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Aktuelle Nachrichten10. September 2026

Betrug bei Reisebuchungen in Spanien: So erkennen Sie falsche Angebote

Von Redaktion Spanienleben.de
Reisende prüft auf einem Smartphone ein Online-Angebot für eine Ferienwohnung in Spanien.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Mit dem Tourismusboom wächst in Spanien das Risiko betrügerischer Reisebuchungen. Kriminelle werben mit kopierten Ferienwohnungen, täuschend echten Buchungsseiten und erfundenen Hotels. Häufig verlangen sie eine schnelle Zahlung per Bizum oder Überweisung. Polizei und Verbraucherschützer raten deshalb zu sorgfältigen Kontrollen vor jeder Buchung.

Gefälschte Unterkünfte locken mit günstigen Preisen

In der Hauptreisezeit suchen viele Menschen kurzfristig nach einer Ferienwohnung oder einem Hotelzimmer. Genau diesen Zeitdruck nutzen Betrüger aus. Sie veröffentlichen attraktive Inserate mit Preisen, die deutlich unter dem üblichen Niveau am jeweiligen Urlaubsort liegen.

Die Bilder stammen häufig aus echten Anzeigen. Die angebotene Wohnung existiert jedoch nicht oder gehört einer anderen Person. Besonders im Visier stehen Familien mit kurzfristigen Urlaubsplänen, Besucher von Festivals und Menschen, die neu in eine Stadt ziehen.

Nach dem ersten Kontakt verlagert sich die Kommunikation oft auf WhatsApp. Dort drängen angebliche Vermieter zu einer schnellen Entscheidung, weil es viele weitere Interessenten gebe. Manipulierte Ausweiskopien, erfundene Mietverträge und kurze Videoanrufe sollen zusätzliche Glaubwürdigkeit schaffen.

Nach dem Bezahlen bricht der Kontakt ab

Ist das Vertrauen hergestellt, verlangen die Täter eine Reservierungsgebühr oder eine Monatsmiete im Voraus. Bezahlt werden soll häufig per Bizum oder Überweisung auf wechselnde Konten. Sobald das Geld eingegangen ist, wird die Telefonnummer blockiert und der vermeintliche Vermieter verschwindet.

Wie groß der Schaden werden kann, zeigt eine Operation der Policía Nacional in Zaragoza vom 6. Mai. Dabei wurden zwei Personen festgenommen. Nach Angaben der Ermittler wurden mehr als 21.800 Euro erbeutet und mindestens 33 Opfer identifiziert. Die tatsächliche Zahl könnte höher liegen, weil nicht alle Betroffenen Anzeige erstatten.

Die Gruppe soll falsche Identitäten und auf Dritte registrierte Telefonnummern genutzt haben. Das Geld floss über Konten sogenannter Finanzagenten. Dadurch sollte seine Spur verschleiert werden.

Auch bekannte Buchungsportale werden nachgebaut

Die Guardia Civil warnte am 21. Juli zudem vor Hunderten Internetseiten, die bekannte Buchungsplattformen wie Booking nachahmen. Die Fälschungen übernehmen Gestaltung, Farben und vermeintliche Bewertungen. Auf den ersten Blick können sie deshalb wie das Original wirken.

Auf dem Smartphone ist die Gefahr besonders groß. Der kleine Bildschirm erschwert es, die vollständige Internetadresse zu kontrollieren. Ein Schloss-Symbol und „https“ sind zwar wichtig, beweisen allein aber noch nicht, dass ein Angebot seriös ist.

Ein entscheidendes Warnsignal ist die Aufforderung, außerhalb der offiziellen Plattform zu bezahlen. Damit können Schutzmechanismen des Portals entfallen. Auch Ausreden gegen eine Besichtigung, hektische Videoanrufe oder eine direkte Weigerung, die Unterkunft zu zeigen, sollten misstrauisch machen.

So lässt sich eine Buchung besser absichern

Vor dem Bezahlen sollten Reisende die genaue Webadresse, die Identität des Vermieters und möglichst auch die tatsächliche Zuordnung der Unterkunft prüfen. Ungewöhnlich günstige Angebote verdienen besondere Aufmerksamkeit. Verträge sollten vollständig gelesen und auf widersprüchliche Angaben untersucht werden.

Bei einem unbekannten Anbieter ist eine Kredit- oder Debitkartenzahlung meist günstiger als eine Überweisung. Bei einer nicht erbrachten Leistung oder einem betrügerischen Umsatz kann die Bank unter Umständen eine Rückbuchung prüfen. Eine abgeschlossene Überweisung ist ohne Mitwirkung des Empfängers dagegen kaum zurückzuholen.

Seriöse Zahlungsvorgänge verlangen in der Regel eine zusätzliche Bestätigung, etwa per Bank-App, SMS-Code oder Fingerabdruck. Für eine einmalige Buchung sollten Kartendaten nicht dauerhaft gespeichert werden. Digitale Geldbörsen wie Apple Pay oder Google Pay geben dem Händler zudem nicht die echte Kartennummer weiter.

Vorsicht vor nachträglichen Zahlungsforderungen

Beim sogenannten Reservierungsdiebstahl kennen die Täter reale Angaben wie den Namen, den Reisezeitraum oder die Buchungsnummer. In einer Nachricht behaupten sie dann, es gebe ein Problem mit der Reservierung. Um sie aufrechtzuerhalten, sei eine weitere Zahlung nötig.

Betroffene sollten keinen Link in einer solchen Nachricht öffnen. Stattdessen empfiehlt sich ein Anruf beim Hotel oder beim Buchungsportal über die offiziell veröffentlichte Telefonnummer. Echte Buchungsdaten in einer Nachricht sind kein Beweis für deren Echtheit.

Wurde bereits bezahlt, zählt jede Stunde. Die Bank sollte sofort versuchen, die Transaktion zu stoppen oder rückgängig zu machen. Anzeigen, Nachrichten, Telefonnummern und Zahlungsbelege müssen gesichert werden. Mit diesen Unterlagen kann bei der Policía Nacional oder der Guardia Civil Anzeige erstattet werden. Die Policía Nacional ist unter 091 erreichbar.

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Hintergrund und Praxiswissen, das über die aktuelle Meldung hinausgeht.

Quelle

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 10. September 2026

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