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Balearen: Mehr Wohnhypotheken im Juli, Spanien im Minus

Von Redaktion Spanienleben.de
Wohnstraße in Palma mit Altbauten und Bankfiliale bei Tageslicht (KI-generiertes Symbolbild)

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
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Auf den Balearen sind im Juli 2026 wieder mehr Wohnhypotheken eingetragen worden als ein Jahr zuvor. Laut der am 28. September veröffentlichten Hypothekenstatistik des spanischen Statistikamts INE wurden auf den Inseln 1.024 Hypotheken auf Wohnungen neu in den Grundbüchern registriert, 8,6 Prozent mehr als im Juli 2025. Spanienweit ging die Zahl im selben Zeitraum zurück.

Die Balearen weisen damit im Juli den stärksten Anstieg aller Regionen auf. Gleichzeitig zeigt eine zweite INE-Statistik für denselben Monat ein deutlich schwächeres Bild bei den registrierten Wohnungskäufen. Beide Zahlen messen unterschiedliche Dinge und sollten nicht miteinander verwechselt werden.

Die Zahlen im Überblick

Nach den vorläufigen Daten des INE wurden im Juli auf den Balearen 1.024 Hypotheken auf Wohnimmobilien eingetragen. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Plus von 8,6 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2026 stieg die Zahl laut Europa Press um 30,8 Prozent. Nach mehreren Monaten mit negativen Jahresraten liegt die Region damit wieder im positiven Bereich.

Das dafür verliehene Kapital summierte sich auf 340,67 Millionen Euro. Das sind 15,31 Prozent mehr als im Juli 2025 und 38,3 Prozent mehr als im Juni. Das Kapital wuchs also stärker als die Zahl der Darlehen.

Für ganz Spanien meldet das INE 43.372 eingetragene Wohnhypotheken im Juli, ein Minus von 3,5 Prozent (genau 3,49 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat. Der durchschnittliche Darlehensbetrag lag landesweit bei 180.785 Euro und damit 10,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der mittlere Zinssatz neuer Wohnhypotheken betrug 3,01 Prozent.

Nach den Balearen verzeichneten Asturien mit 8,1 Prozent und Galicien mit 7,1 Prozent die größten Zuwächse. Die stärksten Rückgänge meldeten Kantabrien, Aragonien und La Rioja.

Durchschnittliches Darlehen: rund 332.700 Euro

Teilt man das verliehene Kapital durch die Zahl der Wohnhypotheken, ergibt sich für die Balearen rechnerisch ein durchschnittlicher Darlehensbetrag von etwa 332.700 Euro. Dieser Wert ist eine eigene Berechnung auf Basis der INE-Zahlen. Er liegt deutlich über dem spanischen Durchschnitt von 180.785 Euro.

Wichtig ist die richtige Einordnung: Der Betrag beschreibt nur die durchschnittliche Höhe der aufgenommenen Kredite. Er ist weder der durchschnittliche Kaufpreis einer Wohnung noch sagt er etwas über das eingesetzte Eigenkapital der Käufer aus. Auch ob Haushalte sich dadurch mehr Wohnraum leisten können, lässt sich aus der Statistik nicht ableiten. Ein höherer Durchschnittskredit kann ebenso mit hohen Immobilienpreisen oder einer veränderten Zusammensetzung der finanzierten Objekte zusammenhängen.

Was die Statistik misst und was nicht

Die Hypothekenstatistik des INE erfasst Darlehen, die in einem Monat in den Grundbüchern eingetragen wurden. Die zugrunde liegenden notariellen Verträge können bereits einige Wochen oder Monate früher unterschrieben worden sein. Die Julizahlen spiegeln also nicht zwingend Entscheidungen wider, die im Juli getroffen wurden.

Zudem ist eine Wohnhypothek nicht gleichbedeutend mit einem Wohnungskauf. Nicht jeder Kauf wird über ein Darlehen finanziert, und nicht jede Hypothek dient einem Kauf. Auch über den Wohnungsneubau sagt die Statistik nichts aus. Aussagen über Baugenehmigungen oder Fertigstellungen lassen sich daraus nicht ableiten.

Neben den Wohnhypotheken wurden auf den Balearen im Juli insgesamt 1.334 Hypotheken auf Grundstücke und Gebäude aller Art eingetragen, mit einem Kapital von 586,92 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden laut Europa Press 1.389 Darlehen gelöscht, davon 954 auf Wohnungen.

Gegenläufiges Signal bei den Wohnungskäufen

Die ebenfalls vom INE veröffentlichte Statistik der Eigentumsübertragungen (ETDP) für Juli zeigt für die Balearen ein anderes Bild. Die Zahl der registrierten Wohnungskäufe sank dort um 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nur Asturien verzeichnete mit minus 15,2 Prozent einen stärkeren Rückgang.

Mehr eingetragene Hypotheken bei gleichzeitig weniger registrierten Käufen sind kein Widerspruch in den Daten. Die beiden Statistiken erfassen unterschiedliche Vorgänge, und ihre Eintragungen müssen zeitlich nicht zusammenfallen. Belastbare Rückschlüsse auf eine Trendwende am Immobilienmarkt der Inseln erlauben die Zahlen eines einzelnen Monats daher nicht.

Hintergrund: Käufe von Balearen-Bewohnern auf dem Festland

Das hohe Preisniveau auf den Inseln war bereits im August Thema. Die Zeitung La Vanguardia berichtete am 24. August 2026, dass Personen mit Wohnsitz auf den Balearen im ersten Quartal 2026 außerhalb der Inseln 716 Wohnungen gekauft haben. Das entsprach 24 Prozent ihrer Käufe. 15 Prozent dieser auswärtigen Käufe entfielen auf Asturien. Nach Zahlen der Notare lag der Quadratmeterpreis im Juni auf den Balearen bei 4.384 Euro, in Asturien bei 1.409 Euro.

Diese Angaben beziehen sich auf den Wohnsitz der Käufer. Sie belegen nicht, dass die Käufer tatsächlich umgezogen sind. Es handelt sich zudem um einen Bericht aus dem August und nicht um eine neue Entwicklung. Die deutschsprachige Costa Nachrichten griff das Thema am 22. September als Sekundärbericht auf.

Einordnung

Gesichert ist laut INE: Im Juli wurden auf den Balearen 1.024 Wohnhypotheken mit einem Volumen von 340,67 Millionen Euro eingetragen, 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr, während Spanien insgesamt ein Minus von 3,5 Prozent verzeichnete. Die registrierten Wohnungskäufe gingen auf den Inseln im selben Monat um 14,3 Prozent zurück.

Offen bleibt, ob der Anstieg bei den Hypotheken anhält. Monatszahlen schwanken stark, und die Eintragungen hinken den Vertragsabschlüssen hinterher. Warum das Kreditvolumen stärker gestiegen ist als die Zahl der Darlehen, erklärt die Statistik nicht.

Für Kaufinteressenten auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Wer eine Finanzierung plant, findet Hintergründe zur Zinsentwicklung in unserem Beitrag zum Euribor im August 2026 und zu den Folgen höherer EZB-Zinsen für den Wohnungskauf auf Mallorca. Einen Überblick zur Nachfrage aus dem Ausland bietet der Artikel über ausländische Käufer auf den Balearen, zur Lage für Beschäftigte der Beitrag zum Wohnungsmarkt für Fachkräfte und junge Menschen.

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 30. September 2026

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