die Messstation liegt am Flughafen Foronda außerhalb des dicht bebauten Zentrums von Vitoria-Gasteiz. Dort sind die Temperaturen normalerweise niedriger als in der Innenstadt.
Die Werte lassen sich deshalb nicht unverändert auf jedes Stadtviertel übertragen. Bebauung, versiegelte Flächen und gespeicherte Wärme können insbesondere nachts zu höheren Temperaturen im Zentrum führen.
Für die Einordnung des Rekords ist jedoch die lange, gleichbleibende Messreihe der Station entscheidend. Nur Daten desselben Standorts und vergleichbarer Messbedingungen erlauben einen belastbaren historischen Vergleich.
Was geringe Niederschläge bedeuten können
Ein einzelner trockener Sommer führt nicht automatisch überall zu akutem Wassermangel. Die Auswirkungen hängen unter anderem von den Niederschlägen der vorherigen Monate, den Füllständen von Speichern, der Bodenfeuchte und dem Wasserverbrauch ab.
Eine so geringe Sommerregenmenge kann jedoch mehrere Bereiche belasten:
- Landwirtschaft und Weidewirtschaft,
- Vegetation und Stadtbäume,
- Waldbrandgefahr,
- Flüsse und kleinere Gewässer,
- körperliche Belastung während Hitzeperioden.
Entscheidend ist deshalb, wie sich Niederschläge und Temperaturen im Herbst weiterentwickeln.
Bedeutung für Reisende und Pilger
Vitoria und das Baskenland gelten im Vergleich zu Südspanien als gemäßigte Reiseziele. Der Sommer 2026 zeigt jedoch, dass auch Nordspanien von außergewöhnlichen Hitze- und Trockenperioden betroffen sein kann.
Reisende, Wanderer und Pilger sollten sich deshalb nicht allein auf langjährige Klimamittel verlassen. Bei Touren sind die aktuelle Wettervorhersage, örtliche Waldbrandbestimmungen und eine ausreichende Wasserversorgung wichtiger als das typische Image einer Region.
Rekord gilt für eine konkrete Messreihe
Die Formulierung „heißester und trockenster Sommer“ bezieht sich ausdrücklich auf die Foronda-Station und deren Messreihe seit 1973. Sie bedeutet nicht automatisch, dass derselbe Rekord an jeder Wetterstation des Baskenlands gemessen wurde.
Für eine überregionale klimatologische Bewertung müssen weitere Stationen und längere Zeiträume einbezogen werden. Der lokale Befund ist dennoch eindeutig: In Foronda gab es seit Beginn der Reihe keinen Sommer mit einer niedrigeren Niederschlagssumme oder einer höheren Durchschnittstemperatur.
Fazit
Nur 16,7 Liter Regen pro Quadratmeter und eine Durchschnittstemperatur von 22,3 Grad machen den Sommer 2026 in Foronda zu einem historischen Doppelrekord.
Die Daten zeigen, wie stark Hitze und Trockenheit inzwischen auch Reiseziele in Nordspanien prägen können. Ob sich die Lage bei der Wasserversorgung und Bodenfeuchte entspannt, hängt nun von den Niederschlägen im Herbst ab.
Quelle
Cadena SER Vitoria – „Vitoria vive el verano más seco y cálido desde 1973“
https://cadenaser.com/euskadi/2026/09/01/vitoria-vive-el-verano-mas-seco-y-calido-desde-1953-ser-vitoria/
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Veröffentlicht am 01. September 2026
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