Spanien: Ausländische Käufer zahlen im Schnitt 35 Prozent mehr pro Quadratmeter

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Ausländische Immobilienkäufer in Spanien zahlten 2025 durchschnittlich 2.479 Euro pro Quadratmeter, spanische Käufer dagegen 1.839 Euro. Das geht aus einer Auswertung von Europa Press auf Grundlage von UCI-Daten hervor. Der rechnerische Unterschied beträgt 34,8 Prozent, gerundet 35 Prozent. Die am 29. September 2026 vorliegende Datenlage zeigt damit einen deutlichen Abstand zwischen den Käufergruppen. Sie belegt jedoch nicht, dass ausländische Käufer für eine vergleichbare Immobilie grundsätzlich einen höheren Preis bezahlen.
Was der Preisabstand tatsächlich aussagt
Über die Europa-Press-Auswertung berichtet unter anderem El Ideal Gallego am 26. September 2026. Die dort genannten UCI-Werte für 2025 beschreiben durchschnittliche Quadratmeterpreise bei Käufen durch Ausländer und Spanier. Damit werden die jeweils erfassten Transaktionen gegenübergestellt, nicht identische Wohnungen oder Häuser unter gleichen Bedingungen.
Diese Unterscheidung ist entscheidend: Ein höherer Durchschnittspreis kann grundsätzlich auch mit der Zusammensetzung der gekauften Immobilien zusammenhängen. Für die Bewertung wären beispielsweise Lage, Objektart und Ausstattung relevant. Welchen Anteil solche Merkmale am ausgewiesenen Abstand haben, lässt sich aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht bestimmen.
Die Aussage, ausländische Käufer zahlten im Schnitt mehr, ist durch die genannten Werte gedeckt. Weitergehende Behauptungen, etwa über einen pauschalen Preisaufschlag allein aufgrund der Staatsangehörigkeit, wären es nicht. Ebenso wenig lässt sich aus dem Vergleich ableiten, wie stark ausländische Nachfrage die Immobilienpreise insgesamt beeinflusst. Ein Vergleich zweier Durchschnittswerte ersetzt keine Untersuchung der Ursachen.
Wohnsitz unterscheidet die Käufergruppen
Die UCI-Angaben für 2025 unterscheiden zwischen Ausländern, die bereits in Spanien leben, und Nichtresidenten. Bereits im Land lebende ausländische Käufer stehen demnach für 11,6 Prozent des Marktes, Nichtresidenten für 7,2 Prozent. Die Werte machen deutlich, dass ausländische Nachfrage nicht ausschließlich mit Käufen aus dem Ausland gleichgesetzt werden kann.
Auch Merca2 behandelt die Käufe durch Ausländer in seinem Bericht vom 28. September 2026. Als wichtige Herkunftsgruppen werden im zugrunde liegenden Datenrahmen Briten, Deutsche und Marokkaner genannt. Eine belastbare Rangfolge oder konkrete Kaufanteile dieser Nationalitäten lassen sich aus den hier vorliegenden Angaben nicht ableiten.
Staatsangehörigkeit und Wohnsitz sind dabei unterschiedliche Merkmale. Aus der Herkunft allein ergibt sich nicht, ob jemand bereits in Spanien wohnt. Ebenso wenig lässt sich daraus der Zweck eines Immobilienkaufs ablesen. Die Daten erlauben daher keine pauschale Gleichsetzung ausländischer Käufer mit Ferienhauskäufern oder Kapitalanlegern. Auch über die persönliche Finanzierung oder die geplante Nutzung sagen die genannten Durchschnittspreise nichts aus.
Notariatsdaten zeigen deutliche Unterschiede
Eine ergänzende Einordnung liefert der Consejo General del Notariado für das zweite Halbjahr 2025. In dieser Statistik lag der Ausländeranteil an den erfassten Wohnimmobilienkäufen bei 18,4 Prozent. Anders als der zusammengefasste UCI-Preiswert weist das Notariat die Quadratmeterpreise nach dem Wohnsitzstatus der ausländischen Käufer getrennt aus.
- Ausländische Nichtresidenten zahlten laut Notariat im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 3.242 Euro pro Quadratmeter.
