Zurück zur Übersicht
Aktuelle Nachrichten26. Oktober 2026

Barcelona: Ermittlungen gegen „Blocus“ nach Krawallen

Von Redaktion Spanienleben.de
Polizeiwagen auf einem ruhigen historischen Platz in Katalonien bei Abenddämmerung (KI-generierte Illustration)

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
Artikel teilen:

Nach den Krawallen vom Samstag in Barcelona mit 128 Festnahmen ermitteln die Mossos d'Esquadra gegen die anonyme Plattform „Blocus“, die über TikTok aufgerufen hatte. Ähnliche Aufrufe für Sonntag in Granollers und Girona verliefen ohne Zwischenfälle. In sozialen Netzwerken kursieren neue Aufrufe für Samstag, 31. Oktober.

Was am Samstag in Barcelona geschah

Am Samstag, 24. Oktober, kam es im Zentrum Barcelonas zu schweren Ausschreitungen. Die letzte Bilanz der Mossos nennt laut Metrópoli Abierta 128 Festnahmen, davon 72 Minderjährige; 122 sind Männer, 6 Frauen. Etwa 450 Personen wurden identifiziert. Nach Crónica Global wurden 24 Geschäfte geplündert; laut El Nacional wurden 14 Polizisten verletzt.

Die Polizei hatte von dem Aufruf gewusst, aber mit etwa 300 Teilnehmern und leichten Zwischenfällen gerechnet. Tatsächlich kamen laut Metrópoli Abierta rund 600 junge Leute. Die Chefin der Mossos, Silvia Catà, sprach von „extremer Gewalt“. Es handle sich um sehr junge Menschen, teils unter 14 Jahren, die sich in kleinen Gruppen zusammenfänden, um Straftaten zu begehen, nicht um kriminelle Banden.

Das Protestcamp für bezahlbares Wohnen auf der Plaça de Catalunya distanzierte sich und schloss seine Zugänge. Bürgermeister Jaume Collboni kündigte an, die Stadt werde sich am Verfahren beteiligen, damit die Täter für die Schäden zahlen.

Wer hinter „Blocus“ steckt, ist offen

Aufgerufen hatte die anonyme Plattform „Blocus“, angelehnt an die Schülerproteste in Frankreich („blocus de lycées“). Das Motto war die „Qualität der Schulen“. Verbreitet wurde der Aufruf ab Mitte der Vorwoche über anonyme TikTok-Profile, organisiert über WhatsApp- und Telegram-Gruppen; Teilnehmer sollten schwarz gekleidet und vermummt kommen. Die Mossos arbeiten laut Crónica Global mit anderen europäischen Polizeibehörden zusammen, um die Urheber zu finden.

Granollers und Girona: Aufrufe ohne Folgen

Am Sonntagnachmittag tauchten ähnliche Plakate für Granollers und Girona auf. In Granollers sperrten die Mossos ab etwa 16 Uhr die Zugänge zur Plaça de la Porxada und zum Einkaufsviertel. In Girona, wo gerade das Stadtfest Sant Narcís läuft, stand die Stadt nach Angaben von Bürgermeister Lluc Salellas mit Polizei und Innenministerium in Kontakt. Laut 3CatInfo liefen die Aufrufe ins Leere: In keiner der beiden Städte gab es Versammlungen, die Polizei zog einen Teil der Kräfte wieder ab.

Neue Aufrufe für den 31. Oktober

Laut Newtral kursieren für Samstag, 31. Oktober, neue Aufrufe in Madrid (Plaza de España, Puerta del Sol), Barcelona (Plaça de Catalunya, Passeig de Gràcia), Algeciras und San Pedro de Alcántara bei Marbella. Die Aufrufe haben bisher eine begrenzte Reichweite, Uhrzeiten und Treffpunkte widersprechen sich. Einige Konten nennen auch den 26., 27. oder 29. Oktober. Ob es tatsächlich zu Versammlungen kommt, ist offen.

Was das für Besucher heißt

Eine offizielle Reisewarnung gibt es nicht. Wer am 31. Oktober, dem Halloween-Abend, in Barcelona, Madrid oder an der Costa del Sol unterwegs ist, sollte mit mehr Polizei in den Innenstädten rechnen und lokale Nachrichten verfolgen.

Fazit

Die Krawalle vom Samstag waren schwer, die Folgeaufrufe vom Sonntag blieben folgenlos. Wer hinter „Blocus“ steht, ist noch nicht bekannt.

Quelle

Ratgeber zum Thema

Hintergrund und Praxiswissen, das über die aktuelle Meldung hinausgeht.

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 26. Oktober 2026

Unsere Redaktionsleitlinien

Artikel teilen

Kennst du jemanden, für den dieser Beitrag interessant ist?

Kostenlos abonnieren

Die Spanien-Woche – jeden Sonntag kostenlos im Posteingang

Verpasse keine wichtige Nachricht mehr: Jeden Sonntag senden wir dir die wichtigsten Meldungen aus Spanien. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Ähnliche Artikel

Symbolbild: Hände halten eine Gehaltsabrechnung neben Taschenrechner und Euromünzen (KI-generiert)
Aktuelle Nachrichten25. Oktober 2026

Mindestlohn 2027: Steuerfreiheit braucht neues Gesetz

Spaniens Regierung will den gesetzlichen Mindestlohn für 2027 noch vor der Wahl am 29. November anheben. Die neue Höhe steht jedoch nicht fest – und eine Anhebung allein würde die geltende Einkommensteuerregelung nicht automatisch verändern. Dafür wäre eine eigene Gesetzesänderung nötig. Ohne Anpassung könnte der derzeitige Steuerabzug bei Einkommen oberhalb von 17.094 Euro sinken; ob tatsächlich IRPF anfällt, hängt vom Einzelfall ab.

Symbolbild: Voller Stadtstrand in Barcelona mit Rettungsturm und Skyline (KI-generiert)

Barcelonas Strände: Rekord mit 5,6 Millionen Besuchern

Barcelonas Strände haben in der Badesaison 2026 nach Angaben der Stadt 5,6 Millionen Besucher verzeichnet – so viele wie nie seit Beginn der Erfassung. Gleichzeitig wurden mehr als 95.000 Anzeigen wegen unzivilisierten Verhaltens aufgenommen. Die Bilanz umfasst außerdem Hunderte Einsätze auf See sowie deutlich weniger Abfall je Nutzer. Die Angaben stammen aus einer Mitteilung des Ajuntament de Barcelona und sind nicht unabhängig geprüft.