Spanien erhält 900.000 Anträge auf Aufenthaltserlaubnis

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Legalisierungsprogramm wird deutlich stärker genutzt als erwartet
Spanien erlebt bei seinem Programm zur Legalisierung von Migranten ohne gültige Papiere eine deutlich höhere Nachfrage als erwartet. Nach Angaben des Migrationsministeriums sind innerhalb weniger Monate rund 900.000 Anträge eingegangen.
Ursprünglich hatte die Regierung mit etwa 500.000 Anträgen gerechnet. Eine spanische Flüchtlingshilfsorganisation geht inzwischen davon aus, dass bis zum Ende des Programms mehr als 1 Million Anträge eingehen könnten.
Wer eine Aufenthaltserlaubnis erhalten kann
Das Programm richtet sich an Menschen, die bereits in Spanien leben, aber bisher keinen regulären Aufenthaltsstatus haben.
Voraussetzung ist unter anderem, dass Antragsteller nachweisen können, dass sie sich bereits vor dem Stichtag in Spanien aufgehalten haben und keine Straftaten begangen haben.
Wer zugelassen wird, kann zunächst eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis mit Arbeitserlaubnis erhalten. Nach einem Jahr kann diese in eine reguläre Aufenthaltserlaubnis umgewandelt werden.
360.000 Arbeitserlaubnisse seit April
Seit April wurden laut Ministerium bereits rund 360.000 befristete Arbeitserlaubnisse erteilt. Das entspricht etwa 40 Prozent der eingegangenen Anträge.
Wichtig ist: Antragsteller dürfen bereits arbeiten, sobald ihr Antrag zur Bearbeitung angenommen wurde.
Damit will Spanien Menschen, die ohnehin im Land leben, schneller in den regulären Arbeitsmarkt bringen. Ziel ist es, Schwarzarbeit zu verringern und mehr Beschäftigte in Steuern und Sozialversicherung einzubinden.
Warum Spanien diesen Weg geht
Spanien ist in mehreren Branchen auf Arbeitskräfte angewiesen. Besonders betroffen sind Bereiche wie Tourismus, Gastronomie, Landwirtschaft, Baugewerbe, Pflege und haushaltsnahe Dienstleistungen.
Viele Migranten arbeiten bereits in diesen Sektoren, häufig jedoch unter unsicheren Bedingungen. Mit dem Programm versucht Spanien, diese Realität stärker rechtlich zu ordnen.
Gleichzeitig unterscheidet sich Madrid damit von vielen anderen europäischen Ländern, die ihre Migrationspolitik eher verschärfen.
Verwaltung bleibt belastet
Trotz des Programms bleiben die Probleme im spanischen Einwanderungssystem groß. Seit Jahren gibt es lange Wartezeiten, komplizierte Verfahren und Verzögerungen bei Aufenthalts- und Asylentscheidungen.
Organisationen wie CEAR fordern deshalb langfristige Reformen. Aus ihrer Sicht reicht ein einmaliges Sonderprogramm nicht aus. Es brauche dauerhaft schnellere und klarere Wege zu Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen.
Bedeutung für Spanien
Die hohe Zahl der Anträge zeigt, wie viele Menschen bereits in Spanien leben, ohne rechtlich vollständig abgesichert zu sein.
Für Spanien geht es deshalb nicht nur um Migration, sondern auch um Arbeitsmarkt, Verwaltung, Integration und soziale Ordnung.
Besonders für Branchen mit Personalmangel kann das Programm kurzfristig Entlastung bringen. Gleichzeitig wird entscheidend sein, ob die Behörden die vielen Anträge tatsächlich zügig bearbeiten können.
Fazit
Spanien hat mit seinem Legalisierungsprogramm deutlich mehr Anträge erhalten als erwartet. Statt der angenommenen 500.000 Anträge sind bereits rund 900.000 eingegangen.
Die wichtigsten Punkte:
- rund 900.000 Anträge auf Aufenthaltserlaubnis
- ursprünglich wurden etwa 500.000 erwartet
- mehr als 1 Million Anträge bis Programmende möglich
- rund 360.000 befristete Arbeitserlaubnisse seit April
- Ziel ist die Integration in den regulären Arbeitsmarkt
- besonders wichtig für Tourismus, Pflege, Gastronomie und Landwirtschaft
- Organisationen fordern langfristige Reformen
Spanien versucht damit, Menschen, die bereits im Land leben und arbeiten, stärker in den legalen Arbeitsmarkt einzubinden. Gleichzeitig zeigt die hohe Zahl der Anträge, wie groß der Reformbedarf im Einwanderungssystem bleibt.
Quelle
WELT – „Spanien rechnete mit 500.000 Anträgen von Migranten – und bekommt doppelt so viele““
https://www.welt.de/politik/ausland/article6a31f122a7834e0047eec014/legale-aufenthaltserlaubnis-spanien-rechnete-mit-500-000-antraegen-von-migranten-und-bekommt-doppelt-so-viele.htmlReuters – „Spain receives 900,000 applications in migrant legalisation drive, double expected demand““
https://www.reuters.com/world/spain-receives-900000-applications-migrant-legalisation-drive-double-expected-2026-06-15/
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Veröffentlicht am 17. Juni 2026
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