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Aktuelle Nachrichten 01. September 2026

Touristen auf Mallorca gratis behandelt? IB-Salut weist Vorwürfe zurück

Von Redaktion Spanienleben.de

Beschäftigte berichten von nicht erfassten Behandlungen ausländischer Patienten. Die balearische Gesundheitsbehörde hält dies für Einzelfälle.

Außenansicht eines öffentlichen Gesundheitszentrums auf Mallorca mit Krankenwagen vor dem Eingang

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Außenansicht eines öffentlichen Gesundheitszentrums auf Mallorca mit Krankenwagen vor dem Eingang

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Auf den Balearen ist eine Debatte über die Abrechnung medizinischer Behandlungen für Touristen entbrannt. Beschäftigte öffentlicher Gesundheitszentren berichten, dass manche Leistungen weder bezahlt noch vollständig registriert würden.

Die Gesundheitsbehörde IB-Salut widerspricht. Ihr Verwaltungsdirektor Yago Gómez bezeichnet die geschilderten Fälle als Ausnahmen und erklärt, der größte Teil der Rechnungen werde ordnungsgemäß eingezogen.

Bis zum 30. Juli waren laut offiziellen Angaben dennoch 2,58 Millionen Euro aus dem laufenden Jahr offen. Unklar bleibt, wie viele Behandlungen möglicherweise gar nicht in das Abrechnungssystem gelangten.

Berichte über Behandlungen ohne Rechnung

Eine Pflegekraft schildert einen Einsatz in einem Ferienhaus in Andratx. Ein österreichischer Tourist ohne Europäische Krankenversicherungskarte sei dort wegen einer Nierenkolik behandelt und mit Medikamenten versorgt worden. Die medizinischen Fachkräfte seien dafür zum Haus gefahren.

Nach Darstellung der Pflegekraft wurde die Behandlung weder abgerechnet noch registriert. Sie berichtet zudem von einer irischen Patientin ohne Dokumente, bei deren Behandlung wegen aggressiven Verhaltens die Polizei gerufen werden musste. Auch in diesem Fall sei kein Geld eingezogen worden.

Mehrere Beschäftigte sehen die Ursache nicht allein bei Patienten, die nicht zahlen wollen. Fehlende Unterlagen, unklare Zuständigkeiten und mangelnde Kenntnisse des Abrechnungsverfahrens könnten ebenfalls dazu führen, dass Leistungen nicht korrekt erfasst werden.

Engpässe während der Nachtdienste

Besonders schwierig sei die Lage nachts in einigen Zentren für die medizinische Bereitschaft, den sogenannten PAC. Für Sóller berichten Beschäftigte, dass zwischen 20 Uhr und 8 Uhr kein Personal der Patientenaufnahme anwesend sei.

Dann seien nur ein Arzt und eine Pflegekraft im Dienst. Neben der Versorgung müssten sie demnach auch Patientendaten erfassen und Zahlungen bearbeiten. Eine Beschäftigte räumt allerdings ein, dass Patienten, die deshalb ohne Bezahlung gingen, eine Minderheit seien.

IB-Salut weist diese Darstellung zurück. Yago Gómez erklärt, medizinisches Personal sei nicht für den Zahlungsvorgang verantwortlich. Die Abrechnung beginne bei der administrativen Aufnahme. Auch ein Patient, der um drei Uhr morgens in Santa Ponça erscheine, finde jemanden am Schalter.

Millionenbeträge laufen durch das System

Zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni behandelte der öffentliche Gesundheitsdienst 8.611 Patienten mit Europäischer Krankenversicherungskarte. Dafür wurden 11,1 Millionen Euro abgerechnet. Hinzu kamen 2.851 internationale Patienten ohne Wohnsitz auf den Balearen. Ihre Rechnungen beliefen sich auf 2,83 Millionen Euro.

Bei Versicherten aus der Europäischen Union fordert IB-Salut die Kosten über das europäische Verfahren beim zuständigen Gesundheitssystem des Herkunftslandes an. Schwieriger wird es, wenn Patienten keine Dokumente vorlegen und als Selbstzahler geführt werden müssen.

Für unbezahlte Forderungen arbeitet IB-Salut laut Gómez seit Jahren mit einem spezialisierten Unternehmen zusammen. Konkrete Angaben zur Erfolgsquote machte er nicht. Eine solche Firma kann zudem nur Rechnungen verfolgen, die zuvor tatsächlich erstellt wurden.

Behandlungen können hohe Kosten verursachen

Eine ambulante Behandlung in der Notaufnahme ohne Einweisung kostet nach den veröffentlichten Tarifen 349 Euro. Für einen Krankenhaustag werden 1.092 Euro angesetzt, für einen Tag auf der Intensivstation 2.094 Euro.

Die Behandlung eines Herzinfarkts kann zwischen 5.476 und 12.725 Euro kosten. Bei einer Blinddarmentzündung kann der Betrag 25.062 Euro erreichen. Der Ärzteverband Simebal fordert deshalb eine eigene Abrechnungseinheit mit geschultem Personal.

Bedeutung für Urlauber und Residenten

IB-Salut betont, dass fehlende Dokumente eine notwendige Behandlung nicht verhindern. Touristen sollten ihre Europäische Krankenversicherungskarte oder den Nachweis einer privaten Auslandskrankenversicherung dennoch stets mitführen.

Die europäische Karte deckt medizinisch notwendige Leistungen im öffentlichen System nach den geltenden Regeln ab. Sie ist jedoch kein Ersatz für eine Reiseversicherung. Wer keinen Versicherungsnachweis vorlegen kann, muss damit rechnen, zunächst als Selbstzahler erfasst zu werden.

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 01. September 2026

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