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Aktuelle Nachrichten29. Juli 2026Aktualisiert am 4. August 2026

Kanarische Zimmermädchen fordern landesweiten Generalstreik

Housekeeping-Wagen mit gefalteten weißen Handtüchern in einem sonnendurchfluteten Hotelflur
Inhaltsverzeichnis
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Zimmermädchen fordern Generalstreik im August

Mehr als 200 Zimmermädchen – auf Spanisch „camareras de piso“ und selbst „Kellys“ genannt – haben sich am Dienstagabend im Auditorio von Adeje im Süden Teneriffas versammelt. Die von der Asociación de Camareras de Pisos de Canarias einberufene Versammlung beschloss einstimmig, CCOO, UGT und die weiteren Gewerkschaften des Gastgewerbes zu einem landesweiten Generalstreik aufzurufen. Als Zeitfenster nennt der Verband den kommenden August: „Nach dem Ende der Saison hätte ein Streik keinen Sinn mehr“, so die Vorsitzende Angelina Martín.

Die sechs Kernforderungen der Resolution

Die Resolution bündelt sechs Kernforderungen:

  • ein spanienweites Verbot der Auslagerung der Reinigungsdienste, wie es bislang nur in der Provinz Santa Cruz de Tenerife gilt;
  • ein neues Gesetz zur Risikoprävention mit ergonomischen und psychischen Belastungsprüfungen;
  • verpflichtende, in der Höhe verstellbare Betten und motorbetriebene Wagen;
  • das Recht auf Altersteilzeit ohne Vetorecht der Arbeitgeber;
  • die Anwendung der Frühverrentungs-Abschlagsfaktoren nach dem Königlichen Dekret 402/2025; und
  • die automatische Anerkennung ihrer typischen Leiden als Berufskrankheiten.

Schwere gesundheitliche Belastungen im Alltag

Der Katalog der gesundheitlichen Beschwerden ist lang: Karpaltunnelsyndrom, Rotatorenmanschettenrisse, chronische Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Krampfadern, „Tennisellbogen“, dazu Angstzustände, chronische Erschöpfung und Burnout. Viele Beschäftigte greifen laut Verband regelmäßig zu Schmerzmitteln und Beruhigungsmitteln, um überhaupt arbeiten zu können. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO stuft den Beruf offiziell als „beschwerlich“ ein.

Kritik an den Berufsgenossenschaften

Besonders scharfe Kritik richtet sich gegen die privaten Berufsgenossenschaften („Mutuas“). Angelina Martín erklärte gegenüber „Diario de Avisos“, dass die 2018 begonnenen Bemühungen um die Anerkennung neuer Berufskrankheiten faktisch folgenlos geblieben seien: Zwar seien neue Diagnosen wissenschaftlich akzeptiert, würden aber von den Mutuas nicht als solche eingestuft. Der hohe Anteil vorübergehender Arbeitsunfähigkeit werde stattdessen als „Absentismus“ abgetan.

Diskriminierung bei der Frühverrentung

Beim Kapitel Frühverrentung sieht der Verband eine strukturelle Diskriminierung. Ein Jahr nach Verabschiedung des Dekrets 402/2025, das reduzierte Rentenfaktoren für belastende Berufe ermöglicht, sei für die Zimmermädchen „nichts passiert“. Männlich dominierte Berufsgruppen erhielten diese Vergünstigungen problemlos, so Martín. Da die Sterblichkeitsrate der „Kellys“ statistisch niedrig sei, werde ihre reale körperliche Zermürbung durch die Sozialversicherung ignoriert.

Forderung nach strengeren Kontrollen

Die Ende April 2026 in Kraft getretene Änderung des kanarischen Tourismusgesetzes wird als Teilerfolg gefeiert, reicht dem Verband aber nicht aus. Zwar sind höhenverstellbare Betten künftig Pflicht, doch die Kellys fordern zusätzlich Wagen mit Motorantrieb sowie eine echte Zeitmessung nach Zimmertyp statt pauschaler Vorgaben. Auch die Inspección de Trabajo müsse deutlich strenger kontrollieren – ihre bisherige „Untätigkeit“ führe dazu, dass dauerhafte Erwermsminderungen aus öffentlichen Kassen bezahlt würden, während sich die Mutuas „die Taschen füllen“.

Appell der Gründerin Eulalia Corralero

In Adeje sprach auch Eulalia Corralero, die vor 18 Jahren die Bewegung der „Kellys“ ins Leben rief. Mit 63 Jahren und mehr als 34 Beitragsjahren – begonnen im Alter von 14 – bezieht sie heute eine dauerhafte Erwerbsminderungsrente von 600 Euro. Ihr Appell an die Kolleginnen: parteiliche und gewerkschaftliche Gräben überwinden und geschlossen auf die Straße gehen. „Wenn ihr nicht so enden wollt wie ich, ist es Zeit, Druck über die Gewerkschaften zu machen – ganz gleich, welche Farbe sie haben.“

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Hintergrund und Praxiswissen, das über die aktuelle Meldung hinausgeht.

Quelle

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 29. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 04. August 2026

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