Kanaren: Rund 211.000 Wohnungen stehen leer
Auf den Kanaren sind rund 211.000 Wohnungen geschlossen und unbewohnt. Zugleich warten mehr als 34.000 Menschen auf eine Sozialwohnung.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Auf den Kanaren stehen nach Angaben der Regionalregierung rund 211.000 Wohnungen leer. Gleichzeitig sind mehr als 34.000 Menschen im öffentlichen Register für eine Sozialwohnung vorgemerkt.
Die Zahlen verdeutlichen den Kontrast zwischen Leerstand und wachsender Wohnungsnot. Besonders in der Provinz Las Palmas, zu der Gran Canaria gehört, ist das Problem groß.

Leerstand in beiden Provinzen
Von den rund 211.000 geschlossenen Wohnungen entfallen 110.000 auf die Provinz Santa Cruz de Tenerife. In der Provinz Las Palmas sind es 101.000 Immobilien.
Die Statistik unterscheidet in den genannten Zahlen nicht zwischen einzelnen Inseln. Daher lässt sich daraus nicht ablesen, wie viele dieser Wohnungen konkret auf Gran Canaria liegen.
Rechtliche Grundlage besteht seit Jahren
Das kanarische Wohnungsrecht enthält bereits ein Verfahren, um unbewohnte Wohnungen zu identifizieren. Die einschlägigen Regeln finden sich in den Kapiteln 80 bis 98 des Wohnungsplans der Kanaren.
Die Behörden können dabei Informationen von Versorgungsunternehmen, Gemeinden und Finanzinstituten einholen. Zudem ist ein eigenes Register für leer stehende Wohnungen vorgesehen.
Der rechtliche Rahmen ermöglicht auch Maßnahmen gegen juristische Personen, die Wohnungen zu spekulativen Zwecken leer halten. Dazu können etwa Unternehmen und andere Organisationen mit eigenständiger Rechtspersönlichkeit zählen.
Kritik an geringer Umsetzung
Die Grundlage dafür existiert seit Langem. Das kanarische Wohnungsgesetz wurde vor mehr als 20 Jahren verabschiedet. Vor mehr als einem Jahrzehnt wurden die Vorschriften zu unbewohnten Wohnungen zusätzlich verschärft.
Dennoch sind bislang kaum wirksame und öffentlich sichtbare Maßnahmen bekannt. Kritisiert wird deshalb nicht das Fehlen rechtlicher Instrumente, sondern deren geringe Anwendung.
Die Verantwortung betrifft mehrere Regionalregierungen. Sowohl die politischen Kräfte, die das Gesetz eingeführt haben, als auch spätere Regierungen müssten erklären, weshalb die Regeln nicht entschlossener umgesetzt wurden.
Mehr als 34.000 Menschen suchen Sozialwohnungen
Im öffentlichen Register für geschützten Wohnraum auf den Kanaren stehen mehr als 34.000 Bewerber für eine Sozialwohnung. Diese Zahl erfasst nur die registrierte Nachfrage in diesem Bereich und nicht den gesamten Bedarf auf dem freien Wohnungsmarkt.
Eine konsequentere Erfassung leerer Immobilien könnte helfen, einen Teil des vorhandenen Bestands wieder für Vermietung oder Verkauf verfügbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Wohnungen großer Eigentümer und juristischer Personen.
Der Beitrag kritisiert außerdem das Dekret 23/2026 vom 9. März. Es verlangt eine Aufenthaltsdauer von zwölf Jahren. Derecho al Techo und das Observatorio DESCA haben das Dekret am 19. Mai 2026 gemeinsam vor dem Obersten Gerichtshof der Kanaren, dem TSJC, angefochten.
Bedeutung für Wohnungssuchende
Für Menschen auf Gran Canaria bedeutet die Leerstandsstatistik zunächst keine kurzfristige Entlastung. Weder eine konkrete Zahl verfügbarer Wohnungen auf der Insel noch ein Zeitplan zur Aktivierung des Bestands wurden genannt.
Entscheidend wäre, ob die Regionalregierung das vorgesehene Register tatsächlich ausbaut und die bestehenden Prüfverfahren nutzt. Erst dann könnten unbewohnte Immobilien großer Eigentümer gezielt erfasst und möglicherweise wieder dem Wohnungsmarkt zugeführt werden.
Quelle
Canarias Ahora (elDiario.es) – „El Plan de Viviendas de Canarias y los inmuebles deshabitados y cerrados“
https://www.eldiario.es/canariasahora/opinion/plan-viviendas-canarias-inmuebles-deshabitados-cerrados_132_13421207.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 02. August 2026
Unsere Redaktionsleitlinien