Ausschreitungen bei Mallorca-Demo: Gummigeschosse treffen auch Urlauber

Inhaltsverzeichnis
- Nach dem großen Protest gegen Massentourismus in Palma kam es am Rand der Demonstration zu Gewalt
- Ausschreitungen nach Ende des Protestzugs
- Auch Urlauber wurden getroffen
- Organisatoren distanzieren sich von Gewalt
- Politik prüft neue Beschränkungen
- Was Urlauber jetzt wissen sollten
- Debatte um Massentourismus wird schärfer
- Quellen
Nach dem großen Protest gegen Massentourismus in Palma kam es am Rand der Demonstration zu Gewalt
Nach der großen Demonstration gegen Massentourismus in Palma de Mallorca ist die Lage am Rand des Protests eskaliert. Die Polizei setzte Gummigeschosse ein. Dabei wurden nach Medienberichten auch mehrere Urlauber verletzt.
An dem offiziellen Protestzug nahmen laut Veranstaltern rund 30.000 Menschen teil. Die Demonstration richtete sich gegen die Folgen des Massentourismus auf Mallorca. Im Mittelpunkt standen Themen wie Wohnraummangel, steigende Preise, Wasserverbrauch, Verkehr und Umweltbelastung.
Die Organisatoren betonten, dass der Protest friedlich geplant war. Die späteren Ausschreitungen seien nicht Teil der Demonstration gewesen.
Ausschreitungen nach Ende des Protestzugs
Nach dem Ende des offiziellen Zuges bewegten sich kleinere Gruppen vom Passeig del Born in Richtung Hafen und Santa Catalina. Dort soll die Situation zunehmend unübersichtlich geworden sein.
Nach Berichten der Mallorca-Zeitung und der Berliner Morgenpost attackierten Vermummte Terrassen von Restaurants. Dabei sollen Stühle umgeworfen und Farbbeutel geworfen worden sein.
Die spanische Nationalpolizei riegelte daraufhin mehrere Gassen ab. Um die Menge auseinanderzutreiben, kamen nach Medienberichten auch Gummigeschosse zum Einsatz.
Auch Urlauber wurden getroffen
Besonders für Aufsehen sorgten Berichte über verletzte Urlauber. Demnach wurden mehrere Gäste, darunter auch deutsche Touristen, von Gummigeschossen getroffen und mussten ambulant versorgt werden.
Bilder aus den betroffenen Bereichen zeigen Gäste, die auf Restaurantterrassen Schutz suchen. Viele von ihnen wollten offenbar nur zu Abend essen und gerieten dann in die Eskalation.
Nach Angaben lokaler Behörden wurden zudem mehrere Polizisten leicht verletzt. Mindestens eine Person wurde festgenommen.
Organisatoren distanzieren sich von Gewalt
Die Plattform „Menys Turisme, Més Vida“, auf Deutsch „Weniger Tourismus, mehr Leben“, distanzierte sich nach den Vorfällen von den Ausschreitungen.
Die Gewalt sei das Werk einer Minderheit gewesen und nicht Teil der Bewegung. Gleichzeitig betonten die Organisatoren, dass die Sorgen vieler Einheimischer ernst genommen werden müssten.
Aus ihrer Sicht hat Mallorca bei zentralen Themen eine Grenze erreicht. Dazu zählen bezahlbarer Wohnraum, überfüllte Straßen, hoher Wasserverbrauch und die Belastung der Umwelt.
Politik prüft neue Beschränkungen
Auch politisch sorgt der Protest für Druck. Die Balearen-Regierung kündigte an, die Ausschreitungen konsequent zu verfolgen. Gleichzeitig sollen neue Maßnahmen gegen die Folgen des Massentourismus geprüft werden.
Nach Berichten von ZDFheute und der Zeit geht es unter anderem um mögliche Obergrenzen für Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma. Auch eine Begrenzung der Mietwagenzahl und ein härteres Vorgehen gegen illegale Ferienwohnungen stehen zur Diskussion.
Vertreter der Stadt und des Inselrats sprechen inzwischen offen darüber, dass das bisherige Wachstumsmodell an Grenzen stößt.
Was Urlauber jetzt wissen sollten
Für Urlauber auf Mallorca gibt es derzeit keine allgemeinen Einschränkungen an Stränden, Hotels oder am Flughafen. Der normale Reisebetrieb läuft weiter.
In Palma waren rund um die Plaça Major, den Passeig del Born und Santa Catalina jedoch zeitweise Straßen gesperrt. Auch in den kommenden Tagen könnten weitere Kundgebungen stattfinden.
Reisende sollten in der Innenstadt aufmerksam bleiben. Menschenansammlungen sollten gemieden werden, wenn sich die Lage zuspitzt. Außerdem sollten Anweisungen der Polizei und lokaler Behörden beachtet werden.
Ein grundsätzlich erhöhtes Sicherheitsrisiko für Urlauber besteht laut Behörden nicht. Dennoch haben die Bilder der Ausschreitungen und der eingesetzten Gummigeschosse viele Menschen verunsichert.
Debatte um Massentourismus wird schärfer
Die Protestbewegung gegen Massentourismus auf Mallorca ist seit 2024 deutlich gewachsen. Immer mehr Einheimische kritisieren, dass die Insel wirtschaftlich stark vom Tourismus abhängig ist, die Belastungen aber im Alltag vieler Menschen spürbar zunehmen.
Der Protest in Palma zeigt, wie groß der Druck inzwischen ist. Gleichzeitig machen die Ausschreitungen deutlich, wie schnell eine Debatte kippen kann, wenn Gewalt die eigentliche Botschaft überlagert.
Für die Politik auf den Balearen dürfte der Druck nun weiter steigen. Viele Bewohner erwarten konkrete Maßnahmen statt allgemeiner Appelle.
Quellen
ZDFheute – „Mallorca: Tausende protestieren gegen Massentourismus – Rufe nach Begrenzung“
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/mallorca-protest-massen-tourismus-palma-begrenzung-100.html
Bild – „Mallorca: Randale in Palma bei Demo gegen Touristen“
https://www.bild.de/news/ausland/mallorca-randale-in-palma-bei-demo-gegen-touristen-6a67125136ccf40cc9c50f6e
Berliner Morgenpost – „Polizeigewalt bei Mallorca-Protest – Urlauber von Gummigeschossen getroffen“
https://www.morgenpost.de/panorama/article412685953/polizeigewalt-bei-mallorca-protest-urlauber-von-gummigeschossen-getroffen.html
Die Zeit – „Mallorca: Proteste gegen Massentourismus – Demo in Palma“
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-07/mallorca-proteste-massentourismus-tourismus-demo
Augsburger Allgemeine – „Overtourism: Wieder regt sich auf Mallorca der Widerstand gegen den Massentourismus“
https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/overtourism-wieder-regt-sich-auf-mallorca-der-widerstand-gegen-den-massentourismus-114883908
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Veröffentlicht am 28. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 04. August 2026
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