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Aktuelle Nachrichten 24. August 2026

Nordspanien wird zum neuen Sommerziel: Warum immer mehr Urlauber der Hitze entfliehen

Nordspanien entwickelt sich zunehmend zu einer Alternative für Urlauber, die den heißen Mittelmeerregionen und dem Landesinneren entkommen möchten. Wiederholte Hitzewellen verändern offenbar die Reiseplanung in Spanien.

Grüne Atlantikküste mit Strand, Bergen und Wanderern in Nordspanien

Grüne Atlantikküste mit Strand, Bergen und Wanderern in Nordspanien

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Nordspanien entwickelt sich zunehmend zu einer Alternative für Urlauber, die den heißen Mittelmeerregionen und dem Landesinneren entkommen möchten. Wiederholte Hitzewellen verändern offenbar die Reiseplanung in Spanien: Statt Costa del Sol, Valencia oder Balearen wählen immer mehr Menschen im Sommer die Atlantikküste und die Regionen entlang der kantabrischen Küste.

Mehr als 35 Prozent Wachstum in zehn Jahren

Nach den von RTVE ausgewerteten Daten stieg die Zahl der Menschen, die in den Sommermonaten in Galicia, Asturien, Kantabrien und dem Baskenland übernachteten, von etwa 3,4 Millionen im Jahr 2015 auf mehr als 4,7 Millionen im Jahr 2025.

Das entspricht einem Wachstum von mehr als 35 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts.

Besonders stark entwickelte sich Asturien. Seit dem Ende der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Urlauber dort um etwa 45 Prozent. In Galicia lag der Zuwachs seit dem Neustart des Tourismus bei rund 34 Prozent.

Damit gehören diese Regionen inzwischen zu den wichtigsten Gewinnern des veränderten Reiseverhaltens in Spanien.

Die Hitze macht den Norden attraktiver

Der wichtigste Grund für die Entwicklung ist das Klima. Während Madrid, Andalusien, Extremadura, Kastilien-La Mancha und die Mittelmeerküste im Sommer regelmäßig von sehr hohen Temperaturen betroffen sind, liegen die Durchschnittstemperaturen im Norden häufig deutlich niedriger.

RTVE spricht von einem Unterschied von etwa 10 bis 15 Grad gegenüber Teilen des Zentrums und Südens Spaniens. Für viele Urlauber bedeutet das:

  • angenehmere Temperaturen für Wanderungen und Rundreisen,
  • weniger Bedarf an Klimaanlagen,
  • bessere Bedingungen für Familien mit Kindern und ältere Menschen,
  • angenehmere Nächte,
  • mehr Möglichkeiten für Aktiv- und Natururlaub.

Der Norden wird damit zunehmend zu einer sogenannten „Coolcation“ – einem Urlaub, bei dem Reisende gezielt ein milderes Klima suchen.

Aus Geheimtipps werden überfüllte Sommerorte

Der steigende Tourismus bringt jedoch Probleme mit sich. Einige Gemeinden wachsen während der Sommermonate auf ein Vielfaches ihrer normalen Einwohnerzahl.

In Noja in Kantabrien steigt die Bevölkerung nach Angaben von RTVE von ungefähr 3.000 Einwohnern auf beinahe 100.000 Menschen. Damit wächst der Ort im Sommer auf mehr als das 33-Fache seiner normalen Größe.

Auch Sanxenxo in Galicia erlebt einen extremen saisonalen Anstieg. Die Gemeinde hat ungefähr 18.000 dauerhaft gemeldete Einwohner, kommt im Sommer aber auf mehr als 110.000 Menschen. Das entspricht einem Zuwachs von über 645 Prozent.

Die Folgen sind unter anderem:

  • überfüllte Strände,
  • mehr Verkehr,
  • höherer Wasserverbrauch,
  • steigende Müllmengen,
  • Belastung für Polizei und Rettungsdienste,
  • knappes Angebot an Unterkünften,
  • steigende Preise für Ferienwohnungen und Zweitwohnsitze.

In manchen Orten reicht die normale Infrastruktur für die Sommermonate nicht mehr aus.

Auch ausländische Besucher entdecken den Norden

Der Tourismusboom wird nicht nur von spanischen Urlaubern getragen. Laut RTVE ist auch die Zahl ausländischer Gäste in mehreren nordspanischen Regionen zuletzt deutlich gestiegen.

