Waldbrand im Collserola-Park unter Kontrolle – Ermittlungen laufen
Das Feuer traf vor allem Wald und Buschland bei Nou Barris. Ein Feuerzeug und eine Zigarettenkippe vom mutmaßlichen Ausgangspunkt werden untersucht.

Löschhubschrauber über dem verbrannten Waldgebiet im Collserola-Park bei Barcelona
Inhaltsverzeichnis
Der Waldbrand im Naturpark Collserola bei Barcelona ist unter Kontrolle. Die Feuerwehr gab diesen Stand am Mittwoch, 26. August, um 20 Uhr bekannt.
Nach Angaben der Stadt Barcelona sind rund 54 Hektar betroffen. Andere Berichte nennen 54,5 Hektar. Die Flammen erfassten hauptsächlich Bäume und Buschland im Park sowie am Rand des Stadtgebiets.
Mossos d'Esquadra und Agents Rurals untersuchen gemeinsam die Brandursache. Noch ist offen, ob das Feuer absichtlich gelegt, fahrlässig verursacht oder durch einen Unfall ausgelöst wurde.
Feuerwehr überwacht weiter Glutnester
Nach der Stabilisierung konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf kleinere Brandherde innerhalb des gesicherten Gebiets. Zehn Einheiten der Feuerwehr Barcelona sollten über Nacht zur Kontrolle und für Nachlöscharbeiten vor Ort bleiben.
Der kommunale Einsatzplan blieb in der Alarmstufe aktiv. Er soll erst nach der vollständigen Löschung des Feuers aufgehoben werden.
Die Löscharbeiten waren zuvor durch Wind erschwert worden. Niedrigere Temperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit halfen in der Nacht. Am Morgen fachte erneut aufkommender Wind einzelne Glutnester wieder an.
Am Einsatz beteiligten sich Bodeneinheiten der Feuerwehren von Barcelona und der Generalitat. Löschflugzeuge und Hubschrauber unterstützten sie aus der Luft.
Feuer erreichte die Nähe von Wohnhäusern
Das Feuer brach am Dienstagnachmittag im Bereich Nou Barris aus. Es erfasste auch einen kleinen Teil des Gemeindegebiets von Montcada i Reixac. Etwa 52 Hektar der betroffenen Fläche liegen in Barcelona, rund zwei Hektar in Montcada i Reixac.
Der Wind trieb die Flammen zeitweise in Richtung der Häuser am Rand von Torre Baró. Aus Vorsicht mussten 35 Bewohner der Straßen Castellví und Lliçà ihre Wohnungen verlassen. Sie konnten noch vor 23 Uhr zurückkehren.
Für Torre Baró und Ciutat Meridiana galten zeitweise Ausgangsbeschränkungen. Der Zivilschutz verschickte über EsAlert Warnungen an die Mobiltelefone von 14.000 Bewohnern. Sie sollten wegen des Rauchs in ihren Häusern bleiben und die Zufahrten für Rettungskräfte freihalten.
Drei Straßen waren während des Einsatzes gesperrt. Betroffen waren die Straße zum Friedhof, die Carretera Alta de Roquetes und die Verbindung zwischen Horta und Cerdanyola. Auch die Metrostationen der beiden betroffenen Stadtviertel wurden vorübergehend geschlossen.
Feuerzeug und Zigarettenkippe untersucht
Am mutmaßlichen Ausgangspunkt des Brandes stellten die Mossos ein Feuerzeug und eine Zigarettenkippe sicher. Die Gegenstände werden nun untersucht. Den Ermittlern liegt außerdem eine Liste möglicher Verdächtiger vor.
Die Behörden warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen. Bislang wurde im Zusammenhang mit diesem Feuer niemand festgenommen. Alle Hypothesen bleiben offen.
Barcelonas Sicherheitsbürgermeister Albert Batlle erklärte, mögliche „kriminelle Ursachen“ müssten geprüft werden. Gleichzeitig betonte er, es gebe noch keinen Beleg dafür, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei.
Der Brand begann nach Angaben des Parkkonsortiums an der Carretera Alta de Roquetes. Der Ort liegt in einem stadtnahen Bereich unmittelbar an der Grenze des Naturparks. Er gehört nicht zu der wegen der Schweinepest gesperrten Zone.
Zweiter größerer Brand binnen elf Tagen
Das Feuer brach elf Tage nach einem Brand bei Sant Pere Màrtir am anderen Ende des Collserola-Gebirges aus. Die Ermittlungen zu diesem früheren Vorfall dauern ebenfalls an.
Damals nahm die Guardia Urbana nahe dem mutmaßlichen Ausgangspunkt einen Mann fest. Zeugen hatten seine Anwesenheit und sein verdächtiges Verhalten gemeldet. Ob er mit dem Brand in Verbindung steht, ist noch nicht geklärt.
Die jüngsten Feuer haben die Diskussion über den Schutz des Collserola-Parks neu entfacht. Das 8.295 Hektar große Naturgebiet ist von dicht bebauten Stadtflächen umgeben und wird von Siedlungen sowie Verkehrswegen durchzogen. Dadurch treffen Waldbrandgefahr und hoher Nutzungsdruck unmittelbar aufeinander.
Quelle
La Vanguardia, Metrópoli Abierta, El Periódico de Catalunya – Barcelona – „Qué hacer para que no se queme Collserola“
https://www.lavanguardia.com/local/barcelona/20260827/11620575/futuro-quemado-collserola.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 27. August 2026
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