Meliá-Chef Escarrer fordert Ende illegaler Ferienwohnungen

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Der Chef der größten spanischen Hotelkette Meliá, Gabriel Escarrer, fordert von der nächsten spanischen Regierung ein hartes Vorgehen gegen illegale Ferienwohnungen. Das sagte er in einem Interview mit der Zeitung El País, das am 10. Oktober 2026 erschien. Es handelt sich um die Position eines Unternehmers. Eine neue Regel oder ein Gesetzesvorhaben folgt daraus nicht.
Das Gespräch fand am Rande des Gipfels des Weltreise- und Tourismusrats WTTC in Valletta auf Malta statt. Escarrer ist Präsident und Vorstandschef von Meliá. Das Unternehmen betreibt nach Angaben von El País in Spanien 157 Häuser mit 37.228 Zimmern. Der vollständige Interviewtext lag uns nicht frei zugänglich vor. Die folgenden Aussagen stammen aus dem öffentlich zugänglichen Einstieg des Artikels und aus der Ankündigung der Zeitung.
Was Escarrer fordert
Escarrer will, dass die Regierung, die aus der Parlamentswahl am 29. November hervorgeht, den aus seiner Sicht ausufernden Markt für Ferienwohnungen in den Griff bekommt. Er spricht von einem „desmadre“, also einem Durcheinander. Wörtlich sagte er laut El País sinngemäß: Weil der Zugang zu Wohnraum das größte Problem der Bürger sei, habe die neue Regierung eine einmalige Gelegenheit, die touristische Vermietung zu regulieren und illegale Ferienvermietung entschieden zu beseitigen.
Nach der Zusammenfassung von El País hält Escarrer das für die einzige kurzfristig wirksame Lösung, um die Wohnungskrise zu lindern. Eine besonders große Wirkung erwartet er demnach davon, Tausende illegale Ferienwohnungen von den Buchungsplattformen zu entfernen. Zudem wirft er den Autonomen Gemeinschaften vor, nicht genug Willen zu zeigen, die geltenden Gesetze durchzusetzen.
Eine Linie, die er schon länger vertritt
Neu ist die Haltung nicht. Bereits zum Welttourismustag Ende September hatte Escarrer laut Europa Press Obergrenzen für Touristen „per Dekret“ und höhere Touristenabgaben abgelehnt. Den Tourismus bezeichnete er damals als „Sündenbock“ für strukturelle Defizite der Reiseziele, etwa bei Infrastruktur, Verkehr und Wohnraum. Als eigentliche Ursache der Überlastung nannte er die unkontrollierte Ausbreitung nicht regulierter Ferienvermietung.
Einordnung: Interessen und Fakten
Bei der Bewertung lohnt ein Blick auf die Interessenlage. Hotelketten und private Ferienwohnungen konkurrieren um dieselben Urlauber. Eine strengere Kontrolle der Ferienwohnungen käme der Hotellerie wirtschaftlich zugute. Das macht die Forderung nicht falsch, ordnet sie aber ein.
Wie stark illegale Ferienwohnungen die Wohnungsnot tatsächlich verschärfen und wie viele Wohnungen durch ihre Schließung frei würden, belegt das Interview nicht mit eigenen Zahlen. Escarrers Einschätzung, dies sei die einzige kurzfristige Lösung, ist eine Meinung. Andere Akteure setzen auf mehr Neubau oder Eingriffe in den Mietmarkt.
Gegen illegale Angebote gehen die Behörden schon heute vor. Wie das aussehen kann, zeigt unser Bericht über mehr als 86.000 gelöschte Ferienwohnungsangebote aus dem Februar. Auch einzelne Städte schränken das Angebot ein. In Madrid etwa ging die Zahl der Ferienwohnungsplätze nach einem Jahr des Plans Reside zurück, wie unser Artikel zu den Ferienwohnungen in Madrid zeigt.
