Gebrauchte Immobilien in Valencia und Castellón werden deutlich teurer angeboten

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Die Angebotspreise für gebrauchte Immobilien sind in der Comunidad Valenciana im August 2026 erneut kräftig gestiegen. Laut dem Immobilienindex von Fotocasa lagen die ausgeschriebenen Preise im regionalen Durchschnitt 17,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Zwischen den Provinzen und einzelnen Gemeinden bestehen jedoch erhebliche Unterschiede.
Angebotspreis erreicht 2.866 Euro pro Quadratmeter
Nach den Augustdaten des Immobilienportals Fotocasa kostete eine angebotene gebrauchte Immobilie in der Comunidad Valenciana durchschnittlich 2.866 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber August 2025 entspricht das einem Anstieg von 17,1 Prozent.
Fotocasa berechnet für eine beispielhafte Wohnung mit 80 Quadratmetern einen durchschnittlichen Angebotspreis von etwa 229.290 Euro. Ein Jahr zuvor wären es nach derselben Modellrechnung rund 195.725 Euro gewesen.
Diese Werte sind statistische Durchschnittswerte. Eine konkrete Wohnung kann abhängig von Lage, Zustand, Baujahr, Energieeffizienz, Meerblick oder Gemeinschaftsanlage erheblich teurer oder günstiger sein.
Unterschiede zwischen den drei Provinzen
Alle drei Provinzen der Comunidad Valenciana verzeichneten zweistellige Steigerungen gegenüber dem Vorjahr:
- Provinz Valencia: plus 16,5 Prozent, durchschnittlich 2.579 Euro pro Quadratmeter
- Provinz Alicante: plus 14,7 Prozent, durchschnittlich 3.171 Euro pro Quadratmeter
- Provinz Castellón: plus 14,4 Prozent, durchschnittlich 1.899 Euro pro Quadratmeter
Damit bleibt Alicante unter den drei Provinzen am teuersten. Castellón ist im Durchschnitt deutlich günstiger, verzeichnet aber ebenfalls einen starken Anstieg.
Valencia und Castellón im Vergleich
In der Stadt València lag der durchschnittliche Angebotspreis bei 3.655 Euro pro Quadratmeter. Das waren 6,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Castelló de la Plana erreichte 1.984 Euro pro Quadratmeter. Der Anstieg von acht Prozent war unter den drei Provinzhauptstädten der Comunidad Valenciana der höchste. Trotz dieses prozentual stärkeren Wachstums liegt das absolute Preisniveau weiterhin deutlich unter València und Alicante.
Für Käufer kann Castellón deshalb weiterhin günstiger erscheinen. Die zweistelligen Provinzsteigerungen zeigen jedoch, dass auch dort der Preisdruck zunimmt.
Besonders starke Sprünge in einzelnen Gemeinden
In 91 Prozent der 53 untersuchten Gemeinden stiegen die Angebotspreise gegenüber dem Vorjahr. Einige Orte verzeichneten außergewöhnlich hohe Zuwächse.
Angeführt wurde die Auswertung von Bigastro mit 85,3 Prozent. Dahinter folgten unter anderem Paiporta mit 42,3 Prozent, Puçol mit 38,5 Prozent und Benitachell mit 37,6 Prozent. In der Vall d’Uixó stiegen die ausgeschriebenen Preise um 31,7 Prozent, in Xàtiva um 31,1 Prozent.
Solche hohen Veränderungen sollten vorsichtig interpretiert werden. In kleineren lokalen Märkten kann bereits eine veränderte Zusammensetzung der angebotenen Objekte den Durchschnitt stark beeinflussen. Werden beispielsweise mehr sanierte oder größere Wohnungen inseriert, steigt der ermittelte Quadratmeterpreis auch ohne identische Preisentwicklung bei jeder einzelnen Immobilie.
Monatswert sinkt leicht
Trotz des starken Jahresvergleichs gingen die Angebotspreise im August gegenüber Juli regional um 0,4 Prozent zurück. Ein einzelner monatlicher Rückgang reicht allerdings nicht aus, um eine Trendwende festzustellen.
Fotocasa spricht für die Comunidad Valenciana vom 60. interannualen Anstieg in Folge seit September 2021. Der längerfristige Trend bleibt nach dieser Datenreihe somit klar aufwärtsgerichtet.
Angebotspreise sind keine Verkaufspreise
Für Kaufinteressenten ist die Datenquelle entscheidend. Der Fotocasa-Index wertet Immobilienangebote aus. Er zeigt, zu welchen Preisen Eigentümer und Makler Objekte auf dem Markt anbieten.
Der endgültige Kaufpreis kann niedriger oder höher liegen. Verhandlungen, Zustand der Immobilie, Belastungen, rechtliche Besonderheiten und Nachfrage beeinflussen den tatsächlich notariell beurkundeten Betrag.
Die Zahlen sollten deshalb nicht mit Statistiken der Notare, Grundbuchämter oder des spanischen Verkehrs- und Wohnungsministeriums gleichgesetzt werden.
Was deutsche Käufer beachten sollten
Deutsche Kaufinteressenten sollten regionale Durchschnittswerte nur als erste Orientierung verwenden. Vor einem Angebot sind unter anderem folgende Punkte wichtig:
- Vergleichspreise ähnlicher Objekte im gleichen Viertel,
- rechtliche Prüfung von Eigentum und Belastungen,
- Zustand, Gemeinschaftskosten und geplante Sanierungen,
- Nebenkosten und Steuern des Kaufs,
- realistische Einschätzung eines möglichen Verhandlungsspielraums.
Gerade in Märkten mit schnell steigenden Angebotspreisen ist eine unabhängige Prüfung wichtiger als die Orientierung an einem einzelnen Inserat.
Fazit
Gebrauchte Immobilien werden in der Comunidad Valenciana deutlich teurer angeboten als vor einem Jahr. Valencia, Alicante und Castellón verzeichnen zweistellige Zuwächse, während einzelne Gemeinden sogar Steigerungen von mehr als 30 Prozent melden.
Die Daten bestätigen den hohen Preisdruck, bilden aber keine abgeschlossenen Verkäufe ab. Für Käufer bleibt der konkrete lokale Markt entscheidend.
Quelle
Cadena SER – Fotocasa-Index August 2026
https://cadenaser.com/comunitat-valenciana/2026/09/01/la-vivienda-de-segunda-mano-se-encarece-un-311-en-xativa-radio-xativa/
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Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 01. September 2026
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