- In Spanien ansässige ausländische Käufer zahlten im selben Zeitraum durchschnittlich 1.963 Euro pro Quadratmeter.
- Spanische Käufer zahlten im selben Zeitraum durchschnittlich 1.839 Euro pro Quadratmeter.
Innerhalb der Notariatsstatistik liegt der Durchschnitt für ausländische Residenten damit deutlich näher am Wert spanischer Käufer als der Durchschnitt für Nichtresidenten. Der Wohnsitzstatus ist für die Interpretation des Preisabstands folglich wichtig. Ein einziger Wert für alle ausländischen Käufer verdeckt diese Unterschiede zwischen den erfassten Gruppen.
Der UCI-Wert von 2.479 Euro pro Quadratmeter für 2025 bildet offenbar einen Mischwert. Er ist deshalb nicht unmittelbar mit einer einzelnen Notariatsgruppe vergleichbar. Hinzu kommt der unterschiedliche Zeitbezug: Die UCI-Auswertung wird dem Jahr 2025 zugeordnet, die hier herangezogenen Notariatszahlen betreffen ausdrücklich dessen zweite Hälfte. Ohne identische Abgrenzung und offengelegte Gewichtung lassen sich die Statistiken nicht eins zu eins zusammenführen.
Durchschnittliche Ausgabe: Vergleich mit 2019 bleibt begrenzt
Neben dem Quadratmeterpreis nennt die UCI-Auswertung für ausländische Käufer 2025 eine durchschnittliche Ausgabe von 204.365 Euro. Laut UCI entspricht dies einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber 2019. Diese Angabe beschreibt zunächst die Entwicklung der durchschnittlichen Kaufsumme innerhalb der von UCI zugrunde gelegten Auswertung.
Für eine eigenständige Überprüfung fehlen allerdings wesentliche Informationen: Der Basiswert für 2019, die Stichprobe und die genaue Berechnungsmethodik wurden nicht veröffentlicht. Damit bleibt offen, inwieweit beide Zeitpunkte auf einer vergleichbaren Datengrundlage beruhen und welche Veränderungen bei den erfassten Käufen berücksichtigt wurden.
Die von UCI genannten 40 Prozent dürfen deshalb nicht ohne Weiteres als Preissteigerung derselben Immobilien verstanden werden. Eine durchschnittliche Kaufsumme und ein Quadratmeterpreis messen unterschiedliche Dinge. Veränderungen bei Größe oder Zusammensetzung der gekauften Objekte könnten grundsätzlich eine Rolle spielen. Ob und in welchem Umfang dies hier zutrifft, ist mit den verfügbaren Angaben nicht belegt.
Landesweite Werte ersetzen keinen regionalen Vergleich
Für die Einordnung des spanischen Immobilienmarkts bleibt außerdem die räumliche Ebene wichtig. Ein landesweiter Durchschnitt beschreibt keinen konkreten Standort. Aus dem UCI-Abstand für 2025 lässt sich daher nicht ableiten, dass ausländische Käufer in jeder Region oder Gemeinde denselben prozentualen Unterschied gegenüber spanischen Käufern aufweisen.
Eine regionale Ergänzung bietet der Bericht Balearen: Ausländische Käufer zahlen mehr. Die dort behandelte regionale Perspektive sollte vom landesweiten Vergleich getrennt gelesen werden. Für den breiteren Marktüberblick ordnet Spanienleben.de zudem die Immobilienpreise in Spanien und ihre regionalen Unterschiede ein.
Solche Vergleiche sind vor allem dann aussagekräftig, wenn Zeitraum, Käuferdefinition und Preismaß übereinstimmen. Kaufpreise je Quadratmeter, durchschnittliche Gesamtausgaben und Marktanteile beantworten jeweils andere Fragen. Werden diese Größen vermischt, entsteht leicht ein umfassenderes Bild, als die einzelne Statistik tatsächlich tragen kann.
