Teure Zimmer in Málaga bringen Studierende der UMA in Bedrängnis
Ein WG-Zimmer kostet in Málaga inzwischen im Schnitt 450 Euro. Die Universität fürchtet, dass Studienplätze wegen fehlender Unterkünfte aufgegeben werden.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Mehrstöckige Wohnhäuser nahe der Universität Málaga als Symbol für den knappen Mietmarkt
Inhaltsverzeichnis
Für Studierende wird die Wohnungssuche in Málaga immer schwieriger. Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft kostet inzwischen durchschnittlich 450 Euro pro Monat.
Die hohe Nachfrage trifft auf ein kaum wachsendes Angebot. An der Universität Málaga, kurz UMA, wächst deshalb die Sorge, dass zugelassene Studierende ihren Platz wegen fehlender oder unbezahlbarer Unterkünfte wieder aufgeben.
Besonders betroffen sind junge Menschen, die nicht aus der Stadt kommen. Für sie kann die Miete darüber entscheiden, ob ein Studium in Málaga überhaupt möglich ist.
Monatelange Suche ohne bezahlbares Ergebnis
Der 19-jährige Félix López sucht seit Monaten nach einem Zimmer. Er will in Málaga Jura studieren und hat nach eigenen Angaben die üblichen Immobilienportale geprüft. Zudem nahm er an Auswahlgesprächen für Wohngemeinschaften teil.
Ein Angebot verlangte rund 550 Euro im Monat für ein 17 Quadratmeter großes Zimmer. Die Wohnung sollte mit vier Studierenden geteilt werden. Das Zimmer lag laut Anzeige ruhig zu einem Innenhof.
„Wer kann sich so etwas leisten? Wie sollen die Menschen unter diesen Bedingungen in Málaga leben und studieren?“, fragt Félix. Er wohnt in einer Gemeinde nahe der Grenze zur Provinz Granada.
Zeitweise erwog er, täglich mit dem Auto zur Universität zu fahren. Dauerhaft hält er das jedoch nicht für tragbar. Seine Wohnungssuche beschreibt er als „einen echten Albtraum“.
Málaga liegt über dem spanischen Durchschnitt
Nach Angaben des Immobilienportals Idealista kostet ein WG-Zimmer in Málaga im Mittel 450 Euro pro Monat. Damit liegt die Stadt über dem landesweiten Durchschnitt von 425 Euro zum Beginn des neuen Studienjahres.
Der Unterschied zu Granada ist deutlich. Dort werden durchschnittlich etwa 300 Euro verlangt. Félix sagt deshalb, dass er Granada möglicherweise als erste Wahl für sein Studium hätte angeben sollen.
In Málaga ist die Zahl der Interessenten pro Zimmer innerhalb von zwölf Monaten um 17 Prozent gestiegen. Landesweit betrug das Plus 12 Prozent. Gleichzeitig blieb das Angebot in Málaga weitgehend unverändert.
Die durchschnittlichen Zimmerpreise in der Stadt erhöhten sich dadurch um 6 Prozent. In Palma de Mallorca fiel der Anstieg mit 22 Prozent allerdings noch deutlich stärker aus.
Universität fürchtet Verzicht auf Studienplätze
Die UMA kann ihre angebotenen Studienplätze bislang weiterhin besetzen. María José Berlanga, Vizerektorin für Gleichstellung und Sozialpolitik, bezeichnet die Mietlage dennoch als besorgniserregend.
Sie schließt nicht mehr aus, dass Studierende trotz Zulassung auf ihren gewünschten Studienplatz verzichten. Ausschlaggebend könnte sein, dass sie keine passende Unterkunft finden oder die verlangte Miete nicht bezahlen können.
Auch der Studierendenrat warnt vor den Folgen. „Wenn wir Studierenden zwei Teilzeitjobs brauchen, nur um die Miete zu bezahlen, bleibt uns kaum Zeit für das Studium“, heißt es von der Vertretung.
Wohnen wird zur Zugangshürde für die UMA
Der Mangel an bezahlbaren Zimmern betrifft nicht nur einzelne Studienanfänger. Er entwickelt sich zu einer grundsätzlichen Hürde für alle, die von außerhalb nach Málaga ziehen müssten.
Félix beobachtet die Frustration auch in seinem Freundeskreis. Der Gedanke an ein Studium in Málaga bereite inzwischen Kopfschmerzen. Hohe Preise seien die Regel, gute Angebote dagegen selten.
Damit droht die Wohnsituation die Wahl des Studienortes stärker zu bestimmen als das Studienangebot. Wer kein ausreichendes Budget oder keine Unterkunft im Umland hat, könnte auf eine andere Universität ausweichen müssen.
Bedeutung für Studierende und Familien
Wer ein Studium an der UMA plant, sollte bei der Finanzierung mit mindestens 450 Euro monatlich allein für ein durchschnittliches WG-Zimmer rechnen. Hinzu kommen Lebenshaltungskosten, Kaution und mögliche Fahrtkosten.
Ein Vergleich mit anderen Universitätsstädten kann sich lohnen. Granada liegt beim durchschnittlichen Zimmerpreis rund 150 Euro unter Málaga. Auch Pendeln aus dem Umland kann eine Alternative sein, ist wegen Zeitaufwand und laufender Kosten aber nicht für alle dauerhaft geeignet.
Die Zahlen zeigen zudem, dass frühes Suchen allein keine Garantie für eine bezahlbare Unterkunft bietet. Wegen der stark gestiegenen Nachfrage müssen Bewerber mit Konkurrenz um jedes verfügbare Zimmer rechnen.
Quelle
Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 03. September 2026
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