Zurück zur Übersicht
Aktuelle Nachrichten 01. September 2026

Valencia: Benicalap wehrt sich gegen neue Ferienunterkünfte

Von Redaktion Spanienleben.de

In mehreren Straßen des Viertels entstehen touristische Unterkünfte in Erdgeschossen. Nach kommunalen Kontrollen vereinbaren Stadt und Hausgemeinschaften einen direkten Austausch.

Erdgeschoss eines Wohnhauses im Valencianer Stadtteil Benicalap, das zu einer touristischen Unterkunft umgebaut wird

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Erdgeschoss eines Wohnhauses im Valencianer Stadtteil Benicalap, das zu einer touristischen Unterkunft umgebaut wird

Inhaltsverzeichnis
Artikel teilen:

Im Valencianer Stadtteil Benicalap wächst der Widerstand gegen neue touristische Unterkünfte in Wohnhäusern. Betroffene Hausgemeinschaften beklagen Umbauten in Erdgeschossen und zweifeln teilweise an deren Rechtmäßigkeit.

Die Stadtverwaltung hat sich nun mit Vertretern aus drei Straßen getroffen. Zuvor hatten kommunale Mitarbeiter die betreffenden Bauvorhaben im August kontrolliert.

Künftig soll es einen festen Kommunikationskanal zwischen dem Rathaus und den Verwaltungen der Hausgemeinschaften geben. Damit will die Stadt die weiteren Arbeiten verfolgen.

Drei Straßen stehen im Mittelpunkt

An dem Treffen nahmen Vertreter der Hausgemeinschaften aus den Straßen Salvador Cerveró, Carles Cortina und Encarna Albarracín teil. Empfangen wurden sie von Valencias Stadtrat für Stadtplanung und Wohnen, Juan Giner.

In den Erdgeschossen der betroffenen Gebäude laufen Arbeiten für neue touristische Unterkünfte. In der Calle Encarna Albarracín entsteht nach Angaben des Berichts ein Aparthotel mit 22 Einheiten.

Die Nachbarschaft hält dieses Bauvorhaben für illegal. Die Stadt äußerte sich dagegen nicht abschließend zur Rechtmäßigkeit, sondern verwies auf die erfolgten Inspektionen und die laufende Kontrolle.

Rathaus will Bauarbeiten weiter überwachen

Die Stadtverwaltung erklärte, dass sie zunächst sämtliche Informationen aus den Kontrollen im August zusammengetragen habe. Anschließend sei das Gespräch mit den Anwohnervertretern angesetzt worden.

Der neue Kommunikationskanal soll die drei Verwaltungen der Hausgemeinschaften direkt mit der Stadtplanungsbehörde verbinden. Im Mittelpunkt steht die Überwachung der laufenden Bauarbeiten.

Giner sagte, die Inspektionen seien „mit Strenge, Diskretion und Garantien“ erfolgt. Solche Kontrollen würden nicht angekündigt, da sie sonst an Wirksamkeit verlören.

Nach seinen Angaben prüft die Stadt, ob die städtebaulichen Vorschriften eingehalten werden und die Arbeiten dem genehmigten Projekt entsprechen. Er zeigte Verständnis für die Sorgen der Nachbarschaft und bot weitere Zusammenarbeit im Rahmen der kommunalen Zuständigkeiten an.

Politischer Streit über die Verantwortung

Giner verteidigte das Vorgehen des Rathauses. Als Beispiele nannte er den Stopp des geplanten Makrohotels in den Hallen von Guatla und das Einschreiten gegen eine sogenannte „Colmena“ im Viertel Russafa.

Zugleich machte er die frühere, als Rialto-Regierung bekannte Stadtführung für die heutige Lage verantwortlich. Sie habe die Ausbreitung touristischer Unterkünfte in Erdgeschossen ermöglicht.

Nach Darstellung Giners schützt die geltende Stadtplanung 98 Prozent der Wohnungen vor einer Umwandlung. Neue touristische Unterkünfte in Erdgeschossen seien auf höchstens 15 Prozent begrenzt. Voraussetzung sei zudem, dass im jeweiligen Viertel oder Bezirk keiner von drei Sättigungsgrenzwerten überschritten wurde.

Sozialisten kündigen Gang zu Antifrau an

Auch die sozialistische Rathausfraktion PSPV schaltet sich in den Konflikt ein. Sie will die Verbindungen des Projektentwicklers hinter den touristischen Apartments in der Calle Carles Cortina zur valencianischen Antikorruptionsbehörde bringen.

Stadträtin Elisa Valía verlangt Aufklärung über die Genehmigung und über die Verbindung des Anwalts des Unternehmens zur Partido Popular. Daneben stehen mögliche Unregelmäßigkeiten bei den Arbeiten im Raum. Genannt werden Öffnungen zu Gemeinschaftsflächen und Fassaden sowie Maßnahmen im Innenhof, denen die Eigentümergemeinschaft nicht zugestimmt habe.

Nach dem Treffen kritisierte Valía das Rathaus. Ihrer Darstellung zufolge habe die Stadt den Anwohnern mitgeteilt, dass sie nicht eingreifen werde, um die Familien gegen die geplanten Projekte in den Erdgeschossen ihrer Gebäude zu schützen.

Bedeutung für Bewohner und Eigentümer

Für die betroffenen Hausgemeinschaften ist vorerst keine endgültige Entscheidung gefallen. Entscheidend wird sein, ob die Arbeiten den erteilten Genehmigungen und den geltenden Regeln entsprechen.

Bewohner und Eigentümer in den drei Straßen können sich über ihre jeweilige Hausverwaltung in den vereinbarten Austausch einbringen. Bei Eingriffen in Gemeinschaftsflächen oder Fassaden sollten Eigentümergemeinschaften außerdem Beschlüsse, Genehmigungen und den Baufortschritt sorgfältig dokumentieren.

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 01. September 2026

Unsere Redaktionsleitlinien

Artikel teilen

Kennst du jemanden, für den dieser Beitrag interessant ist?

Kostenlos abonnieren

Die Spanien-Woche – jeden Sonntag kostenlos im Posteingang

Verpasse keine wichtige Nachricht mehr: Jeden Sonntag senden wir dir die wichtigsten Meldungen aus Spanien. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.