Mallorca wirbt um Gäste aus den Emiraten und Japan

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
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Mallorcas Inselrat nimmt die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan als touristische Herkunftsmärkte stärker in den Blick. Bei der Turespaña-Tagung in Zaragoza sind Gespräche mit Vertretern der spanischen Tourismusbüros mehrerer Länder geplant. Nach Angaben des Consell geht es um einen verantwortungsvolleren und ausgewogeneren Tourismus sowie um eine stärkere Nachfrage außerhalb des Sommers. Ara Balears sieht darin ein Spannungsverhältnis zur offiziellen Botschaft der touristischen Begrenzung.
Emirate und Japan rücken in den Fokus
Der Consell de Mallorca will seine Kontakte zu touristischen Herkunftsmärkten außerhalb der klassischen europäischen Kernmärkte ausbauen. Nach einem Bericht von Ara Balears vom Montag, 19. Oktober 2026, betrachtet die Inselinstitution unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan als Märkte von strategischem Interesse für Mallorca.
Tourismusdezernent Guillem Ginard und Tomeu Ferragut, Inseldirektor für Nachfrage und Gastfreundschaft, wollen dazu mit Verantwortlichen von Turespaña für Italien, die USA, Japan und die Vereinigten Arabischen Emirate sprechen. Die Treffen sind im Rahmen der Turespaña-Tagung vorgesehen, die von Dienstag, 20. Oktober, bis Donnerstag, 22. Oktober 2026, in Zaragoza stattfindet.
Konkrete neue Flugverbindungen, buchbare Angebote oder verbindliche Vereinbarungen wurden in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Bei den Gesprächen handelt es sich zunächst um institutionelle Kontakte und die Erkundung möglicher Kooperationen.
Consell spricht von Austausch und Zusammenarbeit
In seiner Mitteilung bezeichnet der Consell das Vorhaben nicht ausdrücklich als klassische Tourismuswerbung. Die Institution spricht vielmehr von einer Strategie, die über Wissensaustausch, institutionelle Zusammenarbeit und die Analyse künftiger Branchentrends zu einem verantwortungsvolleren und nachhaltigeren Tourismusmodell beitragen solle.
Die Tagung biete nach Darstellung des Inselrats die Gelegenheit, Erfahrungen mit anderen Reisezielen auszutauschen und die Abstimmung mit dem internationalen Netz der spanischen Tourismusbüros zu stärken. Die Kontakte sollen helfen, die Besonderheiten einzelner Märkte kennenzulernen, mögliche Formen der Zusammenarbeit zu prüfen und Mallorcas internationale Positionierung auszubauen.
Der Consell verbindet dies mit der Bedeutung des Tourismus als wichtigster Wirtschaftsaktivität der Insel. Zugleich betont die Institution das Ziel eines verantwortungsvolleren, nachhaltigeren und ausgewogeneren Modells.
Mehr Nachfrage außerhalb der Sommersaison
Ginard begründet die geplante Ausrichtung vor allem mit dem Ziel, die Saison zu entzerren. Mallorca brauche eine spezialisierte Tourismuswerbung, die an die Realität und die Besonderheiten der Insel angepasst sei. Strategien anderer Reiseziele ließen sich nicht ohne Weiteres übertragen, weil Mallorca eine eigene Identität, ein besonderes Kulturerbe sowie ein spezifisches landschaftliches und kulturelles Angebot habe.
Die Anstrengungen müssten nach Ansicht des Tourismusdezernenten zunehmend auf die Nebensaison und Monate mit geringerer Aktivität ausgerichtet werden. Ziel sei es, Mallorca das ganze Jahr über als attraktives Reiseziel zu etablieren. Eine stärkere Verteilung der Nachfrage über das Jahr sei aus seiner Sicht entscheidend, um wirtschaftliche Möglichkeiten jenseits der Sommermonate zu schaffen.
Nicht nur mehr, sondern wertschöpfendere Gäste
Ginard erklärte, es gehe nicht allein darum, mehr Besucher anzuziehen. Gewonnen werden sollten vielmehr Gäste, die zum passenden Zeitpunkt mehr Wertschöpfung erzeugten. Als Bestandteile dieses Angebots nannte er Kultur, lokale Produkte, Kulturerbe, Authentizität und Erlebnisse, die mit der Identität Mallorcas verbunden sind.