Für deutsche Urlauber ist Nordspanien besonders interessant, weil die Regionen eine Kombination bieten, die sich vom klassischen Spanienbild unterscheidet:

  • Atlantikküste statt Mittelmeer,
  • grüne Landschaften,
  • Berge und Strände,
  • kleinere Städte,
  • Gastronomie und regionale Küche,
  • weniger extreme Hitze,
  • gute Möglichkeiten für Rundreisen.

Gerade deutsche Urlauber, die im Sommer nicht dauerhaft Temperaturen von 35 bis 40 Grad möchten, könnten Galicia, Asturien, Kantabrien oder das Baskenland künftig stärker in ihre Reiseplanung aufnehmen.

Nordspanien wird auch als Zweitwohnsitz interessanter

Der Trend wirkt sich nicht nur auf den Tourismus aus. Nach Angaben aus dem RTVE-Bericht steigt auch die Nachfrage nach Zweitwohnungen in den nördlichen Regionen.

In Teilen Kantabriens berichten Immobilienanbieter von einer starken Nachfrage durch Käufer aus Madrid und anderen spanischen Großstädten. Die Preise seien seit der Pandemie teilweise deutlich gestiegen. Auch Ferienvermietungen werden stärker nachgefragt.

Das könnte langfristig zu einem ähnlichen Problem führen wie an der Mittelmeerküste: Wohnungen werden als Ferienunterkünfte genutzt, während dauerhaft Wohnraum für Einheimische knapper und teurer wird.

Nachhaltiger Tourismus vor einer schwierigen Prüfung

Der Norden Spaniens wird häufig als nachhaltigere Alternative zu den stark entwickelten Mittelmeerregionen dargestellt. Doch auch dort zeigen sich erste Anzeichen von Überlastung.

Ein Beispiel ist die Playa de las Catedrales in Galicia. Der Zugang wird im Sommer seit Jahren begrenzt, weil die empfindlichen Felsformationen, die Sicherheit der Besucher und die Umwelt geschützt werden sollen. Pro Tag dürfen dort maximal rund 4.800 Menschen den Strandbereich besuchen.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Ferienwohnungen. Auch kleinere Gemeinden im Landesinneren müssen immer mehr Besucher aufnehmen, weil die bekannten Küstenorte an ihre Grenzen kommen.

Das zentrale Problem lautet deshalb: Der Norden möchte vom neuen Tourismus profitieren, darf aber nicht die Fehler wiederholen, die an vielen Mittelmeerzielen zur Überlastung geführt haben.

Slow Travel und der Trend zum Landesinneren

Nicht alle Urlauber zieht es ausschließlich an die Küste. Nach Angaben von RTVE gewinnen auch Orte im spanischen Binnenland an Bedeutung.

Viele Reisende suchen inzwischen:

  • ländliche Unterkünfte,
  • Naturparks,
  • Bergregionen,
  • kleinere Städte,
  • regionale Gastronomie,
  • Rundreisen statt eines zweiwöchigen Strandurlaubs.

Dieser Trend wird häufig als „Slow Travel“ bezeichnet. Urlauber bleiben nicht zwingend an einem Ort, sondern kombinieren mehrere kleinere Reiseziele. Davon könnten auch Regionen in Kastilien und León, Kastilien-La Mancha, Aragón oder Navarra profitieren.

Nach Einschätzung des spanischen Tourismusministeriums könnten die Regionen im Landesinneren und die sogenannte „España Verde“ in diesem Sommer stärker wachsen als einige der klassischen Urlaubsgemeinden.

Relevanz für Deutsche

Für deutsche Leser ist der Artikel besonders relevant:

  • Nordspanien ist im Sommer meist deutlich milder als Andalusien oder die Mittelmeerküste.
  • Regionen wie Asturien, Galicia und Kantabrien eignen sich für Rundreisen und Natururlaub.
  • Die Nachfrage steigt auch bei ausländischen Besuchern.
  • In beliebten Orten können Unterkünfte in der Hochsaison knapp und teuer werden.
  • Wer Ruhe sucht, sollte nicht nur die bekannten Küstenorte, sondern auch das Hinterland einplanen.
  • Für einen möglichen Umzug oder Zweitwohnsitz müssen steigende Preise und saisonale Überlastung berücksichtigt werden.

Quellen

Quelle

RTVE – „Veranear en el norte: ¿tendencia para huir del calor extremo o moda de Instagram que daña el turismo sostenible?“

https://www.rtve.es/noticias/20260823/veranear-norte-tendencia-huir-calor-moda-instagram/17185431.shtml

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 24. August 2026

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