EZB vor zweiter Zinserhöhung: Das bedeutet sie für Spanien

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
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Die Europäische Zentralbank steht vor ihrer zweiten Zinserhöhung des Jahres. Analysten erwarten eine Anhebung des Einlagenzinses um 0,25 Punkte auf 2,50 Prozent. Auslöser sind vor allem höhere Energiepreise und eine Inflation von 3,6 Prozent im Euroraum. Für Haushalte und Unternehmen in Spanien könnten Hypotheken und andere Kredite teurer werden.
Finanzmärkte rechnen fest mit dem Zinsschritt
Die bevorstehende Entscheidung der Europäischen Zentralbank gilt an den Finanzmärkten als ungewöhnlich klar. Fast alle befragten Analysten erwarten einen Zinsschritt um 25 Basispunkte. Der Einlagenzins würde damit von 2,25 auf 2,50 Prozent steigen. Das wäre sein höchster Stand seit März 2025.
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel verwies zuletzt auf eine vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent. Auch weitere Mitglieder des EZB-Rats haben eine Anhebung signalisiert. Isabel Schnabel sprach sich ausdrücklich für höhere Zinsen aus. Der Litauer Gediminas Simkus hält sogar weitere Schritte nach September für möglich.
Es wäre die zweite Anhebung im laufenden Jahr. Die EZB hatte den Preis des Geldes bereits vor dem Sommer erhöht. Damals machte Präsidentin Christine Lagarde deutlich, dass diese Entscheidung den Zyklus nicht zwingend abschließt.
Energiepreise treiben die Inflation
Der wichtigste Grund für den erwarteten Schritt ist die wieder gestiegene Teuerung. Die Inflation im Euroraum erreichte im August 3,6 Prozent. Das war der höchste Wert seit drei Jahren und liegt deutlich über dem mittelfristigen EZB-Ziel von zwei Prozent.
Vor allem Energie wurde erheblich teurer. Nach Angaben von Eurostat stiegen die Energiepreise im August im Jahresvergleich um 14,3 Prozent. Im Juli hatte der Anstieg noch 10,3 Prozent betragen. Der Ölpreis erreichte zuletzt 100 Dollar je Barrel. Auch Gas kostete so viel wie seit 2023 nicht mehr.
Die EZB fürchtet, dass dieser Schub auf weitere Preise und Löhne übergreift. Solche Zweitrundeneffekte entstehen, wenn Unternehmen wegen erwarteter Inflation ihre Preise anheben und Beschäftigte höhere Löhne verlangen. Dadurch kann sich die Teuerung verfestigen.
Folgen für Hypotheken und Kredite in Spanien
Höhere EZB-Zinsen wirken sich über Banken und Finanzmärkte auf die Finanzierungskosten aus. Für Haushalte in Spanien sind besonders variable Hypotheken wichtig. Ihre Raten werden meist regelmäßig anhand des Euribor neu berechnet. Steigt der Referenzzins, fällt die nächste Anpassung in der Regel höher aus.
Die Belastung hängt vom Kreditvertrag, dem vereinbarten Aufschlag und dem Termin der Überprüfung ab. Ein EZB-Schritt führt deshalb nicht bei jeder Hypothek sofort zur gleichen Mehrbelastung. Neue Festzinsdarlehen können ebenfalls teurer werden, weil Banken höhere Refinanzierungs- und Kapitalmarktkosten einpreisen.
Auch Konsumentenkredite und Finanzierungen für Unternehmen stehen unter Aufwärtsdruck. Schon die gestiegenen Renditen von Staatsanleihen verschärfen die finanziellen Bedingungen. Das kann Investitionen, Konsum und die Kreditvergabe bremsen. Sparer können dagegen von höheren Zinsen auf Einlagen profitieren, sofern Banken diese weitergeben.
Warum höhere Zinsen nur begrenzt helfen können
Die EZB kann mit höheren Zinsen die Nachfrage dämpfen. Sie kann jedoch weder Öl noch Gas verbilligen. Genau darin liegt das zentrale Problem der aktuellen Lage. Der Preisschub geht wesentlich auf einen externen Angebotsschock durch die geopolitische Krise zurück.
Patrick Barbe von Neuberger warnt deshalb vor einer zu aggressiven Reaktion. Die Kerninflation sei verhaltener, während die schwächere Konjunktur bereits Konsum und Investitionen belaste. Noch höhere Finanzierungskosten könnten das Wachstum stärker treffen, ohne die Ursache der Energieverteuerung zu beseitigen.
Andere Fachleute betonen dagegen die robuste Wirtschaft im Euroraum. Aus ihrer Sicht muss die EZB verhindern, dass sich höhere Inflationserwartungen festsetzen. Die neuen Prognosen zu Wachstum und Inflation dürften daher für die Kommunikation von Lagarde ebenso wichtig sein wie die eigentliche Zinsentscheidung.
Weiterer Kurs bleibt offen
Über die Zeit nach der erwarteten Anhebung gehen die Einschätzungen auseinander. Die Terminmärkte rechnen mit einem weiteren Schritt in diesem Jahr und einem zusätzlichen bis April. Mehrere Ökonomen erwarten dagegen zunächst eine längere Pause.
Natixis und Generali halten einen vorsichtigen Kurs für wahrscheinlich. Die EZB könnte weitere Erhöhungen offenlassen, aber zunächst neue Daten abwarten. PIMCO erwartet ebenfalls eine längere Pause, sofern die Inflationserwartungen nicht weiter steigen. Aberdeen rechnet hingegen mit einem eher entschlossenen Ton.
Zusätzliche Unsicherheit schafft die Geldpolitik der US-Notenbank. Eine Zinserhöhung in den USA könnte die Anleiherenditen auch in Europa nach oben treiben. Bleibt sie aus, würden sich die Kurse von EZB und Federal Reserve stärker voneinander entfernen. Für Kreditnehmer in Spanien ist damit nicht nur der aktuelle Schritt entscheidend, sondern vor allem die Entwicklung von Inflation, Euribor und Kapitalmarktzinsen in den kommenden Monaten.
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Quelle
El País – „El BCE prepara la segunda subida de tipos del año con dudas sobre el camino futuro“
https://elpais.com/economia/2026-09-10/el-bce-prepara-la-segunda-subida-de-tipos-del-ano-con-dudas-sobre-el-camino-futuro.htmlDiario de Mallorca – „El mercado da por hecha la subida de tipos del BCE este jueves, aunque duda de que sea suficiente para domar la inflación“
https://www.diariodemallorca.es/economia/2026/09/10/mercado-da-hecha-subida-tipos-134130561.html
Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 10. September 2026
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