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Palma: PSOE schlägt Vorrang für Residenten in überfüllten Bussen vor

Von Redaktion Spanienleben.de
Überfüllte EMT-Bushaltestelle in Palma mit getrennten Wartebereichen und ankommendem Stadtbus

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Der PSOE in Palma will Einwohnern mit TIB- oder Única-Karte bei überfüllten EMT-Bussen Vorrang beim Einsteigen geben. Dafür schlägt die Partei getrennte Warteschlangen für Karteninhaber und andere Fahrgäste vor. Touristen sollen die Busse weiterhin nutzen können, jedoch bei Nachfrage über der Fahrzeugkapazität erst nach den berechtigten Residenten einsteigen. Stand 17. September 2026 handelt es sich um einen Vorschlag für das Wahlprogramm 2027, nicht um einen Beschluss.

Vorrang bei überfüllten EMT-Bussen vorgeschlagen

Der PSOE in Palma hat eine neue Regelung für stark ausgelastete Busse der städtischen Verkehrsgesellschaft EMT vorgeschlagen. Einwohner, die eine TIB- oder Única-Karte besitzen, sollen demnach vor anderen Fahrgästen einsteigen können. Der Vorschlag zielt insbesondere auf Situationen, in denen die Nachfrage die Kapazität eines Busses übersteigt und nicht alle Wartenden mitfahren können.

Stand 17. September 2026 ist die Regelung weder beschlossen noch eingeführt. Sie soll nach Angaben der Sozialisten Teil ihres Wahlprogramms für die Kommunalwahl 2027 werden. Vorgestellt wurde die Initiative am 16. September im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche durch Iago Negueruela, Generalsekretär des PSOE-Stadtverbands und Kandidat für das Bürgermeisteramt.

Weitere Entwicklungen aus der Inselhauptstadt und den Balearen finden Leser im Bereich Nachrichten.

Zwei Warteschlangen an den Haltestellen

Das vorgeschlagene Modell sieht zwei getrennte Warteschlangen an den Haltestellen vor. Eine wäre für Residenten bestimmt, die ihren Status über eine vorhandene TIB- oder Única-Karte nachweisen können. In der zweiten Schlange würden die übrigen Fahrgäste warten. Bei Überlastung sollen die Karteninhaber zuerst Zugang zum Fahrzeug erhalten.

Eine Vorabreservierung von Sitz- oder Stehplätzen ist für die EMT-Busse nicht vorgesehen. Der Vorschlag betrifft ausschließlich die Reihenfolge beim Einsteigen. Solange ausreichend Platz vorhanden ist, hätte die Priorisierung praktisch keine Auswirkung. Entscheidend wäre sie erst dann, wenn mehr Menschen an einer Haltestelle warten, als der ankommende Bus aufnehmen kann.

Touristen sollen ausdrücklich nicht vom öffentlichen Nahverkehr ausgeschlossen werden. Negueruela erklärte, Besucher müssten die öffentlichen Verkehrsmittel weiterhin nutzen können. Die Sozialisten begründen die gewünschte Reihenfolge jedoch damit, dass Einwohner auf Busverbindungen angewiesen seien, um zur Arbeit, zu einem Arzttermin oder anderen alltäglichen Verpflichtungen zu gelangen.

Sommerliche Überlastung als Hintergrund

Als Anlass nennt der PSOE die starke Auslastung des Busnetzes während der touristischen Hochsaison. Negueruela kritisierte, dass die öffentliche Mobilität im zurückliegenden Sommer nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Bevölkerung reagiert habe. Nach seiner Darstellung seien vor allem touristisch geprägte Angebote verstärkt worden, während Beschäftigte weiterhin mit vollen Haltestellen und Bussen konfrontiert gewesen seien.

Als Beispiel führte er Arbeitnehmer an, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen oder aus den Stadtvierteln in Richtung s’Arenal fahren. Nach Darstellung des PSOE treffen sie an bestimmten Haltestellen regelmäßig auf zahlreiche Besucher. Der vorgeschlagene Vorrang soll verhindern, dass Einwohner wegen fehlender Kapazitäten nicht in den ersten ankommenden Bus einsteigen können.

Die Initiative ist damit eine politische Reaktion auf Nutzungskonflikte in einem Verkehrssystem, das sowohl den Alltag der Stadtbevölkerung als auch die Mobilität einer großen Zahl von Besuchern bewältigen muss. Informationen über Verkehr, Politik und Alltag auf der Insel bündelt Spanienleben.de auch unter Mallorca.

Mehr Busse sollen die Prioritätsregel ergänzen

Die bevorzugte Einstiegsreihenfolge ist nach Angaben des PSOE nur ein Teil eines umfassenderen Pakets. Die Partei fordert zugleich mehr Busse und zusätzliche Mobilitätsmechanismen, um die hohe Nachfrage in den Monaten mit besonders vielen Besuchern aufzufangen. Konkrete Angaben zur Zahl zusätzlicher Fahrzeuge, zu betroffenen Linien oder zu einem möglichen Zeitplan wurden in den vorliegenden Ankündigungen nicht gemacht.

Negueruela sprach von kurz- und mittelfristigen Maßnahmen für eine veränderte Mobilität in Palma. Neben einer Verstärkung des Busangebots brachte er auch die Prüfung eines nächtlichen Verkehrsnetzes ins Gespräch. Dieses solle Verbindungen außerhalb der üblichen Betriebszeiten verbessern und insbesondere Beschäftigten ihre Wege erleichtern.

Damit verbindet der PSOE organisatorische Änderungen an den Haltestellen mit der Forderung nach größeren Kapazitäten. Ob getrennte Schlangen praktikabel wären, an welchen Haltestellen sie eingerichtet werden könnten und wie die Kartenkontrolle vor dem Einstieg erfolgen würde, ist bislang nicht näher ausgeführt. Diese Fragen wären erst bei einer konkreten Planung zu klären.

Vergleich mit Venedig und einem TIB-Pilotprojekt

Zur Begründung verweist der PSOE auf Venedig. Dort bietet das Verkehrsunternehmen ACTV bei bestimmten Schiffsverbindungen einen bevorzugten Zugang für Einwohner mit der Karte Venezia Unica an. Auch einige regelmäßig pendelnde Arbeitnehmer und Studierende können diese Priorität nutzen. Der Vergleich soll zeigen, dass touristisch stark belastete Städte unterschiedliche Zugangsreihenfolgen für öffentliche Verkehrsmittel organisieren können.

Auf den Balearen gibt es außerdem seit Juli ein Pilotprojekt des Inselverkehrs TIB auf der Linie 203. Diese verbindet Palma mit Deià, Valldemossa und Port de Sóller. Nutzer mit Intermodal- oder Única-Karte können bei ausgewählten Fahrten vorab Plätze reservieren. Das Projekt soll Residenten den Zugang zu einer saisonal stark nachgefragten Verbindung sichern.

Der Vorschlag für Palma unterscheidet sich davon: Für EMT-Busse ist keine Reservierung geplant, sondern lediglich ein Vorrang beim Einsteigen. Ob die Stadt eine solche Regelung übernimmt, hängt vom weiteren politischen Verfahren und letztlich von künftigen Mehrheiten ab. Bis dahin bleibt es bei einem Wahlprogramm-Vorschlag des PSOE für 2027.

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Quelle

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 17. September 2026

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