Wohnungssuche in Girona: Viele Mietangebote landen nicht mehr im Internet
Gironas Makler vermitteln knappe Mietwohnungen zunehmend über ihre Kundenkartei. Selbst der jüngste Anstieg bei den Verträgen ändert wenig an der angespannten Lage.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Mehrfamilienhäuser und Neubauten in Girona vor dem Hintergrund eines angespannten Mietmarktes
Inhaltsverzeichnis
Viele Mietwohnungen in Girona erscheinen gar nicht mehr auf den großen Immobilienportalen. Makler verzichten zunehmend auf öffentliche Inserate, weil jedes neue Angebot eine kaum zu bewältigende Zahl von Anfragen auslöst.
Nach Angaben der Immobilienmaklervereinigung API in Girona reichen die bestehenden Kundenkarteien oft aus, um die wenigen verfügbaren Wohnungen zu vergeben. Für Wohnungssuchende bedeutet das: Ein erheblicher Teil des Angebots bleibt bei der üblichen Online-Suche unsichtbar.
Die Lage betrifft vor allem Girona. Sie wirkt sich aber auch auf die Wohnungssuche im Umland und in Richtung Costa Brava aus, da Interessenten häufig in einem größeren Radius nach bezahlbaren Langzeitmieten suchen.
Bis zu 200 Anfragen in kurzer Zeit
Der Präsident der API in Girona, Joan Company, spricht von einer „Flut von Anfragen“. Sobald eine Mietwohnung öffentlich angeboten wird, können innerhalb kurzer Zeit bis zu 200 Interessenten reagieren.
Diese Menge lasse sich für Makler und Eigentümer kaum sinnvoll bearbeiten. Es werde schwierig, alle Anfragen zu beantworten, Unterlagen zu prüfen und ein geeignetes Mieterprofil auszuwählen.
Deshalb sei ein Online-Inserat nicht mehr in jedem Fall die beste Lösung. Die Makler könnten viele Objekte direkt an bereits registrierte Suchende vermitteln. Teilweise bringe sogar der Eigentümer selbst einen möglichen Mieter mit.
Vermietung läuft zunehmend im Hintergrund
Normalerweise stellen Immobilienfirmen ihre Angebote auf mehrere Portale. So erreichen sie möglichst viele potenzielle Mieter. In Girona führt diese Reichweite angesichts der knappen Auswahl jedoch zu einer Nachfrage, die in keinem Verhältnis zum verfügbaren Bestand steht.
Die geringe Zahl an Mietwohnungen verändert damit die üblichen Abläufe. Wer bereits bei einem Makler vorgemerkt ist und seine Unterlagen eingereicht hat, kann von einem Angebot erfahren, bevor es öffentlich erscheint.
Für Außenstehende entsteht dadurch ein verzerrtes Bild. Die Portale zeigen zwar viele identische Inserate, bilden aber nicht zwingend alle Wohnungen ab, die tatsächlich neu vermietet werden.
Mehr Verträge, aber keine Entspannung
Im ersten Quartal des Jahres wurden in der Stadt Girona 24 Prozent mehr Mietverträge abgeschlossen. Joan Company führt das unter anderem auf fertiggestellte Neubauprojekte in der Stadt und in benachbarten Orten zurück.
Hinzu kommt die saisonale Bewegung bei Studentenwohnungen im Sommer. Diese Faktoren haben zwar für mehr Vertragsabschlüsse gesorgt. Eine grundsätzliche Entspannung sieht der API-Präsident dennoch nicht.
Die Zahl der Verträge liege weiterhin „weit unter“ dem Niveau von 2022. Company zeigt sich deshalb „wenig optimistisch“ und erwartet vor allem in Girona vorerst keine deutliche Ausweitung des Angebots.
Makler kritisieren Regulierung
Die API erwartet nicht, dass die Begrenzung von Mieten in angespannten Wohnungsmärkten mehr Eigentümer zur Vermietung bewegt. Die Vereinigung plädiert für einen „etwas freieren“ Markt.
Aus ihrer Sicht wären außerdem Anreize und mehr Rechtssicherheit für Vermieter nötig. Dabei handelt es sich um die Position des Maklerverbands. Ob solche Maßnahmen tatsächlich mehr Wohnungen auf den Markt bringen würden, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Bedeutung für Wohnungssuchende an der Costa Brava
Wer eine Langzeitmiete in Girona oder im weiteren Umfeld der Costa Brava sucht, sollte sich nicht allein auf Immobilienportale verlassen. Sinnvoll ist es, mehrere lokale Makler direkt anzusprechen und sich in deren Suchkartei aufnehmen zu lassen.
Wichtige Unterlagen sollten vollständig und kurzfristig verfügbar sein. Dazu können Einkommensnachweise, Arbeitsvertrag, Ausweisdokumente und Referenzen gehören. Welche Nachweise verlangt werden, entscheidet der jeweilige Vermieter oder Makler.
Auch regelmäßige persönliche Nachfragen können helfen, früh von einem neuen Objekt zu erfahren. Wegen der hohen Nachfrage ist trotzdem mit kurzen Entscheidungsfristen und vielen konkurrierenden Bewerbern zu rechnen.
Quelle
Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 06. September 2026
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