Wohnungsnot auf den Kanaren: Mehr Zimmer in Las Palmas, aber hohe Nachfrage
Wohngemeinschaften werden zunehmend zur dauerhaften Wohnlösung. In den beiden kanarischen Provinzhauptstädten entwickelt sich das Angebot jedoch gegensätzlich.

Wohnhäuser mit Balkonen in Las Palmas de Gran Canaria als Symbol für den angespannten Mietmarkt
Inhaltsverzeichnis
Immer mehr Menschen teilen sich eine Wohnung, weil sie die Miete für ein eigenes Zuhause nicht tragen können. In Las Palmas de Gran Canaria wächst das Angebot an WG-Zimmern zwar. Günstig ist diese Wohnform dennoch nicht.
Im zweiten Quartal 2026 wurden in der Hauptstadt Gran Canarias sechs Prozent mehr Zimmer angeboten als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die durchschnittliche Monatsmiete lag bei 407 Euro.
Spanienweit stieg die Zahl der Zimmer-Inserate zwischen April und Juni innerhalb eines Jahres um zwölf Prozent. Gleichzeitig nahm auch die Zahl der Interessenten um zwölf Prozent zu.
Mehr Angebote in Las Palmas
Der Zuwachs in Las Palmas de Gran Canaria erweitert zunächst die Auswahl für Wohnungssuchende. Die Daten zeigen jedoch nicht, dass sich der Markt dadurch spürbar entspannt hat.
Denn das Interesse an einzelnen Zimmern wächst landesweit genauso schnell wie das Angebot. Mehr Inserate bedeuten deshalb nicht automatisch bessere Chancen auf einen Mietvertrag.
Zudem liegen 407 Euro nur 18 Euro unter dem spanischen Durchschnitt von 425 Euro. Für eine einzelne Person bleibt das eine erhebliche monatliche Ausgabe, obwohl Küche, Bad und häufig auch Wohnbereiche mit anderen geteilt werden.
Santa Cruz entwickelt sich in die andere Richtung
In Santa Cruz de Tenerife ging das Angebot an Zimmern im gleichen Zeitraum um 16 Prozent zurück. Die beiden kanarischen Provinzhauptstädte entwickeln sich damit deutlich unterschiedlich.
Auch beim Preis liegt Santa Cruz über Las Palmas. Ein Zimmer kostete dort im Durchschnitt 430 Euro pro Monat. Das sind 23 Euro mehr als in der Hauptstadt Gran Canarias und fünf Euro mehr als im landesweiten Mittel.
Auf ein Jahr gerechnet ergibt sich zwischen den beiden Inselhauptstädten eine Differenz von 276 Euro. Aus den vorliegenden Daten lässt sich allerdings nicht ablesen, ob die Zimmerpreise in den einzelnen kanarischen Städten gegenüber dem Vorjahr gestiegen oder gesunken sind.
Wohngemeinschaften sind keine Studentenlösung mehr
Das Teilen einer Wohnung war lange vor allem unter Studierenden und neu Zugezogenen verbreitet. Wegen des angespannten Wohnungsmarktes nutzen inzwischen auch andere Bevölkerungsgruppen diese Möglichkeit, um sich ein eigenständiges Leben zu ermöglichen oder ihre Kosten zu senken.
Damit verändert sich die Funktion des WG-Marktes. Ein Zimmer ist für viele Menschen nicht mehr nur eine Übergangslösung, sondern eine der wenigen bezahlbaren Alternativen zu einer kompletten Mietwohnung.
Die durchschnittlich 425 Euro pro Monat in Spanien zeigen jedoch, dass selbst diese Variante teuer geworden ist. In Barcelona werden im Mittel 600 Euro verlangt. Palma und Madrid erreichen jeweils 550 Euro.
Angebot und Konkurrenz wachsen gleichzeitig
In 35 spanischen Provinzhauptstädten nahm das Zimmerangebot zu. Besonders stark war der Anstieg in Lugo mit 89 Prozent. Dahinter folgten Valencia mit 52 Prozent, Ourense mit 51 Prozent und Segovia mit 49 Prozent.
Andere Städte meldeten deutliche Rückgänge. In Ceuta sank das Angebot um 55 Prozent, in Bilbao um 23 Prozent und in Palma um 22 Prozent.
Die Konkurrenz um verfügbare Zimmer nahm ebenfalls zu. In 20 Hauptstädten wuchs die Zahl der Interessenten pro Inserat um mehr als 30 Prozent. Den stärksten Anstieg verzeichnete Ceuta mit 123 Prozent, gefolgt von Girona mit 102 Prozent.
Bedeutung für Bewohner und Zuziehende
Wer in Las Palmas de Gran Canaria ein Zimmer sucht, findet rechnerisch mehr Angebote als noch vor einem Jahr. Trotzdem sollten Interessenten mit hoher Konkurrenz und einer durchschnittlichen Kaltbelastung von 407 Euro im Monat rechnen.
Bei der Budgetplanung kommen je nach Inserat weitere Ausgaben hinzu. Dazu können Strom, Wasser, Internet oder eine Kaution gehören. Ob solche Kosten im Preis enthalten sind, muss für jedes Angebot einzeln geprüft werden.
Ein verfügbares Inserat ist zudem noch keine Zusage. Der parallele Anstieg von Angebot und Nachfrage spricht dafür, Unterlagen für die Wohnungssuche frühzeitig vorzubereiten und die tatsächlichen Gesamtkosten vor Vertragsabschluss genau zu klären.
Quelle
La Provincia / Diario de Las Palmas, Radio Televisión Canaria – „Compartir piso gana peso en Canarias: Las Palmas suma habitaciones y Santa Cruz pierde oferta“
https://www.laprovincia.es/economia/2026/08/25/alquiler-habitaciones-canarias-precio-las-palmas-santa-cruz-dv-133623737.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 25. August 2026
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