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Mallorca und Menorca planen Fahrzeuglimits: Was sich 2027 für Autofahrer ändern könnte

Von Redaktion Spanienleben.de
Mallorca und Menorca planen Fahrzeuglimits: Was sich 2027 für Autofahrer ändern könnte

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Mallorca hat sein Konzept für weniger Fahrzeuge Ende September in Brüssel vorgestellt. Vorgesehen sind eine Begrenzung für Fahrzeuge von Nichtresidenten, eine mögliche Einfahrgebühr und eine Obergrenze für Mietwagen. Beschlossen sind diese Maßnahmen noch nicht, auch ein Starttermin und die Gebührenhöhe fehlen. Auf Menorca läuft unterdessen das parlamentarische Verfahren mit dem Ziel, im Sommer 2027 ein einsatzbereites System zu haben.

Mallorca hat seine Pläne zur Begrenzung des Fahrzeugverkehrs auf europäischer Ebene vorgestellt. Ende September erläuterte Inselratspräsident Llorenç Galmés bei den Connecting Europe Days in Brüssel ein Konzept, das Fahrzeuge von Nichtresidenten, eine mögliche Einfahrgebühr und eine Obergrenze für Mietwagen umfasst. Es handelt sich weiterhin um einen Plan, nicht um eine beschlossene Regelung. Weder ein verbindlicher Starttermin noch konkrete Kontingente oder die Höhe einer möglichen Gebühr stehen fest.

Aktualisiert am Mittwoch, 7. Oktober 2026

Mallorca stellt Fahrzeugkonzept in Brüssel vor

Nach einem Bericht des Majorca Daily Bulletin stellte Galmés das Konzept Ende September bei der Konferenz Connecting Europe Days vor. Die Veranstaltung fand vom Montag, 28. September, bis Donnerstag, 1. Oktober 2026, in Brüssel statt.

Galmés präsentierte die Überlegungen Mona Björklund, Tourismusdirektorin in der Generaldirektion Mobilität der Europäischen Kommission. Nach Angaben des Inselrats soll die Einfuhr von Fahrzeugen von Nichtresidenten begrenzt werden. Zusätzlich sind eine Gebühr und eine maximale Zahl von Mietwagen auf Mallorcas Straßen vorgesehen.

Der Inselratspräsident erklärte, die Maßnahmen würden viele europäische Besucher betreffen. Zugleich entsprächen sie europäischen Grundsätzen, die einen Ausgleich zwischen Tourismusströmen sowie ökologischer und territorialer Nachhaltigkeit anstrebten. Aus der Vorstellung bei einer europäischen Konferenz folgt jedoch keine Genehmigung oder verbindliche Umsetzung.

Fast 400.000 Fahrzeuge kamen 2023 über die Häfen

Als Begründung verwies Galmés auf fast 400.000 Fahrzeuge, die 2023 über Mallorcas Häfen auf die Insel gelangt seien. Laut der vom Inselrat angeführten Tragfähigkeitsstudie waren das 108 Prozent mehr als 2017. Galmés bezeichnete diese Größenordnung als nicht nachhaltig.

Die veröffentlichte Zahl wird in der Quelle nicht nach privaten Besucherfahrzeugen, zurückkehrenden Residentenfahrzeugen, Lieferwagen, Lastwagen oder anderen Kategorien aufgeschlüsselt. Sie darf deshalb nicht ohne weitere Daten mit der Zahl zusätzlicher Urlaubsautos gleichgesetzt werden. Belastbar ist lediglich, dass der Inselrat die Gesamtzahl der über die Häfen eingeführten Fahrzeuge als Grundlage für seine politischen Pläne nennt.

Welche Fahrzeuggruppen tatsächlich von einer künftigen Beschränkung erfasst würden, bleibt eine der zentralen offenen Fragen. Das gilt besonders für Zweitwohnungsbesitzer, Familienbesuche, beruflich notwendige Fahrten, Wohnmobile und Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Gebühr und Mietwagenobergrenze bleiben offen

Mallorcas Konzept enthält drei wesentliche Elemente: eine Begrenzung der Fahrzeuge von Nichtresidenten, eine mögliche Einfahrgebühr und eine Obergrenze für Mietwagen. Bislang wurde aber weder veröffentlicht, wie hoch die jeweiligen Kontingente ausfallen könnten, noch wie eine Reservierung oder Kontrolle organisiert würde.

Auch die Höhe der möglichen Gebühr ist nicht festgelegt. Autofahrer können daher derzeit weder konkrete Zusatzkosten kalkulieren noch verlässlich beurteilen, ob sie im Sommer 2027 vor der Fährfahrt eine Genehmigung benötigen würden. Eine Vorstellung des Konzepts ersetzt keinen Beschluss des Inselrats und keine veröffentlichte Regelung.

Die Mietwagenobergrenze ist ebenfalls nicht mit einer konkreten Zahl hinterlegt. Offen bleibt unter anderem, wie ein mögliches Kontingent auf Anbieter verteilt würde. Aus dem bisherigen Plan lassen sich deshalb keine belastbaren Aussagen über Mietwagenpreise oder die Verfügbarkeit einzelner Fahrzeugklassen ableiten.

60 Kilometer Rad- und Fußwege für 45 Millionen Euro

Neben den Zufahrtsbeschränkungen stellte Galmés in Brüssel den Plan für sogenannte civic roads vor. Der Inselrat veranschlagt dafür 45 Millionen Euro. Ziel ist ein 60 Kilometer langes Netz von Rad- und Fußwegen, das Gemeinden auf Mallorca miteinander verbinden soll.