Fazit: Klarer Abstand, aber kein pauschaler Aufschlag
Die zentrale Aussage der Europa-Press-Auswertung von UCI-Daten für 2025 ist eindeutig: Ausländische Käufer zahlten im Mittel 2.479 Euro je Quadratmeter, spanische Käufer 1.839 Euro. Der gerundete Abstand von 35 Prozent ist rechnerisch nachvollziehbar. Er beschreibt jedoch unterschiedliche Käufergruppen und deren erfasste Käufe, keinen nachgewiesenen Aufschlag auf vergleichbare Objekte.
Die Notariatsdaten für das zweite Halbjahr 2025 liefern dazu eine wichtige Differenzierung: Besonders hoch liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei ausländischen Nichtresidenten. Für die Bewertung des Gesamtbilds sind deshalb Wohnsitzstatus, Zeitraum und Datengrundlage unverzichtbar. Die fehlenden methodischen Angaben zur UCI-Auswertung begrenzen weitergehende Schlussfolgerungen. Eine Prognose für die künftige Preisentwicklung lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten.
Ratgeber zum Thema
Hintergrund und Praxiswissen, das über die aktuelle Meldung hinausgeht.
Auswandern nach Spanien: Der komplette Leitfaden
NIE, Anmeldung, Kosten und Alltag – alle Schritte für den Neustart in Spanien.
Wohnen in Spanien: Miete, Kauf und Wohnungssuche
Wie Wohnungssuche, Mietvertrag und Immobilienkauf in Spanien wirklich ablaufen.
Immobilien in Spanien kaufen
Nebenkosten, Steuern und Fallstricke beim Kauf einer Immobilie in Spanien.
Finanzen und Steuern in Spanien
Bankkonto, Steuerpflicht, Abgaben und laufende Kosten im Überblick.
Quelle
El Ideal Gallego – „El comprador foráneo paga un 35% más por la vivienda en España“
https://www.elidealgallego.com/actualidad/economia/2026-09-26/el-comprador-foraneo-paga-un-35-mas-por-la-vivienda-en-espana-y-gana-peso-el-perfil-residencial-881557.htmlMerca2 – „La compra de vivienda por extranjeros marca cifras destacadas en España“
https://www.merca2.es/2026/09/28/compra-vivienda-extranjeros-record-espana-2463047/Consejo General del Notariado – „Compraventa de vivienda por parte de extranjeros, segundo semestre de 2025“
https://notariado.org/portal/-/la-compraventa-de-vivienda-por-extranjeros-disminuy%C3%B3-un-4-4-interanual
Redaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 29. September 2026
Unsere RedaktionsleitlinienArtikel teilen
Kennst du jemanden, für den dieser Beitrag interessant ist?
Die Spanien-Woche – jeden Sonntag kostenlos im Posteingang
Verpasse keine wichtige Nachricht mehr: Jeden Sonntag senden wir dir die wichtigsten Meldungen aus Spanien. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Ähnliche Artikel

Inflation in Spanien steigt auf 4,9 Prozent – Regierung plant Deckel für Gas und Butan
Die Inflation in Spanien ist im September auf 4,9 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit Februar 2023. Das geht aus der am Dienstag, 29. September 2026, veröffentlichten Schnellschätzung des Statistikamts INE hervor. Am selben Tag will die Regierung ein drittes Krisenpaket beschließen: Geplant sind unter anderem eine Obergrenze von 15 Prozent für die Erhöhung des regulierten Gastarifs und ein Höchstpreis von 19,55 Euro für die Butanflasche.

La Palma: 60 Prozent IRPF-Ermäßigung für 2026 bestätigt
Die IRPF-Ermäßigung für La Palma gilt rückwirkend für das Steuerjahr 2026. Nach der Bestätigung durch den Kongress steht auch der parlamentarische Status fest. Das Dekret enthält außerdem gezielte Maßnahmen für Vulkanbetroffene.

Asturien: Neues Dekret für touristische Apartments liegt als Entwurf vor
Asturien hat einen Dekretentwurf für touristische Apartmentanlagen zur öffentlichen Beteiligung gestellt. Vorgesehen sind ein neues Verfahren vor Betriebsbeginn und vier Schlüsselkategorien. Die Änderungen sind noch kein geltendes Recht.
