Spanienurlaub verschiebt sich: Mai und September werden wichtiger

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
- Juli und August verlieren langsam ihre Sonderstellung
- September wird für Spanienurlauber attraktiver
- Hohe Preise verändern die Reiseplanung
- Hitze und überfüllte Reiseziele spielen ebenfalls eine Rolle
- Deutsche Gäste sind für die verlängerte Saison wichtig
- Was Urlauber bei der Reiseplanung beachten sollten
- Fazit
Spanien bleibt eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Doch die klassische Hochsaison verändert sich. Immer mehr Urlauber meiden die besonders teuren, heißen und stark ausgelasteten Monate Juli und August und reisen stattdessen im Mai, September oder Oktober.
Aktuelle Tourismusdaten zeigen, dass sich die Besucherzahlen allmählich gleichmäßiger über das Jahr verteilen. Für Urlauber kann das angenehmere Temperaturen und weniger Gedränge bedeuten. Für Hotels, Restaurants und andere touristische Betriebe verlängert sich dagegen die Saison.
Juli und August verlieren langsam ihre Sonderstellung
Der spanische Tourismus konzentriert sich weiterhin stark auf den Sommer. Die Zahlen zeigen jedoch eine klare Verschiebung. Nach einer Auswertung von EL PAÍS entfielen 2022 noch 35,5 Prozent der jährlichen internationalen Ankünfte auf Juni, Juli und August.
2023 sank der Anteil auf 33,6 Prozent, 2024 auf 33,1 Prozent und 2025 schließlich auf 32,8 Prozent. Der Rückgang wirkt auf den ersten Blick klein. Angesichts der insgesamt sehr hohen Besucherzahlen bedeutet er aber, dass sich Millionen Reisen in andere Monate verschieben.
Auch die Entwicklung im Jahr 2026 passt zu diesem Bild. Im Mai überschritt Spanien erstmals die Marke von 10 Millionen internationalen Gästen. Die Hotelübernachtungen stiegen in diesem Monat um 2,5 Prozent. Im Juni gingen sie dagegen um 1 Prozent zurück, während der Juli nur ein geringes Wachstum von 0,3 Prozent erreichte.
September wird für Spanienurlauber attraktiver
Besonders stark gewinnt der September. Auswertungen von Reisebuchungen zeigen, dass der Monat gegenüber Juni aufholt. Auch der Oktober legt zu, wenn auch von einem deutlich niedrigeren Ausgangsniveau.
Das hat mehrere Gründe. Im September herrschen an vielen spanischen Küsten noch sommerliche Bedingungen. Das Meer ist warm, zahlreiche Hotels und Restaurants sind geöffnet und die Tage bleiben lang. Gleichzeitig enden in vielen europäischen Ländern die Schulferien, wodurch der Andrang häufig etwas nachlässt.
Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede. An der Costa del Sol, auf Mallorca, an der Costa Blanca oder auf den Kanaren können Hotels auch im September sehr gut ausgelastet sein. In beliebten Ferienorten sind daher weder niedrige Preise noch leere Strände garantiert.
Hohe Preise verändern die Reiseplanung
Ein wesentlicher Grund für die Verlagerung sind die gestiegenen Kosten der Hochsaison. Die durchschnittlichen Hotelpreise überschritten im Sommer zeitweise 156 Euro pro Zimmer. Hinzu kamen höhere Flugpreise.
Viele Reisende reagieren darauf, indem sie ihren Urlaub vorziehen, nach hinten verschieben oder mehrere kürzere Reisen anstelle eines langen Sommerurlaubs unternehmen. Besonders Haushalte, die nicht an Schulferien gebunden sind, können dadurch bei Flug und Unterkunft sparen.
Auch für deutsche Rentner, Zweitwohnungsbesitzer und Menschen, die zeitweise aus dem Ausland arbeiten, sind Mai, September und Oktober interessant. Sie können besonders stark von einer flexibleren Reiseplanung profitieren.
