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Marbella beschließt neuen Stadtentwicklungsplan nach LISTA

Von Redaktion Spanienleben.de
Blick auf dicht bebaute Wohnviertel und Grünflächen in Marbella an der Costa del Sol

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Marbella will am 18. September seinen neuen kommunalen Stadtentwicklungsplan endgültig beschließen. Damit wäre die Stadt die erste Gemeinde Andalusiens, die ihre Planung an das Raumordnungsgesetz LISTA anpasst. Der PGOM ersetzt die noch geltende Planung aus dem Jahr 1986. Er soll vor allem mehr Rechtssicherheit schaffen und wichtige Bau- und Infrastrukturprojekte ermöglichen.

Entscheidung im außerordentlichen Stadtrat

Der Stadtrat von Marbella soll den Plan General de Ordenación Municipal, kurz PGOM, am Freitag, 18. September, endgültig verabschieden. Dafür ist eine außerordentliche Sitzung angesetzt. Mit diesem Schritt würde Marbella als erste Gemeinde Andalusiens ihre kommunale Planung an die Ley de Impulso para la Sostenibilidad del Territorio de Andalucía, kurz LISTA, anpassen.

Der neue Plan löst die bislang geltende Stadtplanung aus dem Jahr 1986 ab. Bürgermeisterin Ángeles Muñoz bezeichnete den Abschluss deshalb als unverzichtbar für Marbella. Die Verabschiedung des neuen Planungsrahmens sei ein vorrangiges Ziel der laufenden Amtszeit gewesen.

Mehr als 60 Fachberichte im Verfahren

Nach Angaben der Stadt entstand der PGOM in einem breiten Beteiligungsverfahren. Berufsverbände, weitere Organisationen und Einwohner aus den verschiedenen Stadtbezirken wurden einbezogen. Zudem waren mehr als 60 sektorale Fachberichte erforderlich.

Die zuständige Generaldirektion der andalusischen Regionalregierung hatte im Februar 2026 ihren letzten positiven Bericht abgegeben. Anschließend arbeiteten die Fachleute der Stadt und der Junta de Andalucía weiter an dem Verfahren. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe kam dafür achtmal zusammen.

Die andalusische Ministerin für Wohnen, Jugend und Raumordnung, Rocío Díaz, hob die Zusammenarbeit mit der Stadt hervor. Nach ihrer Einschätzung soll der neue Plan vor allem Rechtssicherheit im Städtebau herstellen. Marbella könne damit zugleich als Beispiel für andere Gemeinden dienen, die ihre Planung ebenfalls an LISTA anpassen wollen.

Stadtfläche wächst auf 53 Millionen Quadratmeter

Eine zentrale Änderung betrifft die als städtisch eingestufte Fläche. Im Plan von 1986 umfasst sie rund 40 Millionen Quadratmeter. Mit dem neuen PGOM soll sie auf 53 Millionen Quadratmeter steigen.

Die Erweiterung soll den Rahmen für zusätzliche Infrastruktur, öffentliche Einrichtungen, Grünflächen und Wohnungsbau schaffen. Die Stadt verbindet damit auch das Ziel, mehr Wohnraum für junge Menschen und Beschäftigte bereitzustellen. Gerade Arbeitnehmer in Marbella hätten häufig Schwierigkeiten, auf dem angespannten Mietmarkt eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Zu den strategischen Vorhaben, die durch den neuen Plan vorangebracht werden sollen, zählt die neue Ciudad de la Justicia. Auch weitere Infrastrukturprojekte und Verbesserungen des Straßennetzes sollen einen planungsrechtlichen Rahmen erhalten. Welche Projekte wann umgesetzt werden, ergibt sich jedoch nicht allein aus dem Grundsatzbeschluss.

Was der PGOM für Eigentümer und Bauherren bedeutet

Für Immobilienbesitzer und Investoren ist vor allem die angekündigte größere Rechtssicherheit wichtig. Der PGOM legt den übergeordneten Rahmen für die Nutzung und Entwicklung von Flächen fest. Dadurch können sich die planungsrechtlichen Voraussetzungen für Grundstücke, Neubauten und Erweiterungen verändern.

Der Beschluss bedeutet jedoch nicht, dass jedes Bauvorhaben automatisch genehmigungsfähig wird. Auch bestehende Gebäude werden dadurch nicht pauschal legalisiert. Entscheidend bleiben die Einstufung des jeweiligen Grundstücks, die konkreten Vorgaben für das Gebiet sowie weitere Genehmigungen und Fachvorschriften.

Eigentümer mit offenen Legalisierungsfragen oder geplanten Umbauten sollten daher die Unterlagen für ihr konkretes Grundstück prüfen lassen. Das gilt ebenso vor einem Immobilienkauf. Erst ein Abgleich mit dem endgültig beschlossenen Plan zeigt, ob sich die Ausgangslage im Einzelfall verbessert, verschlechtert oder unverändert bleibt.

Neuer Rahmen für Marbellas künftige Entwicklung

Der PGOM soll die Planung stärker an die heutige Realität Marbellas anpassen. Seit 1986 sind Bevölkerung, Bebauung und Anforderungen an Verkehr, Wohnen und öffentliche Einrichtungen deutlich gewachsen. Die Stadt erwartet von dem neuen Modell mehr Flexibilität bei ihrer weiteren Entwicklung.

Mit der endgültigen Zustimmung am 18. September wäre der politische Beschluss gefasst. Für Eigentümer, Bauherren und Käufer beginnt damit vor allem eine Phase der genauen Prüfung. Maßgeblich ist nicht nur, dass ein neuer Plan besteht, sondern welche Festsetzungen er für das jeweilige Grundstück und Vorhaben enthält.

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 10. September 2026

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