Saharastaub und hohe Temperaturen erreichen die Kanaren

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Die kanarische Regierung hat für den gesamten Archipel Vorwarnungen wegen Calima und hoher Temperaturen aktiviert. Besonders betroffen sind zunächst Lanzarote und Fuerteventura. Auch auf Gran Canaria und La Palma können erhöhte Staubwerte auftreten.
Vorwarnung für den gesamten Archipel
Seit der Nacht zum 14. September gilt auf allen Kanarischen Inseln eine Vorwarnung wegen Calima. Die zusätzliche Hitzevorwarnung trat nach Angaben der kanarischen Notfallbehörden am Montag um 11 Uhr in Kraft.
Eine Vorwarnung ist noch keine Katastrophenlage. Sie zeigt aber, dass die Behörden eine Wetterentwicklung beobachten, aus der sich gesundheitliche oder verkehrliche Probleme ergeben können.
Calima entsteht, wenn trockene Luft aus Nordafrika größere Mengen feiner Mineral- und Staubpartikel über den Atlantik auf die Kanaren transportiert. Dadurch wird der Himmel milchig oder beige, die Fernsicht verschlechtert sich und die Luft fühlt sich ungewöhnlich trocken an.
Lanzarote und Fuerteventura zuerst betroffen
Die stärksten Staubkonzentrationen wurden zunächst in tieferen Lagen von Lanzarote und Fuerteventura erwartet. Dort können Werte von mehr als 100 Mikrogramm Staub pro Kubikmeter Luft erreicht werden.
Auch in mittleren und höheren Lagen anderer Inseln sind ungünstige Werte möglich. Besonders genannt wurden Gran Canaria und La Palma. Die tatsächliche Verteilung hängt stark von Windrichtung, Höhenlage und lokalen Luftströmungen ab.
Die Vorhersage enthält daher Unsicherheiten. Calima kann einzelne Orte deutlich stärker treffen als wenige Kilometer entfernte Gebiete. Auch die Sichtweite kann sich innerhalb eines Tages verändern.
Bis zu 37 Grad auf Fuerteventura
Zur Staubbelastung kommt ungewöhnlich große Hitze. Für Fuerteventura wurden Höchstwerte bis zu 37 Grad vorhergesagt, auf Lanzarote bis zu 36 Grad.
Besonders warm kann es in geschützten Gebieten im Inselinneren und an südlich oder südöstlich ausgerichteten Hängen werden. Auf Gran Canaria, Teneriffa und den westlichen Inseln hängt die Belastung stark von der Höhenlage ab.
Das Hitzeereignis soll mindestens bis Dienstag anhalten. In Küstenorten kann die Meeresbrise für niedrigere Temperaturen sorgen, während wenige Kilometer weiter im Landesinneren deutlich höhere Werte auftreten. Die genannten Temperaturen sind Prognosen und keine garantierten Messwerte für jede Gemeinde.
Gesundheitsrisiken durch Calima
Saharastaub kann Augen, Nase und Atemwege reizen. Besonders empfindlich reagieren Menschen mit Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Allergien oder Herz-Kreislauf-Problemen.
Die kanarischen Behörden empfehlen gefährdeten Personen, längere Aufenthalte im Freien und körperliche Anstrengung während hoher Staubbelastung zu vermeiden. Fenster können geschlossen und Innenräume möglichst staubfrei gehalten werden.
Eine gut sitzende Partikelmaske kann bei notwendigen Wegen die eingeatmete Staubmenge verringern. Sie ersetzt jedoch keine medizinische Beratung. Wer deutliche Atemnot, Brustschmerzen oder ungewöhnlich starke Beschwerden bemerkt, sollte medizinische Hilfe suchen.
Auch gesunde Menschen können während dichter Calima unter trockenem Hals, Kopfschmerzen oder gereizten Augen leiden. Sportliche Aktivitäten sollten an Sicht, Temperatur und Luftqualität angepasst werden.
Zusätzliche Belastung durch Hitze
Hitze und Calima können sich gegenseitig verstärken. Die trockene, staubige Luft erschwert körperliche Belastung, während hohe Temperaturen den Flüssigkeitsbedarf erhöhen.
