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Aktuelle Nachrichten6. September 2026

Spanienurlaub verschiebt sich: Mai und September werden immer wichtiger

Von Redaktion Spanienleben.de
Reisende an einer spanischen Mittelmeerküste in der ruhigeren Nachsaison

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
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Spanien bleibt eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Doch die klassische Hochsaison verändert sich. Immer mehr Urlauber meiden die besonders teuren, heißen und stark ausgelasteten Monate Juli und August und reisen stattdessen im Mai, September oder Oktober.

  • Der Anteil der ausländischen Spanienurlauber, die im Juni, Juli oder August reisen, ist in den vergangenen Jahren gesunken.
  • 2022 entfielen noch 35,5 Prozent der internationalen Ankünfte auf diese drei Monate, 2025 waren es 32,8 Prozent.
  • Im Mai 2026 kamen erstmals mehr als 10 Millionen internationale Besucher nach Spanien.
  • Hohe Preise, überfüllte Reiseziele und extreme Sommerhitze begünstigen Reisen im Frühjahr und Herbst.
  • September und Oktober gewinnen besonders deutlich an Bedeutung.
  • Deutsche Urlauber gehören zu den Gästegruppen, die ihre Reisen vergleichsweise stark über das Jahr verteilen.

Eine Reise außerhalb des Hochsommers ist trotzdem nicht automatisch günstig oder ruhig – Preise und Auslastung hängen stark von Region, Feiertagen und Buchungszeitpunkt ab.

Aktuelle Tourismusdaten zeigen, dass sich die Besucherzahlen allmählich gleichmäßiger über das Jahr verteilen. Für Urlauber kann das angenehmere Temperaturen und weniger Gedränge bedeuten. Für Hotels, Restaurants und andere touristische Betriebe verlängert sich dagegen die Saison.

Juli und August verlieren langsam ihre Sonderstellung

Der spanische Tourismus konzentriert sich weiterhin stark auf den Sommer. Die Zahlen zeigen jedoch eine klare Verschiebung. Nach einer Auswertung von EL PAÍS entfielen 2022 noch 35,5 Prozent der jährlichen internationalen Ankünfte auf Juni, Juli und August.

2023 sank der Anteil auf 33,6 Prozent, 2024 auf 33,1 Prozent und 2025 schließlich auf 32,8 Prozent. Der Rückgang wirkt auf den ersten Blick klein. Angesichts der insgesamt sehr hohen Besucherzahlen bedeutet er aber, dass sich Millionen Reisen in andere Monate verschieben.

Auch die Entwicklung im Jahr 2026 passt zu diesem Bild. Im Mai überschritt Spanien erstmals die Marke von 10 Millionen internationalen Gästen. Die Hotelübernachtungen stiegen in diesem Monat um 2,5 Prozent. Im Juni gingen sie dagegen um 1 Prozent zurück, während der Juli nur ein geringes Wachstum von 0,3 Prozent erreichte.

September wird für Spanienurlauber attraktiver

Besonders stark gewinnt der September. Auswertungen von Reisebuchungen zeigen, dass der Monat gegenüber Juni aufholt. Auch der Oktober legt zu, wenn auch von einem deutlich niedrigeren Ausgangsniveau.

Das hat mehrere Gründe. Im September herrschen an vielen spanischen Küsten noch sommerliche Bedingungen. Das Meer ist warm, zahlreiche Hotels und Restaurants sind geöffnet und die Tage bleiben lang. Gleichzeitig enden in vielen europäischen Ländern die Schulferien, wodurch der Andrang häufig etwas nachlässt.

Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede. An der Costa del Sol, auf Mallorca, an der Costa Blanca oder auf den Kanaren können Hotels auch im September sehr gut ausgelastet sein. In beliebten Ferienorten sind daher weder niedrige Preise noch leere Strände garantiert.

Hohe Preise verändern die Reiseplanung

Ein wesentlicher Grund für die Verlagerung sind die gestiegenen Kosten der Hochsaison. Die durchschnittlichen Hotelpreise überschritten im Sommer zeitweise 156 Euro pro Zimmer. Hinzu kamen höhere Flugpreise.

Viele Reisende reagieren darauf, indem sie ihren Urlaub vorziehen, nach hinten verschieben oder mehrere kürzere Reisen anstelle eines langen Sommerurlaubs unternehmen. Besonders Haushalte, die nicht an Schulferien gebunden sind, können dadurch bei Flug und Unterkunft sparen.