Der Inselrat reichte das Vorhaben nach Angaben des Majorca Daily Bulletin für die Mobility Actions Awards der Europäischen Kommission ein. Diese Auszeichnungen würdigen kommunale Maßnahmen und Strategien für nachhaltige Mobilität.

Das Wegenetz ist von den geplanten Fahrzeuglimits zu unterscheiden. Die Budgetangabe und das Ausbauziel belegen weder, dass die Zufahrtsbeschränkung beschlossen ist, noch legen sie deren Beginn fest. Beide Projekte gehören nach Darstellung des Inselrats zu einer umfassenderen Strategie, den Verkehrsdruck zu verringern.

Menorca befindet sich bereits im parlamentarischen Verfahren

Auf Menorca ist der politische Prozess anders gelagert. Am Dienstag, 22. September 2026, stimmten nach Angaben von Menorca.info 46 von 56 anwesenden Abgeordneten dafür, die Änderung des Gesetzes Menorca Reserva de la Biosfera parlamentarisch zu beraten. Damit wurde das Gesetz nicht beschlossen, sondern zunächst das Verfahren eröffnet.

Der Consell Insular soll künftig jährlich oder alle zwei Jahre bestimmen können, wie viele Fahrzeuge in festgelegten Zeiträumen zugelassen werden. Als politisches Ziel wird ein einsatzbereites System für den Sommer 2027 genannt. Eine Studie aus dem Jahr 2025 empfiehlt für den Sommer eine Obergrenze von 120.000 Fahrzeugen, darunter 86.023 Fahrzeuge von Residenten. Diese Studienwerte sind keine beschlossenen Kontingente.

Im Menorca-Vorhaben sind mehrere Ausnahmen vorgesehen. Dazu zählen Fahrzeuge dort gemeldeter Personen, ein Fahrzeug pro Wohnung bei nicht auf Menorca gemeldeten Wohnungseigentümern, beruflich notwendige Fahrten sowie Fahrzeuge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Auch Einsatzfahrzeuge, öffentlicher Verkehr, Schulverkehr, Taxis, Lieferverkehr und bestimmte landwirtschaftliche oder industrielle Maschinen sollen ausgenommen werden. Die genaue Ausgestaltung und die erforderlichen Nachweise sind noch nicht abschließend geregelt.

Die Pläne beider Inseln dürfen nicht vermischt werden

Mallorca und Menorca verfolgen dasselbe grundsätzliche Ziel, nämlich den saisonalen Fahrzeugdruck zu begrenzen. Die rechtlichen Verfahren und bislang bekannten Einzelheiten unterscheiden sich jedoch. Menorcas geplante Ausnahmen lassen sich nicht auf Mallorca übertragen. Umgekehrt bedeutet Mallorcas geplante Gebühr nicht, dass auf Menorca dieselben Kosten eingeführt werden.

Als bestehendes balearisches Modell gilt die Fahrzeugzufahrt auf Formentera. Daraus folgt aber nicht, dass Mallorca oder Menorca deren Kontingente, Gebühren oder Genehmigungsverfahren übernehmen werden. Weiteren politischen Hintergrund bietet der Beitrag zur Fahrzeugobergrenze für Mallorca im Parlament.

Für Mallorca kommt ab Donnerstag, 1. Januar 2027, außerdem die zweite Phase der Umweltzone in Palma hinzu. Sie ist räumlich und rechtlich von einem inselweiten Zufahrtslimit zu unterscheiden. Welche Fahrzeuge dann in Palma betroffen sind, erläutert unser Beitrag zur zweiten Phase der Umweltzone und der B-Plakette.

Was Autofahrer für 2027 jetzt wissen können

Wer 2027 mit dem eigenen Auto, Motorrad oder Wohnmobil per Fähre nach Mallorca oder Menorca reisen möchte, sollte die weitere Entwicklung verfolgen. Noch gibt es für die beschriebenen neuen Inselbeschränkungen keine veröffentlichten Buchungsverfahren, keine endgültigen Kontingente und keine belastbaren Gebührenangaben.

Eine frühzeitige Fährbuchung garantiert deshalb nicht automatisch, dass ein Fahrzeug unter einer späteren Regelung einreisen dürfte. Umgekehrt lässt sich derzeit auch nicht sagen, dass Reisende zwingend eine zusätzliche Genehmigung brauchen werden. Maßgeblich werden die endgültigen Beschlüsse, mögliche Ausnahmen und die offizielle Veröffentlichung der Verfahren sein.

Aktuelle Entwicklungen zu Verkehr und Inselpolitik findest du unter Nachrichten sowie in unserer Übersicht zu Mallorca.

Fazit: Konkreteres Konzept, aber noch keine verbindlichen Limits

Mallorca hat sein Konzept in Brüssel konkret beschrieben, ohne damit eine Fahrzeugbegrenzung zu beschließen. Die fast 400.000 über die Häfen eingeführten Fahrzeuge im Jahr 2023 und der Anstieg um 108 Prozent gegenüber 2017 dienen dem Inselrat als Begründung. Auf Menorca läuft bereits die parlamentarische Beratung, doch auch dort fehlt die endgültige Regelung. Für Autofahrer bleiben deshalb vor allem Obergrenzen, Ausnahmen, Gebühren und Genehmigungsverfahren abzuwarten.

Quelle

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Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 03. September 2026

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