Hitze und überfüllte Reiseziele spielen ebenfalls eine Rolle
Neben den Preisen beeinflussen extreme Temperaturen die Reiseentscheidung. Spanien hat in den vergangenen Jahren wiederholt ungewöhnlich intensive und lange Hitzeperioden erlebt. Im Landesinneren und in Teilen Südspaniens werden im Juli und August regelmäßig Werte von deutlich über 40 Grad erreicht.
Für ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern und Personen mit Vorerkrankungen kann eine Reise im Frühjahr oder Herbst deshalb angenehmer sein. Auch Stadtbesichtigungen, Wanderungen und längere Ausflüge lassen sich bei moderateren Temperaturen leichter unternehmen.
Hinzu kommt die Überlastung stark gefragter Reiseziele. Volle Straßen, knappe Parkplätze, ausgebuchte Sehenswürdigkeiten und eine hohe Nachfrage nach Mietwagen oder Restaurants mindern für manche Gäste die Urlaubsqualität. Der Wunsch nach weniger Gedränge fördert ebenfalls Reisen außerhalb des Hochsommers.
Deutsche Gäste sind für die verlängerte Saison wichtig
Der deutsche Markt spielt bei dieser Entwicklung eine besondere Rolle. Nach Angaben der mallorquinischen Hotelwirtschaft verteilen deutsche Gäste ihre Reisen stärker über das Jahr als manche anderen Herkunftsmärkte.
Auf Mallorca, den Kanaren und an den Festlandsküsten versuchen Hotels deshalb, länger geöffnet zu bleiben. Auf Mallorca waren vor der Pandemie lediglich rund 5 Prozent der Hotelkapazitäten ganzjährig verfügbar. Inzwischen liegt der Anteil nach Angaben des Branchenverbands bei ungefähr 20 Prozent.
Eine längere Saison kann Arbeitsplätze stabilisieren und die Abhängigkeit von wenigen Sommerwochen verringern. Sie kann allerdings auch dazu führen, dass stark belastete Regionen über einen größeren Teil des Jahres mit hohem Besucheraufkommen umgehen müssen.
Was Urlauber bei der Reiseplanung beachten sollten
Die Nebensaison bietet Chancen, ist aber kein allgemeines Sparversprechen. Flugpreise, Hotelkosten und Auslastung hängen von der Region, Feiertagen, Veranstaltungen und dem Buchungszeitpunkt ab.
Wer im Mai, September oder Oktober reisen möchte, sollte deshalb:
- Preise verschiedener Reisetage vergleichen,
- regionale Feiertage und Großveranstaltungen prüfen,
- bei Fähr- oder Flugreisen frühzeitig reservieren,
- sich über saisonale Öffnungszeiten informieren,
- bei Reisen im Herbst das regionale Wetter berücksichtigen.
Auf dem spanischen Festland kann das Wetter im Oktober bereits wechselhafter sein. Auf den Kanaren bleibt es dagegen meist deutlich länger warm. Auch zwischen Nordspanien, dem Mittelmeerraum und Andalusien bestehen große klimatische Unterschiede.
Fazit
Juli und August bleiben die wichtigsten Reisemonate Spaniens. Ihre überragende Stellung nimmt jedoch langsam ab. Hohe Preise, extreme Hitze und überfüllte Ferienorte führen dazu, dass Mai, September und Oktober stärker nachgefragt werden.
Für deutsche Urlauber kann die Verschiebung mehr Auswahl und angenehmere Reisebedingungen bringen. Gleichzeitig müssen sich viele spanische Reiseziele darauf einstellen, dass die touristische Belastung nicht mehr nur auf wenige Hochsommerwochen beschränkt bleibt.
Quelle
EL PAÍS – „Viajar fuera de temporada alta: los precios, la masificación y el clima cambian el turismo“
https://elpais.com/economia/Instituto Nacional de Estadística – Gasto turístico internacional, julio 2026
https://www.ine.es/dyngs/INEbase/es/operacion.htm?c=Estadistica_C&cid=1254736177002
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Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 06. September 2026
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