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Aktuelle Nachrichten4. September 2026

Weniger Flüge, höhere Preise: Airlines stellen sich auf einen harten Winter ein

Von Redaktion Spanienleben.de
Passagierflugzeug am Gate eines spanischen Flughafens in der Abenddämmerung

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
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Europas Fluggesellschaften bereiten sich wegen der anhaltenden Kerosinkrise auf einen schwierigen Winter vor. Ryanair hat bereits Streichungen im Winterflugplan angekündigt, IAG, Lufthansa und Air France-KLM steuern mit Kostenkontrolle und höheren Ticketpreisen gegen. Für Reisende zwischen Deutschland und Spanien bedeutet das: weniger Auswahl und teurere Tickets in der Nebensaison.

  • Kerosin kostet in Europa aktuell rund 163 Dollar je Barrel – etwa doppelt so viel wie vor einem Jahr.
  • Ryanair kürzt sein Passagierziel für das Geschäftsjahr 2027 um zwei Millionen.
  • Die Airline zahlt für abgesicherte Mengen noch 67 Dollar je Barrel – bis März 2027.
  • Ryanair rechnet mit deutlich steigenden Ticketpreisen und ersten Insolvenzen in Europa.
  • IAG meldete im zweiten Quartal 23 Prozent höhere Treibstoffkosten.
  • Lufthansa strich allein im Sommer rund 20.000 Flüge.
  • Analysten erwarten ein geringeres Kapazitätswachstum im Winterflugplan.

Wer im Winter zwischen Deutschland und Spanien fliegen will, sollte früh buchen und mit weniger Verbindungen sowie spürbar höheren Preisen rechnen.

Kerosin kostet doppelt so viel wie vor einem Jahr

Der Kerosinpreis ist der zentrale Kostenfaktor der Branche. Nach Daten des Luftfahrtverbands IATA zahlen europäische Airlines derzeit rund 163 Dollar je Barrel. Vor einem Jahr war es etwa die Hälfte.

Bislang konnten viele Gesellschaften den Anstieg abfedern, weil sie große Teile ihres Bedarfs zu früheren Preisen abgesichert hatten. Diese Absicherungen laufen in den kommenden Monaten aus. Danach müssen die Airlines zu Marktpreisen einkaufen.

Ryanair etwa zahlt für rund 80 Prozent seines Bedarfs noch 67 Dollar je Barrel. Diese Absicherung reicht bis März 2027 und damit bis zum Ende der Nebensaison.

Ryanair kürzt den Winterflugplan

Europas größte Fluggesellschaft nach Passagierzahlen hat als Erste reagiert. Ryanair senkt sein Passagierziel für das Geschäftsjahr 2027 um zwei Millionen auf 212 Millionen. Als Grund nennt die Airline die Absicht, ihre Belastung durch nicht abgesichertes Kerosin im Winter zu begrenzen.

Ursprünglich hatte die Gesellschaft mit 30 neuen Flugzeugen deutlich wachsen wollen. Nun rechnet sie mit einem Gewinn unterhalb des Rekordwerts von 2,26 Milliarden Euro aus dem Vorjahr.

Zusätzlich warnt Ryanair, dass die hohen Kerosinpreise mindestens bis zum kommenden Sommer bestehen bleiben. Die Ticketpreise müssten deshalb „deutlich" steigen. Die Airline hält es außerdem für möglich, dass es in den kommenden Monaten erste Insolvenzen europäischer Fluggesellschaften gibt.

Auch die großen Netzwerk-Airlines steuern gegen

Die Lage betrifft die gesamte Branche. Der IAG-Konzern, zu dem Iberia, British Airways, Vueling, Level und Aer Lingus gehören, meldete für das zweite Quartal um 23 Prozent gestiegene Kerosinkosten und einen um 20 Prozent geringeren Gewinn.

IAG will nach eigenen Angaben rund 60 Prozent des Kostenanstiegs über strikte Kostenkontrolle und höhere Ticketpreise ausgleichen. Air France-KLM verfolgt eine ähnliche Strategie und peilt sogar 85 Prozent an, nachdem im zweiten Quartal Mehrkosten von über 800 Millionen Euro angefallen waren.

Lufthansa verzeichnete einen Verlust von 542 Millionen Euro und Mehrkosten von 750 Millionen Euro beim Kerosin. Der Konzern reagierte mit Streichungen im Flugplan und annullierte allein im Sommer rund 20.000 Flüge.

Analysten der Bank of America erwarten, dass die europäischen Flugpläne im Winter erneut ausgedünnt werden. Das Kapazitätswachstum in Europa dürfte demnach nur noch bei 5,6 statt 6,1 Prozent liegen.

Was das für Flüge nach Spanien bedeutet

Spanien gehört zu den wichtigsten Zielen im europäischen Luftverkehr. Reduziert eine Airline ihren Winterflugplan, trifft das erfahrungsgemäß zuerst Strecken mit schwacher Auslastung und mehrfach täglich bedienten Verbindungen.

Konkret ist damit zu rechnen, dass:

  • einzelne Regionalstrecken im Winter pausieren
  • Frequenzen auf beliebten Routen reduziert werden
  • Umsteigeverbindungen an Bedeutung gewinnen
  • Tickets in der Nebensaison teurer werden als gewohnt
  • Umbuchungen bei Streichungen länger dauern

Für Residenten, die regelmäßig zwischen Deutschland und Spanien pendeln, sind vor allem Frequenzkürzungen spürbar. Wer auf feste Termine angewiesen ist, sollte Flüge früher buchen und Alternativverbindungen kennen.

Praktische Hinweise zur Buchung

Bei einer Streichung durch die Airline gelten die Fluggastrechte der EU-Verordnung 261/2004. Sie umfassen unter anderem einen Anspruch auf Ersatzbeförderung oder Erstattung sowie – abhängig von Vorlaufzeit und Umständen – auf Ausgleichszahlungen.

Sinnvoll ist außerdem, Hin- und Rückflug im Winter nicht zu knapp mit Anschlussterminen zu planen. Wer eine Fähre, einen Mietwagen oder einen Anschlusszug gebucht hat, sollte ausreichend Puffer einplanen. Eine Übersicht zu Mietwagen in Spanien bietet unser Mietwagen-Hub.

Fazit

Der anhaltend hohe Kerosinpreis zwingt die Airlines zu Anpassungen. Ryanair hat den Anfang gemacht, die großen Netzwerkgesellschaften setzen auf Kostenkontrolle und höhere Tarife. Reisende zwischen Deutschland und Spanien sollten im Winter 2026/2027 mit einem dünneren Flugangebot und höheren Preisen rechnen und Buchungen entsprechend früher abschließen.

Quelle

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 04. September 2026

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