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Aktuelle Nachrichten31. Juli 2026Aktualisiert am 4. August 2026

Italien fordert Schengen-Aussetzung gegenüber Spanien

Menschen erreichen die Küste von Ceuta an der Grenze zwischen Marokko und Spanien
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Nach der Migrationskrise in Ceuta wächst der Streit zwischen Rom und Madrid

Die Migrationslage in der spanischen Exklave Ceuta sorgt für einen diplomatischen Streit zwischen Italien und Spanien. Nach der Ankunft von mehr als 1.500 Migranten innerhalb weniger Tage forderte Italiens Außenminister Antonio Tajani eine Aussetzung des Schengen-Raums gegenüber Spanien.

Tajani erklärte auf X, irreguläre und unkontrollierte Einwanderung stelle eine Gefahr für die nationale Sicherheit dar. Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die Bilder aus Ceuta als erschütternd und brachte „außergewöhnliche Maßnahmen“ ins Spiel. Dazu könne auch eine Aussetzung des Schengen-Abkommens mit Spanien gehören.

Madrid reagierte scharf und bestellte den italienischen Botschafter ein.

Mehr als 1.500 Menschen erreichen Ceuta

In Ceuta kamen innerhalb weniger Tage mehr als 1.500 Menschen an. Viele erreichten die spanische Exklave von Marokko aus schwimmend oder mit Schwimmhilfen. Nach Medienberichten kamen mindestens 9 Menschen bei dem Versuch ums Leben.

Ceuta liegt an der nordafrikanischen Küste und gehört zu Spanien. Zusammen mit Melilla bildet die Stadt eine der wenigen Landgrenzen der Europäischen Union mit Afrika. Deshalb ist die Exklave seit Jahren ein besonders sensibler Ort in der europäischen Migrationspolitik.

Der Regionalpräsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas, sprach von einem humanitären und sozialen Notstand. Die Aufnahmeeinrichtungen seien überlastet, unter den Ankommenden seien auch viele Minderjährige.

Spanien schickt Soldaten und Polizeikräfte

Die spanische Regierung kündigte an, zusätzliche Kräfte nach Ceuta zu entsenden. Nach Angaben des Innenministeriums sollen Soldaten die Guardia Civil unterstützen. Außerdem wurden zusätzliche Polizeikräfte mobilisiert.

Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, seine Regierung habe alle notwendigen Mittel eingesetzt, um auf die Lage in Ceuta zu reagieren. Innenminister Fernando Grande-Marlaska reiste in die Exklave, um sich mit Sicherheitskräften und lokalen Behörden zu beraten.

Madrid betont zugleich die Zusammenarbeit mit Marokko. Beide Länder wollen Rückführungen beschleunigen und die Situation an der Grenze stabilisieren.

Italien macht Druck auf Spanien

Italien sieht in der Lage von Ceuta ein europäisches Sicherheitsproblem. Außenminister Tajani forderte, den Schengen-Raum gegenüber Spanien zu schließen. Ministerpräsidentin Meloni erklärte, Italien werde nicht tatenlos zusehen, wenn die Sicherheit europäischer Grenzen gefährdet sei.

Die Forderung ist politisch brisant. Eine Aussetzung von Schengen-Kontrollen gegenüber Spanien würde bedeuten, dass Italien wieder Grenzkontrollen für Reisende aus Spanien einführen könnte.

Rom verbindet die Kritik an Ceuta auch mit der spanischen Migrationspolitik insgesamt. Tajani kritisierte die Regularisierungspolitik der Regierung von Pedro Sánchez und stellte sie in einen Zusammenhang mit irregulärer Migration.

Madrid weist Kritik zurück

Die spanische Regierung reagierte deutlich. Außenminister José Luis Albares bezeichnete die Äußerungen aus Italien als unangemessen. Spanien warf Rom vor, Migration für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Madrid erwarte von Italien europäische Solidarität und keine parteipolitische Polemik. Die Einbestellung des italienischen Botschafters zeigt, wie ernst Spanien die Aussagen aus Rom nimmt.

Der Streit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Spanien ohnehin innenpolitisch stark unter Druck steht. Die Opposition spricht von einer nationalen Sicherheitskrise. Die rechte Partei Vox macht Sánchez persönlich für die Lage verantwortlich.

EU bietet Unterstützung an

Auch die Europäische Union ist eingeschaltet. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte, Brüssel stehe in Kontakt mit Spanien und habe Unterstützung angeboten. Dazu gehört auch mögliche Hilfe durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Die EU betont, dass der Schutz der Außengrenzen ein zentraler Bestandteil der gemeinsamen Migrationspolitik sei. Gleichzeitig steht Brüssel auch mit Marokko in Kontakt, um gefährliche Überfahrten und Grenzübertritte zu verhindern.

Erinnerung an die Krise von 2021

Die Ereignisse erinnern an die Migrationskrise von 2021. Damals gelangten innerhalb von 2 Tagen rund 10.000 Menschen nach Ceuta. Auch damals wurde Marokko vorgeworfen, Migration als politisches Druckmittel gegenüber Spanien einzusetzen.

Marokko weist solche Vorwürfe regelmäßig zurück. Auch diesmal betonten marokkanische Diplomaten, der Anstieg irregulärer Grenzübertritte sei nicht von den Behörden in Rabat gefördert worden. Vielmehr seien Schleusernetzwerke verantwortlich.

Aus dem Umfeld der Guardia Civil in Ceuta gab es jedoch Zweifel, ob die Unterstützung durch marokkanische Sicherheitskräfte ausgereicht habe.

Was der Streit bedeutet

Der Streit zwischen Italien und Spanien zeigt, wie schnell nationale Migrationskrisen zu europäischen Konflikten werden können. Ceuta liegt zwar auf spanischem Gebiet, ist aber zugleich EU-Außengrenze.

Für Italien ist die Lage ein Argument für härtere Grenzmaßnahmen. Für Spanien steht dagegen im Vordergrund, die Krise mit zusätzlichen Sicherheitskräften, Rückführungen und EU-Unterstützung zu bewältigen.

Ob es tatsächlich zu einer Aussetzung von Schengen-Kontrollen gegenüber Spanien kommt, ist offen. Politisch wäre ein solcher Schritt aber ein deutliches Signal und würde die Beziehungen zwischen Rom und Madrid weiter belasten.

Quellen

Frankfurter Rundschau – „Migrationskrise in Ceuta: Italien erwägt Aussetzung des Schengen-Abkommens mit Spanien“
https://www.fr.de/politik/spaniens-afrika-exklave-mit-migranten-ueberfordert-humanitaerer-notstand-zr-94422460.html

Stern – „Spanien entsendet Soldaten in Exklave Ceuta – Italien fordert Madrids Schengen-Ausschluss“
https://www.stern.de/news/spanien-entsendet-soldaten-in-exklave-ceuta---italien-fordert-madrids-schengen-ausschluss-38039150.html

Euronews – „Migrantenankünfte in Ceuta: Italien fordert Schengen-Aussetzung gegenüber Spanien“
https://de.euronews.com/my-europe/2026/07/30/ceuta-spanien-marokko-ruckfuhrungen

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Veröffentlicht am 31. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 04. August 2026

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