Zurück zur Übersicht
Aktuelle Nachrichten 29. August 2026

Touristensteuer in Alicante: Neue Debatte über Abgabe pro Übernachtung

Von Redaktion Spanienleben.de

Eine Wirtschaftsexpertin fordert eine Abgabe für sämtliche Unterkunftsarten. Sie soll helfen, die Kosten des starken Tourismus zu tragen.

Touristen vor dem historischen Rathaus von Alicante an einem sonnigen Tag

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Touristen vor dem historischen Rathaus von Alicante an einem sonnigen Tag

Inhaltsverzeichnis
Artikel teilen:

In Alicante ist die Debatte über eine Touristensteuer erneut aufgeflammt. Die Wirtschaftsprofessorin Adelaida Lillo von der Universität Alicante fordert eine Abgabe pro Übernachtung für alle Arten von Unterkünften.

Als Größenordnung nennt sie zwei bis vier Euro je Nacht. Einen konkreten Beschluss oder einen Termin für die Einführung gibt es jedoch nicht.

Lillo sieht in der Abgabe eine zusätzliche Einnahmequelle für stark besuchte Ziele. Dazu zählt sie neben Alicante auch Benidorm und weitere Orte in der Provinz.

Warum eine Touristensteuer gefordert wird

Alicante und seine Provinz verzeichnen Millionen Übernachtungen in Hotels und anderen Unterkünften. Nach Ansicht der Wirtschaftsexpertin entstehen dadurch hohe Kosten für die Pflege und Bereitstellung touristischer Dienstleistungen.

Zugleich seien stark besuchte Bereiche der Stadt überlastet. Diese Belastung treffe auch die Einwohner. Lillo argumentiert deshalb, dass Besucher zumindest einen kleinen Teil der öffentlichen Ausgaben mittragen sollten, die durch den Tourismus entstehen.

Touristensteuern sind in anderen Reisezielen bereits üblich. Als Beispiele nennt sie Italien, Frankreich, Portugal und Barcelona. Dort habe sie bei privaten Reisen und Kongressbesuchen häufig zwischen zwei und vier Euro pro Nacht bezahlt.

Welche Einnahmen möglich wären

Eine konkrete Einnahmeprognose nennt Lillo nicht. Auch Angaben zur Zahl der steuerpflichtigen Übernachtungen, zu möglichen Ausnahmen oder zur Verteilung der Erlöse fehlen.

Das grundsätzliche Potenzial ergibt sich aus der großen Zahl an Übernachtungen. Schon eine niedrige Abgabe könnte bei Millionen Übernachtungen beträchtliche Mittel einbringen. Eine belastbare Summe lässt sich aus dem Vorschlag aber nicht ableiten.

Nach der Forderung sollen die Einnahmen dabei helfen, touristische Angebote und öffentliche Leistungen zu unterhalten. Ob die Gelder zweckgebunden wären und welche Projekte damit finanziert würden, ist noch offen.

Widerstand aus der Beherbergungsbranche

Unternehmer aus der Hotelbranche haben sich einer möglichen Touristensteuer in Alicante bislang stets widersetzt. Frühere politische Vorstöße zur Einführung seien je nach Führung der zuständigen Institutionen nur vorsichtig verfolgt oder gar nicht unternommen worden.

Lillo hält einen spürbaren Rückgang der Nachfrage wegen einer kleinen Abgabe für unwahrscheinlich. Aus ihrer Sicht liegen die Nachteile für Hotels und andere Beherbergungsbetriebe vor allem im zusätzlichen Aufwand für Erhebung und Abrechnung.

Sie fordert, die Steuer auf sämtliche Unterkunftsarten anzuwenden. Damit wären nach ihrem Modell nicht nur Hotels, sondern auch andere touristisch genutzte Unterkünfte betroffen.

Ferienwohnungen als eigenes Streitthema

Parallel zur Steuerdebatte verweist Lillo auf die Regulierung touristischer Unterkünfte. Dabei hebt sie vor allem Ferienapartments und nicht angemeldete Angebote hervor.

Reguläre Hotels zahlten Steuern, unterlägen strengen Vorschriften und böten nach ihrer Einschätzung einen sicheren und hochwertigen Service. Den wachsenden Markt nicht hotelgebundener Unterkünfte bringt sie dagegen mit steigenden Miet- und Immobilienpreisen in Alicante in Verbindung.

Diese Frage ist allerdings von der Touristensteuer zu trennen. Der aktuelle Vorstoß zielt zunächst auf eine Übernachtungsabgabe für alle Unterkunftsformen.

Bedeutung für Urlauber und Residenten

Für Reisende würde eine Steuer den Aufenthalt verteuern. Bei dem genannten Rahmen wären es zwei bis vier Euro je Übernachtung. Ob die Abgabe pro Person oder pro Zimmer erhoben würde und ob es Ermäßigungen gäbe, ist nicht festgelegt.

Urlauber müssen derzeit aufgrund dieser Forderung nichts zusätzlich einplanen. Sie ist ein Beitrag zur politischen Debatte und noch keine beschlossene Regelung.

Residenten könnten indirekt profitieren, falls zusätzliche Einnahmen tatsächlich in öffentliche und touristische Leistungen fließen. Wie die Mittel eingesetzt würden, müsste eine spätere Regelung bestimmen. Ebenso offen ist, ob Alicante, Benidorm oder andere Gemeinden jeweils eigene Modelle entwickeln könnten.

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 29. August 2026

Unsere Redaktionsleitlinien

Artikel teilen

Kennst du jemanden, für den dieser Beitrag interessant ist?

Kostenlos abonnieren

Die Spanien-Woche – jeden Sonntag kostenlos im Posteingang

Verpasse keine wichtige Nachricht mehr: Jeden Sonntag senden wir dir die wichtigsten Meldungen aus Spanien. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.