Was das für dich bedeutet
Für Urlauber ändert sich durch das Interview nichts. Wer eine Ferienwohnung bucht, sollte aber schon heute darauf achten, dass das Angebot eine gültige Registrierungsnummer ausweist. Bei illegalen Angeboten droht im schlimmsten Fall eine kurzfristige Stornierung.
Für Eigentümer, die vermieten, gilt: Die Regeln setzen in Spanien vor allem die Regionen und Gemeinden. Was du für eine legale Vermietung brauchst, erklärt unser Ratgeber zur Lizenz für Ferienwohnungen in Spanien. Ob die künftige Regierung strengere Regeln beschließt, entscheidet sich frühestens nach der Wahl am 29. November.
Quellen dieses Artikels:
El País – „Gabriel Escarrer (Meliá): “El nuevo Gobierno tiene que acabar con los pisos turísticos ilegales”“
https://elpais.com/economia/2026-10-10/escarrer-melia-el-nuevo-gobierno-tiene-que-acabar-con-los-pisos-turisticos-ilegales.html
Europa Press – „Escarrer (Meliá) rechaza limitar el turismo "por decreto" y culpa al alquiler ilegal de la saturación“
https://www.europapress.es/economia/noticia-escarrer-melia-rechaza-limitar-turismo-decreto-culpa-alquiler-ilegal-saturacion-20260925141630.html
Ratgeber zum Thema
Hintergrund und Praxiswissen, das über die aktuelle Meldung hinausgeht.
Wohnen in Spanien: Miete, Kauf und Wohnungssuche
Wie Wohnungssuche, Mietvertrag und Immobilienkauf in Spanien wirklich ablaufen.
Finanzen und Steuern in Spanien
Bankkonto, Steuerpflicht, Abgaben und laufende Kosten im Überblick.
Behörden und Recht in Spanien
NIE, Meldebescheinigung, Aufenthalt und die wichtigsten Behördengänge.
Reise-Guide Spanien
Regionen, Orte und praktische Tipps für Urlaub und Ausflüge in Spanien.
Quelle
El País – „Gabriel Escarrer (Meliá): “El nuevo Gobierno tiene que acabar con los pisos turísticos ilegales”“
https://elpais.com/economia/2026-10-10/escarrer-melia-el-nuevo-gobierno-tiene-que-acabar-con-los-pisos-turisticos-ilegales.htmlEuropa Press – „Escarrer (Meliá) rechaza limitar el turismo "por decreto" y culpa al alquiler ilegal de la saturación“
https://www.europapress.es/economia/noticia-escarrer-melia-rechaza-limitar-turismo-decreto-culpa-alquiler-ilegal-saturacion-20260925141630.html
Redaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 10. Oktober 2026
Unsere RedaktionsleitlinienArtikel teilen
Kennst du jemanden, für den dieser Beitrag interessant ist?
Die Spanien-Woche – jeden Sonntag kostenlos im Posteingang
Verpasse keine wichtige Nachricht mehr: Jeden Sonntag senden wir dir die wichtigsten Meldungen aus Spanien. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Ähnliche Artikel

Madrid will Steuern beim Wohnungskauf für unter 40-Jährige senken
Die Comunidad de Madrid plant für 2027 niedrigere Sätze bei ITP und AJD für Käufer unter 40 Jahren. Angekündigt ist das, beschlossen noch nicht. Was bekannt ist und was offen bleibt.

Gran tenedor: Ab wann gilt man in Spanien als Großvermieter?
Wer gilt in Spanien rechtlich als gran tenedor? Die Definition im Wohnungsgesetz, die Sonderregel in angespannten Wohngebieten und warum mehrere Wohnungen nicht automatisch reichen.

Löhne in Spanien seit 2012: Mehr Kaufkraft, aber Wohnen fast doppelt so teuer
Seit dem letzten Generalstreik 2012 sind die Löhne in Spanien um 37 bis 40 Prozent gestiegen, die Preise um gut 29 Prozent. Kaufpreise und Mieten legten deutlich stärker zu.