Damit folgt der Consell einer Argumentation, die Besucherzahlen und wirtschaftlichen Nutzen voneinander unterscheidet. Wie viele zusätzliche Reisende aus den angesprochenen Märkten erwartet werden oder anhand welcher Kriterien deren Wertschöpfung bewertet werden soll, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Auch konkrete Maßnahmen speziell für Japan oder die Emirate wurden nicht genannt. Fest steht bislang lediglich, dass beide Länder zusammen mit Italien und den USA Gegenstand der Gespräche mit dem internationalen Turespaña-Netz sein sollen.
Spannung zwischen Begrenzung und Vermarktung
Ara Balears stellt die Initiative in einen kritischen Zusammenhang mit der von Institutionen wiederholt verwendeten Botschaft der touristischen Begrenzung. Nach Einordnung der Zeitung läuft die Suche nach neuen Märkten weiter, während öffentlich zugleich eine Eindämmung beziehungsweise Begrenzung des Tourismus betont werde.
Diese Bewertung stammt von Ara Balears. Der Consell selbst beschreibt die Gespräche dagegen als Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit, Ausgewogenheit und Saisonentzerrung. Die beiden Perspektiven machen eine zentrale Debatte auf Mallorca sichtbar: Einerseits sollen Belastungen reduziert und Besucherströme besser gesteuert werden, andererseits bleibt die internationale Vermarktung ein Instrument der Tourismuspolitik.
Zur Diskussion über mögliche Belastungsgrenzen gehört auch eine Studie zur Obergrenze touristischer Plätze auf Mallorca. Die nun angekündigten Gespräche sind jedoch weder eine neue Obergrenze noch eine rechtliche Regelung.
Eine Million Euro für frühere Kampagnen angekündigt
Bereits im Mai hatte der Consell angekündigt, eine Million Euro aus Mitteln der nachhaltigen Tourismusabgabe für Mallorca-Werbung auszugeben. Nach den damaligen Angaben sollten die Kampagnen in Spanien, Deutschland und Großbritannien über Presse, Zeitschriften, Radio und digitale Medien verbreitet werden.
Inselratspräsident Llorenç Galmés nannte seinerzeit ebenfalls die Saisonentzerrung als Ziel. Zudem sollte nach seinen Worten das Zusammenleben von Einwohnern und Besuchern verbessert werden. Die Förderung mallorquinischer Produkte stärke zugleich Wirtschaft und Landschaft, argumentierte Galmés.
Im September kündigte der Consell darüber hinaus an, Mallorca durch die Teilnahme am Projekt Oleoturismo España als Ziel für Olivenöltourismus zu positionieren. Davon sollten nach Darstellung der Institution unter anderem Landwirte, Produzenten, Ölmühlen und lokale Unternehmen profitieren, die Mallorcas Olivenölkultur bewahren.
Einordnung und Fazit
Die aktuellen Kontakte stehen damit in einer Reihe von Initiativen, die den Tourismus thematisch und zeitlich breiter aufstellen sollen. Ob daraus konkrete Kampagnen in Japan oder den Emiraten, Kooperationen oder eine messbar höhere Nachfrage entstehen, ist bislang offen.
Für die Region Mallorca bleibt entscheidend, wie der Inselrat das Ziel zusätzlicher Nachfrage außerhalb des Sommers mit der öffentlich vertretenen Begrenzung und den Belastungen des Tourismus vereinbart. Weitere Entwicklungen aus Politik und Gesellschaft finden sich unter Nachrichten aus Spanien.
Fazit: Mallorca richtet den Blick auf neue Fernmärkte, präsentiert die Initiative jedoch nicht als reine Wachstumskampagne, sondern als Teil einer Strategie für Nebensaison, Wertschöpfung und ein ausgewogeneres Tourismusmodell.
Quelle
Ara Balears – „A la recerca de més turistes: el Consell de Mallorca posa l'ull als Emirats Àrabs i el Japó“
https://www.arabalears.cat/societat/recerca-mes-turistes-consell-mallorca-posa-l-ull-als-emirats-arabs-japo_1_5883949.html
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Veröffentlicht am 20. Oktober 2026
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