Auch für deutsche Rentner, Zweitwohnungsbesitzer und Menschen, die zeitweise aus dem Ausland arbeiten, sind Mai, September und Oktober interessant. Sie können besonders stark von einer flexibleren Reiseplanung profitieren.

Hitze und überfüllte Reiseziele spielen ebenfalls eine Rolle

Neben den Preisen beeinflussen extreme Temperaturen die Reiseentscheidung. Spanien hat in den vergangenen Jahren wiederholt ungewöhnlich intensive und lange Hitzeperioden erlebt. Im Landesinneren und in Teilen Südspaniens werden im Juli und August regelmäßig Werte von deutlich über 40 Grad erreicht.

Für ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern und Personen mit Vorerkrankungen kann eine Reise im Frühjahr oder Herbst deshalb angenehmer sein. Auch Stadtbesichtigungen, Wanderungen und längere Ausflüge lassen sich bei moderateren Temperaturen leichter unternehmen.

Hinzu kommt die Überlastung stark gefragter Reiseziele. Volle Straßen, knappe Parkplätze, ausgebuchte Sehenswürdigkeiten und eine hohe Nachfrage nach Mietwagen oder Restaurants mindern für manche Gäste die Urlaubsqualität. Der Wunsch nach weniger Gedränge fördert ebenfalls Reisen außerhalb des Hochsommers.

Deutsche Gäste sind für die verlängerte Saison wichtig

Der deutsche Markt spielt bei dieser Entwicklung eine besondere Rolle. Nach Angaben der mallorquinischen Hotelwirtschaft verteilen deutsche Gäste ihre Reisen stärker über das Jahr als manche anderen Herkunftsmärkte.

Auf Mallorca, den Kanaren und an den Festlandsküsten versuchen Hotels deshalb, länger geöffnet zu bleiben. Auf Mallorca waren vor der Pandemie lediglich rund 5 Prozent der Hotelkapazitäten ganzjährig verfügbar. Inzwischen liegt der Anteil nach Angaben des Branchenverbands bei ungefähr 20 Prozent.

Eine längere Saison kann Arbeitsplätze stabilisieren und die Abhängigkeit von wenigen Sommerwochen verringern. Sie kann allerdings auch dazu führen, dass stark belastete Regionen über einen größeren Teil des Jahres mit hohem Besucheraufkommen umgehen müssen.

Was Urlauber bei der Reiseplanung beachten sollten

Die Nebensaison bietet Chancen, ist aber kein allgemeines Sparversprechen. Flugpreise, Hotelkosten und Auslastung hängen von der Region, Feiertagen, Veranstaltungen und dem Buchungszeitpunkt ab.

Wer im Mai, September oder Oktober reisen möchte, sollte deshalb:

  • Preise verschiedener Reisetage vergleichen,
  • regionale Feiertage und Großveranstaltungen prüfen,
  • bei Fähr- oder Flugreisen frühzeitig reservieren,
  • sich über saisonale Öffnungszeiten informieren,
  • bei Reisen im Herbst das regionale Wetter berücksichtigen.

Auf dem spanischen Festland kann das Wetter im Oktober bereits wechselhafter sein. Auf den Kanaren bleibt es dagegen meist deutlich länger warm. Auch zwischen Nordspanien, dem Mittelmeerraum und Andalusien bestehen große klimatische Unterschiede. Eine Übersicht über die Reisegebiete finden Sie in unseren Regionen im Überblick.

Fazit

Juli und August bleiben die wichtigsten Reisemonate Spaniens. Ihre überragende Stellung nimmt jedoch langsam ab. Hohe Preise, extreme Hitze und überfüllte Ferienorte führen dazu, dass Mai, September und Oktober stärker nachgefragt werden.

Für deutsche Urlauber kann die Verschiebung mehr Auswahl und angenehmere Reisebedingungen bringen. Gleichzeitig müssen sich viele spanische Reiseziele darauf einstellen, dass die touristische Belastung nicht mehr nur auf wenige Hochsommerwochen beschränkt bleibt. Weitere Meldungen dazu finden Sie unter Aktuelle Nachrichten aus Spanien.

Quelle

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 06. September 2026

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