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Aktuelle NachrichtenCosta del SolGran CanariaTeneriffa15. Oktober 2026Aktualisiert am 15. Oktober 2026

Inflation in Spanien: 4,9 Prozent und weiter 20 Cent Kraftstoffentlastung im November

Von Redaktion Spanienleben.de
Auto wird an einer spanischen Tankstelle mit Kraftstoff betankt (KI-Symbolbild)

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
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Die Verbraucherpreise in Spanien lagen im September 2026 um 4,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das hat das Statistikamt INE am Mittwoch, 14. Oktober, mit den endgültigen Daten bestätigt. Es ist die höchste Teuerungsrate seit Februar 2023. Treiber sind vor allem Kraftstoffe. Für Menschen in Spanien betrifft das den Alltag an der Zapfsäule und im Supermarkt, und zugleich wird die Inflation zum Wahlkampfthema, weil die Renten an sie gekoppelt sind.

Die landesweiten Zahlen

Laut INE stieg die Jahresrate im September um sechs Zehntelpunkte gegenüber August. Die Kerninflation ohne unverarbeitete Lebensmittel und Energie lag bei 3,1 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 0,3 Prozent. Die Gruppe Verkehr verteuerte sich um 10,5 Prozent, hauptsächlich wegen der Kraftstoffe, die im September 2025 noch günstiger geworden waren. Auch Pauschalreisen und Flugtickets trugen zum Anstieg bei, weil sie weniger stark fielen als im Vorjahr.

November: Steuerentlastung bleibt laut Ministerium bei 20 Cent

Die Septemberdaten haben auch Folgen für die befristete Entlastung bei Benzin und Diesel. Wie elDiario.es am 14. Oktober unter Berufung auf das Wirtschaftsministerium berichtet, soll die steuerliche Entlastung ab dem 1. November weiterhin 20 Cent je Liter betragen. Ursprünglich waren für November 13 Cent vorgesehen. Die im Maßnahmenpaket enthaltene Schutzklausel greift dem Bericht zufolge wegen der September-Preisentwicklung.

Wichtig zum Rechtsstand: Das zugrunde liegende Real Decreto-ley war laut Bericht noch nicht parlamentarisch bestätigt. Die Abstimmung in der Diputación Permanente ist für Freitag, 16. Oktober, vorgesehen und steht bei dieser Ergänzung am 15. Oktober noch aus. Gemeint ist eine steuerliche Entlastung, keine neue Barauszahlung von 20 Cent an Autofahrer. Auch eine entsprechende Senkung jedes einzelnen Tankstellenpreises ist damit nicht garantiert. Für die Kanaren gilt ein besonderes indirektes Steuersystem; die Entlastungswirkung auf dem Festland lässt sich deshalb nicht pauschal auf die Inseln übertragen.

Kanaren: Sprit 35 Prozent teurer

Auf den Kanaren lag die Inflation im September bei 4,4 Prozent, berichtet RTVC unter Berufung auf das INE. Das ist der höchste Wert auf den Inseln seit Mai 2023, zugleich aber die niedrigste Rate aller Regionen. Am stärksten verteuerte sich der Verkehr mit 10 Prozent.

Bei den Kraftstoffen ist der Anstieg auf den Inseln besonders deutlich. Nach Auswertung von Diario de Avisos kosten sie 35 Prozent mehr als vor einem Jahr, mehr als in jeder anderen Region. Im Landesschnitt sind es 27,7 Prozent. Eine volle Tankfüllung Diesel, derzeit der teurere Kraftstoff, koste im Schnitt etwa 100 Euro. Die Zeitung führt den Anstieg auf die Folgen des Iran-Kriegs zurück. Der vergleichsweise niedrige Steuersatz auf den Inseln lässt dort zudem weniger Spielraum für Entlastungen über die Steuer.

Málaga: 4,9 Prozent

In der Provinz Málaga stiegen die Preise im September ebenfalls um 4,9 Prozent, nach 4,3 Prozent im August, wie InforMálaga aus den INE-Daten berichtet. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 3,5 Prozent. In ganz Andalusien waren es laut Europa Press 4,7 Prozent. Auch hier legten Verkehr sowie Wohnen mit Wasser, Strom und Gas am stärksten zu.

Renten: Streit im Wahlkampf

Für beitragsbezogene spanische Sozialversicherungsrenten legt Artikel 58 des Sozialversicherungsgesetzes eine Anpassung anhand des Mittels der monatlichen Vorjahresraten des Verbraucherpreisindex in den zwölf Monaten vor Dezember des Vorjahres fest. Für die Anpassung Anfang 2027 ist damit die Periode Dezember 2025 bis November 2026 maßgeblich, nicht der Kalenderjahresdurchschnitt 2026. Vor der Parlamentswahl am 29. November ist das System deshalb ein zentrales Thema. Ministerpräsident Pedro Sánchez (PSOE) versprach am Mittwoch in Zaragoza laut Europa Press „vier weitere Jahre Rentenanpassung nach der Inflation“. Das System sei gesichert.

Beim PP gibt es unterschiedliche Aussagen, wie RTVE berichtet. Parteichef Alberto Núñez Feijóo sagte, eine Regierung unter ihm werde die Renten weiter nach dem Verbraucherpreisindex anpassen. Die PP-Fraktionssprecherin Ester Muñoz hatte dagegen gesagt, das System werde in seiner heutigen Form zusammenbrechen, und eine mutige Reform verlangt. Später betonte sie, ihre Partei stehe zu einem öffentlichen Rentensystem. Aus Vox kam laut EFE der Vorschlag eines gemischten öffentlich-privaten Systems. Konkrete Gesetzentwürfe liegen dazu bisher nicht vor. Es handelt sich um Wahlkampfaussagen.

Was das für Auswanderer, Rentner und Bewohner bedeutet

  • Spanische Rente: Bei beitragsbezogenen spanischen Sozialversicherungsrenten ist für 2027 der Durchschnitt der monatlichen Inflationsraten von Dezember 2025 bis November 2026 maßgeblich. Mit den Septemberzahlen allein steht die Anpassung noch nicht fest. Wahlkampfaussagen ändern die geltende gesetzliche Regel nicht.
  • Deutsche Rente in Spanien: Eine Rente aus Deutschland folgt den deutschen Regeln. Die höheren Preise in Spanien gleicht sie nicht automatisch aus.
  • Auto und Einkauf: Auf den Kanaren lohnt sich der Preisvergleich zwischen Tankstellen besonders. Steigende Transportkosten können sich zeitversetzt auch auf Lebensmittel auswirken.
  • Mieten: Eine laufende Wohnraummiete erhöht sich nicht automatisch mit der Inflation. Nach Artikel 18 LAU kommt es auf die ausdrückliche Anpassungsvereinbarung und den jährlichen Vertragstermin an; ohne solche Vereinbarung gibt es keine jährliche Anpassung. Der IRAV ist im jeweils anwendbaren gesetzlichen Rahmen eine Begrenzung, keine automatische identische Erhöhung aller neuen Verträge. Bei älteren Verträgen und anderen Mietarten muss die konkrete Rechts- und Vertragslage geprüft werden.

Mehr zum Thema: Rente in Spanien, Lebenshaltungskosten mit Rente im Vergleich, Spritpreise auf den Kanaren sowie die Regionen Costa del Sol und Gran Canaria.

Stand: 15. Oktober 2026. Inflationsdaten: INE, endgültige Werte für September 2026, veröffentlicht am 14. Oktober 2026.

Quelle

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Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 15. Oktober 2026

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