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Benidorm kehrt seinen Arbeitskräften den Rücken: Wohnen wird für Beschäftigte fast unbezahlbar

Von Redaktion Spanienleben.de
Hochhäuser und Strandpromenade von Benidorm an der Costa Blanca

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Benidorm lebt vom Tourismus – doch genau die Menschen, die Hotels, Restaurants und Bars am Laufen halten, finden in der Stadt kaum noch eine bezahlbare Wohnung. Ferienvermietung und ausländische Käufer treiben die Preise, während die Löhne im Gastgewerbe kaum steigen.

  • Mieten und Kaufpreise in Benidorm sind in den vergangenen Jahren deutlich schneller gestiegen als die Löhne im Gastgewerbe.
  • Ferienvermietung entzieht dem Wohnungsmarkt einen wachsenden Teil des Bestands.
  • Ausländische Käufer treten häufig ohne Finanzierung auf und setzen sich bei Kaufangeboten durch.
  • Viele Beschäftigte pendeln aus dem Hinterland oder teilen sich Wohnungen zu mehreren.
  • Hotels berichten von zunehmenden Schwierigkeiten, Saisonpersonal zu finden.
  • Die Stadt setzt auf geförderten Wohnungsbau, der aber erst mit Verzögerung wirkt.

Das Problem ist kein Sonderfall: Ähnliche Entwicklungen gibt es auf Mallorca, in Málaga und an der Costa Blanca insgesamt.

Ein Tourismusmotor ohne Wohnraum

Benidorm gehört zu den bekanntesten Urlaubsorten Europas und ist ganzjährig geöffnet. Zehntausende Beschäftigte arbeiten in Hotels, Gastronomie, Reinigung, Handel und Freizeitparks. Genau für diese Gruppe ist Wohnraum in der Stadt inzwischen kaum noch erschwinglich.

Wohnungen, die früher langfristig vermietet wurden, wandern in die touristische Kurzzeitvermietung. Dort lassen sich in wenigen Sommermonaten Einnahmen erzielen, die eine Jahresmiete übersteigen. Für Eigentümer ist das rational, für den Wohnungsmarkt hat es klare Folgen.

Löhne halten nicht mit

Im Gastgewerbe liegen die Einkommen häufig nahe am Tarifniveau. Bei Mieten, die für kleine Wohnungen inzwischen deutlich über den früheren Werten liegen, geht ein großer Teil des Nettoeinkommens allein für das Wohnen drauf. Für Alleinstehende und Alleinerziehende ist die Lage besonders schwierig.

Viele Beschäftigte weichen in Nachbargemeinden wie La Nucía, Villajoyosa oder ins Hinterland aus und pendeln täglich. Andere teilen sich Wohnungen zu dritt oder viert oder mieten einzelne Zimmer.

Ausländische Käufer verschärfen den Wettbewerb

An der Costa Blanca ist der Anteil ausländischer Käufer hoch. Häufig wird ohne Hypothek gekauft, was bei Angeboten einen klaren Vorteil verschafft. Wer als lokaler Käufer auf eine Finanzierung angewiesen ist, hat gegen ein Barangebot kaum eine Chance.

Das treibt nicht nur die Kaufpreise, sondern indirekt auch die Mieten, weil ein Teil der erworbenen Wohnungen wiederum touristisch vermietet wird.

Was die Stadt plant

Benidorm setzt auf geförderten Wohnungsbau und die Ausweisung von Flächen für dauerhaftes Wohnen. Zusätzlich wird über strengere Regeln für neue touristische Vermietungslizenzen diskutiert. Beide Instrumente wirken jedoch nicht kurzfristig: Von der Planung bis zur Schlüsselübergabe vergehen Jahre.

Einige Hotelbetriebe gehen deshalb eigene Wege und mieten oder kaufen Wohnungen für ihr Saisonpersonal an – ein Modell, das aus Skigebieten und von den Balearen bekannt ist.

Was das für Urlauber und Residenten heißt

Für Urlauber bleibt Benidorm gut erreichbar und breit aufgestellt, doch Personalmangel kann sich in längeren Wartezeiten und eingeschränkten Serviceangeboten bemerkbar machen. Wer selbst an der Costa Blanca eine Wohnung sucht, sollte mit einem angespannten Markt, kurzen Reaktionszeiten und hohen Anforderungen an Nachweise rechnen.

Weitere Beiträge aus der Region finden Sie unter Costa Blanca.

Quelle

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 07. September 2026

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