Benzinpreise: Ölsektor erklärt fast ein Drittel der Teuerung

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Der Ölsektor treibt die Preise in Spanien deutlich stärker als bisher angenommen. Nach aktuellen Berechnungen geht fast ein Drittel des jüngsten Preisanstiegs auf die Raffinerien zurück. Deren Bruttomarge stieg im zweiten Quartal auf 28,4 Prozent – auch, weil in anderen Märkten Kraftstoff knapp ist.
Woher der Preisdruck kommt
Dass Kraftstoff in Spanien teuer bleibt, liegt nicht nur am Rohölpreis. Ein erheblicher Teil des Anstiegs entsteht in der Verarbeitung: Die Raffinerien erzielen derzeit außergewöhnlich hohe Margen. Im zweiten Quartal lag die Bruttomarge dieser Aktivität bei 28,4 Prozent.
Ein Grund dafür ist die starke Nachfrage aus dem Ausland. Weil in anderen Märkten Angebot fehlt, sind die Exporte deutlich gestiegen. Das verknappt das Angebot im Inland und stützt die Preise zusätzlich.
Rekordrenditen im Energiesektor
Eine Auswertung der Gewerkschaft CCOO kommt zu dem Ergebnis, dass die Energieunternehmen im zweiten Quartal eine Rendite von 24,5 Prozent auf ihre Umsätze erzielt haben. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vergleichsjahr 2018.
Damit rückt eine Frage in den Vordergrund, die in Spanien seit der Energiekrise immer wieder gestellt wird: Wie viel des Preisanstiegs ist auf gestiegene Kosten zurückzuführen – und wie viel auf Gewinnmargen?
Was das für den Alltag bedeutet
Für Autofahrer wirkt sich die Entwicklung unmittelbar aus. Höhere Kraftstoffpreise verteuern nicht nur das Tanken, sondern über die Transportkosten auch viele andere Waren. Damit trägt der Ölsektor spürbar zur allgemeinen Teuerung bei.
Betroffen sind auch Urlauber mit Mietwagen sowie Pendler in Regionen mit langen Wegen und wenig Nahverkehr. Wer regelmäßig größere Strecken fährt, spürt die Unterschiede zwischen günstigen und teuren Tankstellen besonders deutlich.
Preisvergleich lohnt sich weiterhin
Die Spannen zwischen einzelnen Tankstellen sind in Spanien groß. Freie Anbieter und Tankstellen an Supermärkten liegen häufig unter den Preisen an Autobahnraststätten. Das offizielle Preisportal des Ministeriums zeigt die aktuellen Werte für jede Station.
Ob die Margen wieder sinken, hängt vor allem davon ab, wie sich die Versorgungslage in anderen Märkten entwickelt.
Weitere Beiträge rund um Kosten und Alltag in Spanien finden Sie im Ratgeber.
Quelle
El País – „El refino del petróleo dispara los márgenes del sector y explica casi un tercio de la subida de precios en España“
https://elpais.com/economia/2026-09-08/el-refino-del-petroleo-dispara-los-margenes-del-sector-y-explica-casi-un-tercio-de-la-subida-de-precios-en-espana.htmlelDiario.es – „La guerra en Irán dispara los márgenes del refino y eleva la rentabilidad del sector energético al máximo histórico“
https://www.eldiario.es/economia/guerra-iran-dispara-margenes-refino-eleva-rentabilidad-sector-energetico-maximo-historico_1_13492802.html
Ratgeber zum Thema
Hintergrund und Praxiswissen, das über die aktuelle Meldung hinausgeht.
Finanzen und Steuern in Spanien
Bankkonto, Steuerpflicht, Abgaben und laufende Kosten im Überblick.
Reise-Guide Spanien
Regionen, Orte und praktische Tipps für Urlaub und Ausflüge in Spanien.
Auswandern nach Spanien: Der komplette Leitfaden
NIE, Anmeldung, Kosten und Alltag – alle Schritte für den Neustart in Spanien.
Wohnen in Spanien: Miete, Kauf und Wohnungssuche
Wie Wohnungssuche, Mietvertrag und Immobilienkauf in Spanien wirklich ablaufen.
Redaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 08. September 2026
Unsere RedaktionsleitlinienArtikel teilen
Kennst du jemanden, für den dieser Beitrag interessant ist?
Die Spanien-Woche – jeden Sonntag kostenlos im Posteingang
Verpasse keine wichtige Nachricht mehr: Jeden Sonntag senden wir dir die wichtigsten Meldungen aus Spanien. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Ähnliche Artikel

Ceuta drei Monate nach den Masseneinreisen: Fast 14.000 Menschen zurück nach Marokko
Laut El País sind drei Monate nach den Einreisen vom Juli fast 14.000 Menschen von Ceuta nach Marokko zurückgekehrt oder ausgewiesen worden; 7.000 sind in Aufnahmezentren, 4.000 laut Stadt nicht erfasst. Formelle Rückführungen Minderjähriger sind ein getrennter Vorgang.

Kanaren-Regen: La Palma stuft höchste Alarmstufe zurück, Warnlage bleibt bestehen
Die kanarische Regierung hat am Montag, 2. November, ab 09:00 Uhr kanarischer Ortszeit die höchste Alarmstufe im Osten La Palmas zurückgenommen: Dort gilt nun wieder „Alerta“. La Palma, La Gomera und El Hierro bleiben in der Alarmstufe, Teneriffa und Gran Canaria in der Vorwarnstufe. Kräftige Schauer bleiben möglich.

Spaniens Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 0,6 Prozent – INE veröffentlicht Erstschätzung
Das reale BIP steigt laut INE vorläufig um 0,6 Prozent zum Vorquartal und 2,7 Prozent zum Vorjahr. Die saison- und kalenderbereinigten Werte können später revidiert werden.
