Tausende überbelegte Wohnungen in Barcelona und L’Hospitalet
Kommunale Melderegister zeigen, wie stark sich die Wohnungsnot im Großraum Barcelona verfestigt hat. Auch weitere Städte der Metropolregion sind betroffen.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
In Barcelona waren 2025 insgesamt 2.328 Wohnungen registriert, in denen mehr als zehn Menschen gemeldet waren. Vier Jahre zuvor hatte die Stadt noch 1.279 solcher Adressen gezählt.
Auch in L’Hospitalet de Llobregat nimmt das Phänomen deutlich zu. Dort stieg die Zahl der Wohnungen mit mindestens zehn gemeldeten Personen von 222 im Jahr 2020 auf 667 im Jahr 2025.
Die Daten machen die angespannte Wohnsituation im Großraum Barcelona sichtbar. Sie sind jedoch kein genauer Beleg dafür, wie viele Menschen tatsächlich gleichzeitig in einer Wohnung leben.
Barcelona verzeichnet fast doppelt so viele Fälle
Die jüngsten vollständigen Meldedaten Barcelonas stammen aus dem Jahr 2025. Mit 2.328 betroffenen Wohnungen lag die Zahl fast doppelt so hoch wie 2021.
Gegenüber 2024 gab es allerdings einen leichten Rückgang. Damals waren 2.546 Immobilien mit mehr als zehn Personen im Melderegister verzeichnet. In drei davon waren jeweils 20 Bewohner registriert.
Die Stadt weist darauf hin, dass eine mögliche Überbelegung kein rechtlich zulässiger Grund ist, eine Anmeldung im Melderegister abzulehnen. Entscheidend ist, ob eine Person tatsächlich an der angegebenen Adresse lebt.
Zugleich bilden die Zahlen jeweils nur eine Momentaufnahme. Teilweise bleiben frühere Bewohner noch längere Zeit gemeldet, obwohl sie bereits ausgezogen sind. Umgekehrt tauchen Menschen ohne formelle Anmeldung in der Statistik nicht auf.
Stetiger Anstieg in L’Hospitalet
In L’Hospitalet hat sich die Zahl der betroffenen Wohnungen zwischen 2020 und 2025 verdreifacht. Der Anstieg erfolgte nach den kommunalen Daten in jedem einzelnen Jahr.
Besonders angespannt ist die Lage im nördlichen Stadtgebiet. Im Gebiet Samontà kamen innerhalb weniger Jahre 12.000 Einwohner hinzu. Davon zogen 43,8 Prozent direkt aus dem Ausland zu.
Knapp 30 Prozent kamen aus Barcelona und hatten ebenfalls einen ausländischen Hintergrund. Als ein Grund für den Umzug gelten die hohen Wohnkosten in der katalanischen Hauptstadt. L’Hospitalet liegt unmittelbar daneben und bietet teilweise günstigere Preise.
Das Teilen einer Wohnung mit mehreren Familien ist deshalb für viele Menschen keine kurze Übergangslösung mehr. Bezahlbare Alternativen fehlen, sodass Bewohner länger als geplant in einzelnen Zimmern oder stark belegten Wohnungen bleiben.
Weitere Städte im Großraum betroffen
In Santa Coloma de Gramenet wurden 2025 insgesamt 312 Wohnungen mit mehr als zehn gemeldeten Personen gezählt. Im Jahr 2021 waren es 190.
Gemessen an der Gesamtzahl der Haushalte weist Santa Coloma den höchsten Wert auf. Auf 10.000 Haushalte kommen dort 70,6 Wohnungen mit mehr als zehn gemeldeten Bewohnern. Danach folgen L’Hospitalet, Mollet del Vallès, Lleida, Mataró und Castelldefels.
Sabadell meldete 211 betroffene Wohnungen. Die Statistik schließt dort jedoch auch Sammelanmeldungen in Studenten- oder Seniorenwohnheimen ein. In Terrassa waren es 175, in Mataró 199 und in Sant Cugat del Vallès 102.
Castelldefels registrierte 101 solcher Wohnungen im Jahr 2024 und 96 im Jahr 2025. Außerhalb der Provinz Barcelona meldete Lleida 268 Fälle.
Melderegister kann die Lage verzerren
Wie schwierig die Einordnung einzelner Adressen ist, zeigt ein Gebäude in Barcelona. Dort schwankte die Zahl der gemeldeten Personen über mehrere Jahre zwischen 31 und 33. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um eine mehr als 2.000 Quadratmeter große Immobilie eines einzigen Eigentümers ohne horizontale Aufteilung.
Allein in Barcelona fallen täglich rund 4.700 Vorgänge rund um das Melderegister an. Das entspricht 1,72 Millionen Vorgängen pro Jahr.
Bedeutung für Bewohner und Zugezogene
Die Anmeldung im kommunalen Melderegister ist wichtig für den Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung und für verschiedene Verwaltungsverfahren. Sie kann zudem helfen, die Dauer des Aufenthalts in Spanien nachzuweisen.
Vermieter dürfen eine Anmeldung nicht allein wegen einer hohen Bewohnerzahl verhindern. In der Praxis berichten Betroffene dennoch von Widerstand oder unerlaubten Geldforderungen.
Für Menschen ohne feste Adresse gibt es die Möglichkeit einer Anmeldung ohne festen Wohnsitz beziehungsweise über eine behördlich festgelegte Adresse. Betroffene können sich dazu an das Rathaus oder die kommunalen Sozialdienste ihres tatsächlichen Wohnorts wenden.
Quelle
El Periódico de Catalunya – Barcelona – „Los pisos con más de diez personas empadronadas se cronifican: 2.328 en Barcelona y 667 en L'Hospitalet“
https://www.elperiodico.com/es/barcelona/20260817/pisos-decena-personas-empadronadas-cronifican-barcelona-lhospitalet-133231978?utm_source=rss-noticias&utm_medium=feed&utm_campaign=barcelonaRedaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 17. August 2026
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