Spanien: Steuervorteile für Vermieter sinken, Mieteinnahmen steigen
Trotz geringerer Steuervorteile ist die steuerliche Reduzierung für Vermieter in Spanien 2024 gestiegen. Ausschlaggebend waren höhere Mieteinnahmen.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
In Spanien ist die allgemeine steuerliche Entlastung für Vermieter gesunken. Dennoch nahmen die insgesamt geltend gemachten Reduzierungen im Jahr 2024 zu. Der wichtigste Grund: Die Nettoeinnahmen aus der Wohnungsvermietung stiegen deutlich und glichen den niedrigeren Prozentsatz mehr als aus.
Allgemeine Reduzierung von 60 auf 50 Prozent gesenkt
Mit dem spanischen Wohnungsgesetz von 2023 wurde die allgemeine steuerliche Reduzierung für Einkünfte aus der Wohnungsvermietung von 60 auf 50 Prozent des Nettoertrags gesenkt. Die Änderung betrifft nicht die gesamten Mieteinnahmen, sondern den nach den geltenden Regeln ermittelten Nettoertrag.
Trotz dieser Kürzung stieg die Summe der steuerlichen Reduzierungen 2024 um 5,9 Prozent auf knapp 6,725 Milliarden Euro. Das von der spanischen Steuerbehörde ausgewiesene Nettoeinkommen aus Vermietungen erhöhte sich im selben Zeitraum um 9,6 Prozent.
Höhere Mieteinnahmen gleichen geringeren Steuervorteil aus
Die Zahlen zeigen, dass höhere Mieteinnahmen den geringeren allgemeinen Steuervorteil im Gesamtergebnis mehr als ausgeglichen haben. Für viele Vermieter blieb die steuerliche Entlastung daher hoch oder nahm sogar zu.
Auch die Zahl der Steuererklärungen, in denen die Vergünstigung geltend gemacht wurde, stieg von 2,18 Millionen auf 2,24 Millionen. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Reduzierung je Steuerpflichtigem von 2.920 Euro auf 3.006 Euro.
Balearen mit besonders hohen Durchschnittsbeträgen
Zwischen den spanischen Regionen bestehen deutliche Unterschiede. Besonders hoch war die durchschnittliche Reduzierung auf den Balearen mit mehr als 4.800 Euro. In Madrid betrug sie rund 3.800 Euro, in Katalonien etwa 3.600 Euro. Regionen mit niedrigeren Mieten verzeichneten deutlich geringere Werte.
Die regionalen Unterschiede spiegeln auch die verschiedenen Ertragsniveaus auf dem spanischen Mietmarkt wider. Hohe Durchschnittsbeträge bedeuten allerdings nicht automatisch, dass jeder Eigentümer in der jeweiligen Region eine entsprechend hohe Entlastung erhält.
Steuerliche Reduzierung ist keine Auszahlung
Bei den genannten Beträgen handelt es sich nicht um direkte Zahlungen des spanischen Staates an Vermieter. Die Reduzierung mindert den steuerpflichtigen Nettoertrag aus der Vermietung.
Wie hoch die tatsächliche Steuerersparnis ausfällt, hängt unter anderem vom persönlichen Einkommen und dem jeweils geltenden Steuersatz ab. Die durchschnittliche Reduzierung von 3.006 Euro darf deshalb nicht mit einer Steuererstattung in gleicher Höhe gleichgesetzt werden.
Warum die Mieten in Spanien steigen
Aus den Steuerdaten lässt sich nicht ableiten, dass Vermieter ihre Mieten unmittelbar wegen des gekürzten Steuervorteils erhöht haben. Neben steuerlichen Änderungen beeinflussen weitere Faktoren die Preisentwicklung:
- eine steigende Nachfrage nach Mietwohnungen,
- ein knappes Wohnungsangebot,
- höhere Finanzierungskosten,
- regionale Entwicklungen der Immobilien- und Mietpreise.
Die Statistik zeigt jedoch deutlich, dass der Anstieg der Mieteinnahmen den Rückgang des allgemeinen Steueranreizes insgesamt überkompensiert hat.
Was deutsche Eigentümer in Spanien beachten sollten
Für deutsche Eigentümer, die eine Wohnung auf dem spanischen Festland, auf Mallorca oder in einer anderen Region vermieten, ist eine genaue Prüfung der steuerlichen Regeln wichtig. Der Wohnsitz in Deutschland entscheidet nicht allein darüber, welche Erklärungspflichten und Abzugsmöglichkeiten gelten.
Vor Beginn einer Vermietung sollte deshalb fachlich geprüft werden, welche steuerlichen Pflichten in Spanien und Deutschland bestehen. Dabei kommt es auf die persönlichen Verhältnisse, die Art der Vermietung und die jeweils anwendbaren Vorschriften an.
Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 18. August 2026
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