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Casa 47: So soll bezahlbarer öffentlicher Wohnraum auf die Kanaren kommen

Von Redaktion Spanienleben.de
Mehrfamilienhäuser in Las Palmas de Gran Canaria, wo neue öffentliche Mietwohnungen geplant sind

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Casa 47 soll den staatlichen Bestand an bezahlbaren Mietwohnungen zentral verwalten und ausbauen. Auf den Kanaren sind bis zu 1.161 Wohnungen vorgesehen, doch aktuell kann dort noch keine beantragt werden. Die Mieten sollen sich am Einkommen orientieren und höchstens 30 Prozent des Haushaltseinkommens beanspruchen. Gran Canaria führt die geplante Verteilung auf den Inseln mit 419 Wohnungen an.

Eine zentrale Stelle für staatliche Mietwohnungen

Casa 47 ist die neue staatliche Einrichtung für bezahlbaren öffentlichen Wohnraum in Spanien. Sie wurde im Dezember 2025 gegründet und ersetzt SEPES. Diese Behörde war seit 1981 vor allem für die Verwaltung und Entwicklung städtischer Flächen zuständig.

Der Name verweist auf Artikel 47 der spanischen Verfassung. Darin wird das Recht auf angemessenen Wohnraum festgehalten. Der Staat soll die Bedingungen schaffen, damit dieses Recht verwirklicht werden kann.

Casa 47 soll künftig als gemeinsame Verwaltung für den staatlichen Bestand an bezahlbaren Mietwohnungen dienen. Über das neue Internetportal sollen Interessenten verfügbare Objekte finden, Bedingungen prüfen, Anträge stellen und Vergabeverfahren verfolgen können.

Die Miete richtet sich nach dem Einkommen

Das Modell geht über die gewöhnliche Vermietung staatlicher Wohnungen hinaus. Die Höhe der Miete soll von der jeweiligen Immobilie, der wirtschaftlichen Lage der Gemeinde und dem Einkommen des Haushalts abhängen. Nach den Vorgaben der Regierung darf ein Haushalt höchstens 30 Prozent seines Einkommens für die Miete aufwenden.

Die Verträge sollen zunächst 14 Jahre laufen. Automatische Verlängerungen um jeweils sieben Jahre sind bis zu einer Gesamtdauer von höchstens 75 Jahren möglich. Welche Bedingungen Mieter für diese Verlängerungen erfüllen müssen, ist noch nicht abschließend geregelt.

Der allgemeine Einkommensrahmen liegt zwischen 16.800 und 63.000 Euro. Bewerber dürfen keine andere Wohnung besitzen. Sie müssen außerdem in der Gemeinde oder Autonomen Gemeinschaft der angebotenen Wohnung gemeldet sein und ihre Verpflichtungen gegenüber Finanzamt und Sozialversicherung erfüllt haben. Familien mit Kindern, junge Menschen und vulnerable Personen sollen bevorzugt berücksichtigt werden.

Bis zu 1.161 Wohnungen für die Kanaren

Die erste Ausschreibung von Casa 47 umfasst mehr als 800 Wohnungen mit Mieten ab 350 Euro im Monat. Sie verteilen sich auf Alicante, Asturias, A Coruña, Barcelona, Castellón, Girona, Lleida, Lugo, Navarra, Tarragona und Valencia. Die Kanaren sind in dieser ersten Runde nicht vertreten.

Für den Archipel sind jedoch bis zu 1.161 Wohnungen in der neuen staatlichen Struktur vorgesehen. Davon entfallen 779 auf die Provinz Las Palmas und 382 auf Santa Cruz de Tenerife. Nach Inseln liegt Gran Canaria mit 419 Wohnungen vorn. Es folgen Tenerife mit 380, Fuerteventura mit 249 und Lanzarote mit 111 Wohnungen. La Gomera ist mit zwei Wohnungen aufgeführt. La Palma und El Hierro erscheinen nicht in der Aufstellung.

Der Bestand kann aus mehreren Quellen wachsen. Dazu zählen Neubauprojekte, staatliche Grundstücke, Immobilien der Sareb und eigens für die bezahlbare Vermietung gekaufte Wohnungen.

Projekt in Las Palmas de Gran Canaria

Ein konkretes Vorhaben umfasst 56 Wohnungen an der Explanada de San Francisco in Las Palmas de Gran Canaria. Casa 47 vergab im April 2026 den Auftrag zur Ausarbeitung des Projekts. Im Juni 2026 genehmigte der Ministerrat zudem eine Vereinbarung mit den Kanaren über knapp 25 Millionen Euro zur Entwicklung dieser Wohnungen.

Die Projekte müssen allerdings erst fertiggestellt und in bezugsfähige Wohnungen umgewandelt werden. Danach können sie in das Vergabesystem von Casa 47 aufgenommen werden. Erst die jeweiligen Ausschreibungen werden zeigen, welche Bedingungen vor Ort gelten und wann Bewerbungen möglich sind.

Was Mieter jetzt wissen müssen

Residenten auf den Kanaren können derzeit noch keinen Antrag für eine Casa-47-Wohnung auf den Inseln stellen. Auch das neue Portal listet dort bislang kein offenes Angebot. Interessenten müssen warten, bis einzelne Projekte abgeschlossen und offiziell ausgeschrieben sind.

Casa 47 schafft daher zunächst eine langfristige Perspektive. Das Modell kann den kleinen öffentlichen Mietwohnungsbestand ergänzen und Haushalte durch einkommensabhängige Mieten entlasten. Wie stark sich dies auf den angespannten Wohnungsmarkt auswirkt, hängt jedoch von der tatsächlichen Fertigstellung und dem Zeitpunkt der Vergabe ab.

Das Vorhaben ist Teil des staatlichen Wohnungsplans 2026 bis 2030. Dieser ist mit 7 Milliarden Euro ausgestattet und verfügt damit über dreimal so viele Mittel wie sein Vorgänger. Entscheidend für die Kanaren wird sein, wie schnell die angekündigten Wohnungen aus der Planung in die Vermietung gelangen.

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 10. September 2026

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