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Aktuelle Nachrichten 01. September 2026

Stromrechnung in Spanien steigt auf höchsten Stand seit 2022

Von Redaktion Spanienleben.de

Hitze, teures Gas und niedrige europäische Speicherstände belasten den Energiemarkt. Auch für den Herbst zeichnet sich keine schnelle Entspannung ab.

Strommast vor Solaranlagen in einer trockenen spanischen Landschaft während einer sommerlichen Hitzewelle

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Strommast vor Solaranlagen in einer trockenen spanischen Landschaft während einer sommerlichen Hitzewelle

Inhaltsverzeichnis
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Die Stromrechnung eines durchschnittlichen Haushalts in Spanien erreicht im August 96,65 Euro. Das sind 3,2 Prozent mehr als die 93,65 Euro im Juli.

Im Vergleich zum August des Vorjahres beträgt der Anstieg 19,8 Prozent. Nach Berechnungen des Verbraucherverbandes Facua war Strom zuletzt im Oktober 2022 teurer. Damals lag die durchschnittliche Rechnung bei 103,34 Euro.

Eine schnelle Entspannung ist nicht absehbar. Hoher Kühlbedarf, steigende Gaspreise und vergleichsweise niedrige europäische Speicherstände könnten den Strommarkt auch im Herbst belasten.

Hitze treibt den Stromverbrauch

Mehrere Hitzewellen haben den Strombedarf in Spanien während des Sommers deutlich erhöht. Klimaanlagen laufen inzwischen nicht nur mittags, sondern in vielen Haushalten und Betrieben auch nachts.

An einzelnen Tagen reichte selbst die große Solarstromproduktion in den sonnenreichen Stunden nicht aus. Das galt nach Angaben aus der Stromwirtschaft unter anderem am 4. und 5. August sowie in der Woche vom 10. bis 15. August.

Dann mussten weitere Energiequellen einspringen. Besonders wichtig waren gasbetriebene Kombikraftwerke. Anders als Solarstrom bieten diese ihren Strom nicht zu null Euro am Großhandelsmarkt an und treiben dadurch den durchschnittlichen Marktpreis nach oben.

Auch Windkraft konnte die Lücke nicht ausreichend schließen. Bei extremer Hitze fällt ihre Produktion häufig schwächer aus.

Teures Gas belastet den Strommarkt

Der höhere Stromverbrauch in den Nachtstunden verstärkt die Abhängigkeit von Gaskraftwerken. Zugleich ist der Gaspreis auf 69 Euro je Megawattstunde gestiegen. Das ist der höchste Stand seit Januar 2023.

Als Gründe gelten Versorgungsrisiken durch den Krieg im Nahen Osten und die zunehmenden Spannungen in der Straße von Hormus. Hinzu kommen eine geringere Verfügbarkeit von Exporten aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

KPMG warnte Anfang August, dass diese Faktoren gemeinsam mit niedrigen europäischen Speicherständen den Sicherheitspuffer Europas deutlich verkleinern. Die Speicher werden normalerweise im Sommer gefüllt, wenn die Nachfrage geringer ist. In diesem Jahr verzögerten hohe Preise den Aufbau der Reserven.

Gasreserven bleiben unter dem Ziel

Die Gasspeicher in der Europäischen Union waren zuletzt im Durchschnitt zu 64,73 Prozent gefüllt. Für November gilt ein Ziel von 80 Prozent.

Morningstar rechnet damit, dass die Reserven der EU am 1. November lediglich 69 Prozent erreichen könnten. Das entspräche 37 Prozent des Gasverbrauchs eines normalen Winters und wäre der niedrigste Stand seit der Energiekrise 2021 bis 2022.

Goldman Sachs hält zudem Gaspreise von mehr als 100 Euro je Megawattstunde im Oktober für möglich. Europa müsse höhere Preise zahlen, damit benötigte Lieferungen nicht nach Asien gehen.

Spanien steht wegen seiner Speicher etwas besser da. Die Anlagen des Landes waren zuletzt zu 73,45 Prozent gefüllt. Vollständig von der Entwicklung auf dem europäischen Gasmarkt abkoppeln kann sich Spanien jedoch nicht.

Für Oktober werden höhere Strompreise erwartet

Unternehmen der spanischen Strombranche kalkulieren für Oktober mit einem durchschnittlichen Strompreis von 124 Euro je Megawattstunde. Ob und in welchem Umfang sich dieser Großhandelspreis auf einzelne Rechnungen auswirkt, hängt vom jeweiligen Tarif und Vertrag ab.

Entscheidend bleiben die Wetterentwicklung, der Gaspreis und das Tempo beim Auffüllen der europäischen Speicher. Ein heißer Spätsommer würde den Bedarf an Klimatisierung verlängern. Ein früher Kälteeinbruch könnte anschließend die Gasnachfrage erhöhen.

Bedeutung für Haushalte in Spanien

Facua sieht bei der vertraglich vereinbarten Leistung konkretes Sparpotenzial. Viele Haushalte hätten mehr Kilowatt gebucht, als sie tatsächlich benötigten. Nach Angaben des Verbandes zahlen private Kunden dadurch insgesamt fast eine Milliarde Euro pro Jahr zu viel.

Der von Facua betrachtete Durchschnittshaushalt verfügt über eine Vertragsleistung von 4,4 Kilowatt in Spitzen- und Nebenzeiten. Sein monatlicher Verbrauch liegt bei 366 Kilowattstunden.

Haushalte können deshalb prüfen, ob die gebuchte Leistung zum tatsächlichen Bedarf passt. Eine Senkung reduziert den festen Teil der Rechnung. Vor einer Änderung sollte jedoch geklärt werden, welche Geräte regelmäßig gleichzeitig laufen, damit die verfügbare Leistung nicht zu knapp bemessen ist.

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 01. September 2026

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