Pflegeanträge auf den Balearen steigen seit 2019 um 56 Prozent
Die Zahl der Anträge auf Anerkennung einer Pflegebedürftigkeit auf den Balearen ist seit 2019 stark gestiegen. Ende 2025 lagen über 50.000 Anträge vor. Für deutsche Residenten ist das spanische Pflegeverfahren wichtig zu verstehen.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Auf den Balearen beantragen immer mehr Menschen die Anerkennung einer Pflegebedürftigkeit. Nach den aktuellen Angaben der Regionalregierung stieg die Zahl der Anträge seit 2019 um 56 Prozent. Ende 2025 waren insgesamt 50.646 Anträge registriert.
Die Entwicklung betrifft nicht nur das spanische Gesundheitssystem. Sie ist auch für ausländische Residenten relevant, die auf Mallorca, Menorca, Ibiza oder Formentera leben und im Alter auf Unterstützung angewiesen sein könnten.
Mehr Anträge, aber kürzere Wartezeit als im Landesdurchschnitt
Die Zahl der Anträge ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig wurden auch mehr Entscheidungen getroffen. Die Zahl der festgestellten Pflegegrade nahm zwischen Dezember 2024 und Ende 2025 um 8,1 Prozent zu.
Im Vergleich zu 2019 stieg die Zahl der Entscheidungen über den Pflegegrad sogar um 54 Prozent. Auch bei den Personen, die Anspruch auf eine Leistung haben, und bei den individuellen Hilfeplänen gab es deutliche Zuwächse.
Trotz des höheren Antragsaufkommens lag die durchschnittliche Bearbeitungszeit auf den Balearen bei 215 Tagen. Der spanische Durchschnitt betrug 341 Tage. Das Verfahren dauert damit zwar weiterhin mehrere Monate, ist auf den Inseln aber im Durchschnitt schneller als im übrigen Spanien.
Pflegeverfahren beginnt mit der Anerkennung der Situation
Die Anerkennung einer Pflegebedürftigkeit ist in Spanien ein Verwaltungsverfahren. Es wird geprüft, in welchem Umfang eine Person im Alltag auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Dabei geht es zum Beispiel um grundlegende Tätigkeiten, die Beweglichkeit und die Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu organisieren.
Die Anerkennung des Pflegegrades ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer sofortigen Auszahlung. Nach der Bewertung muss in der Regel noch festgelegt werden, welche konkrete Leistung oder Unterstützung infrage kommt. Dazu kann ein individueller Hilfeplan gehören.
Für Betroffene ist deshalb wichtig, die einzelnen Schritte auseinanderzuhalten: Antragstellung, Begutachtung, Anerkennung des Grades und Festlegung der konkreten Leistung sind nicht immer derselbe Vorgang.
Was deutsche Residenten beachten sollten
Deutsche Residenten auf Mallorca sollten sich frühzeitig informieren, wenn die eigene Selbstständigkeit nachlässt oder ein Angehöriger dauerhaft Unterstützung benötigt. Entscheidend sind unter anderem der gewöhnliche Aufenthalt, die persönliche Situation und die jeweilige Zuständigkeit.
Auch die Frage, ob eine Person in Spanien oder Deutschland sozial abgesichert ist, kann eine Rolle spielen. Wer Leistungen aus Deutschland bezieht oder zwischen beiden Ländern lebt, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass das spanische Verfahren identisch mit dem deutschen Pflegegradverfahren funktioniert.
Vor einem Antrag sollten deshalb die zuständige spanische Stelle, die Gemeinde oder eine fachkundige Beratungsstelle kontaktiert werden. Für deutschsprachige Residenten kann außerdem eine Unterstützung bei der Übersetzung und bei der Zusammenstellung der Unterlagen sinnvoll sein.
Mehr Geld für den Bereich Pflege
Die Balearen haben das Budget für den Bereich Abhängigkeit und Pflege in den vergangenen Jahren erhöht. Das aktuelle Budget liegt nach Angaben der Regionalregierung bei mehr als 207 Millionen Euro. Darin enthalten sind direkte Leistungen sowie Vereinbarungen und Verträge mit sozialen Einrichtungen und Gemeinden.
Die Regionalregierung kritisiert zugleich, dass der spanische Staat seinen vorgesehenen Finanzierungsanteil nicht vollständig übernehme. Nach den Angaben der zuständigen Conselleria trägt der Staat derzeit 18,7 Prozent der Kosten.
Diese Finanzierungsfrage dürfte auch künftig eine Rolle spielen. Wenn die Zahl der Anträge weiter steigt, müssen nicht nur mehr Fälle bearbeitet werden. Es werden auch mehr Plätze, ambulante Hilfen, Pflegekräfte und Beratungsangebote benötigt.
Eine wichtige Entwicklung für das Leben im Alter auf Mallorca
Die Zahlen zeigen, dass Pflege und Unterstützung im Alter auf den Balearen an Bedeutung gewinnen. Das liegt unter anderem an der alternden Bevölkerung und an der hohen Zahl von Menschen, die dauerhaft auf den Inseln leben.
Für deutsche Residenten ist das Thema besonders relevant, weil viele von ihnen ihren Lebensmittelpunkt nach Mallorca verlegt haben. Wer sich mit dem Gedanken an einen dauerhaften Umzug beschäftigt, sollte neben Wohnkosten und Gesundheitsversorgung auch klären, wie Pflege im Ernstfall organisiert werden kann.
Die aktuellen Zahlen sind deshalb mehr als eine Statistik. Sie zeigen, dass die Nachfrage nach Unterstützung steigt und dass ein Pflegeantrag in Spanien frühzeitig vorbereitet werden sollte.
Quellen
- Última Hora: [Las peticiones de reconocimiento del grado dependencia se disparan un 56 % desde 2019](https://www.ultimahora.es/noticias/local/2026/08/24/2693491/peticiones-reconocimiento-del-grado-dependencia-disparan-desde-2019.html)
Quelle
Última Hora – „Las peticiones de reconocimiento del grado dependencia se disparan un 56 % desde 2019“
https://www.ultimahora.es/noticias/local/2026/08/24/2693491/peticiones-reconocimiento-del-grado-dependencia-disparan-desde-2019.htmlRedaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 24. August 2026
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