Ausreichend Wasser, leichte Kleidung, Sonnenschutz und Pausen im Schatten sind besonders wichtig. Alkohol und intensive körperliche Aktivität während der heißesten Stunden können das Risiko von Kreislaufproblemen erhöhen.
Kinder, ältere Menschen und Haustiere dürfen auch für kurze Erledigungen nicht in geschlossenen Fahrzeugen zurückgelassen werden. Innenräume können sich trotz leicht geöffneter Fenster schnell auf gefährliche Temperaturen erwärmen.
Auswirkungen auf Flug- und Straßenverkehr
Calima führt nicht automatisch zu Flugausfällen. Bei sehr schlechter Sicht oder zusätzlichem Wind können jedoch betriebliche Einschränkungen entstehen. Reisende sollten den Flugstatus direkt bei der Fluggesellschaft oder bei Aena kontrollieren.
Im Straßenverkehr kann die Sicht vor allem in offenen, höher gelegenen oder windexponierten Bereichen eingeschränkt sein. Staubablagerungen können sich mit leichter Feuchtigkeit verbinden und Fahrbahnen rutschiger machen.
Für Fährverbindungen ist nicht der Staub allein entscheidend, sondern vor allem der begleitende Wind und Seegang. Auch hier sind aktuelle Angaben der Reedereien maßgeblich.
Waldbrandgefahr im Blick behalten
Hohe Temperaturen, trockene Luft und Wind können die Waldbrandgefahr erhöhen. Besonders auf Gran Canaria, Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro gelten deshalb häufig zusätzliche Beschränkungen in Wald- und Berggebieten.
Welche Grillplätze, Wanderwege oder Zufahrten geschlossen sind, wird von den Inselverwaltungen festgelegt. Eine archipelweite Calima-Vorwarnung bedeutet nicht automatisch, dass auf jeder Insel dieselben Verbote gelten.
Wanderer sollten Informationen des jeweiligen Cabildo prüfen und ausreichend Wasser mitnehmen. Bei schlechter Sicht können selbst bekannte Wege schwieriger zu erkennen sein.
Bedeutung für Residenten und Urlauber
Residenten mit chronischen Erkrankungen sollten ihre Medikamente griffbereit halten und örtliche Gesundheitsinformationen verfolgen. Eigentümer können Fenster, Terrassen und Pooltechnik vor starkem Staubeintrag schützen.
Urlauber müssen ihre Reise nicht automatisch abbrechen. Es kann jedoch sinnvoll sein, Strand-, Wander- oder Sportpläne kurzfristig anzupassen. Weitere regionale Hinweise bieten die Übersichten zu Gran Canaria und Teneriffa.
Wer einen Mietwagen nutzt, sollte Scheiben nicht trocken von einer dicken Staubschicht befreien. Der Sand kann Kratzer verursachen. Besser ist eine gründliche Reinigung mit ausreichend Wasser, sobald die Wetterlage dies zulässt.
Fazit
Die Kombination aus Calima und Temperaturen bis zu 37 Grad macht die Wetterlage auf den Kanaren vor allem für gesundheitlich gefährdete Menschen belastend. Lanzarote und Fuerteventura stehen zunächst besonders im Fokus, doch die Vorwarnung gilt für alle Inseln.
Wie stark einzelne Orte betroffen sind, kann sich kurzfristig ändern. Entscheidend sind deshalb aktuelle Messwerte und Hinweise der Behörden, nicht allein der Eindruck eines gelblich gefärbten Himmels.
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Quelle
Canarias Ahora – „Prealerta por calor y calima en Canarias“
https://www.eldiario.es/canariasahora/tiempo-canarias/prealerta-calima-canarias-polvo-sahariano-calidad-aire-desfavorable_1_13506641.htmlLa Provincia – „La Aemet advierte de calima y hasta 34 ºC en Canarias“
https://www.laprovincia.es/canarias/2026/09/14/aemet-advierte-calima-34-oc-134227730.htmlAEMET – „Avisos meteorológicos“
https://www.aemet.es/es/eltiempo/prediccion/avisos
Redaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 14. September 2026
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