Mogán: Ausschreibung für 202 bezahlbare Wohnungen erneut gescheitert
In Motor Grande bei Puerto Rico sollten zwei Wohnanlagen für regulierte Mieten entstehen. Nun prüft die Gemeinde, zumindest einen Teil selbst zu bauen.

Blick auf das für bezahlbare Wohnungen vorgesehene Gebiet Motor Grande in Puerto Rico auf Gran Canaria
Inhaltsverzeichnis
Die zweite Ausschreibung für 202 bezahlbare Wohnungen in Mogán ist ohne Ergebnis geblieben. Keine Firma gab ein Angebot für die beiden geplanten Anlagen in Motor Grande bei Puerto Rico ab.
Die Gemeinde prüft deshalb, die Bauprojekte selbst umzusetzen. Im Fokus steht zunächst die erste Anlage mit 72 Wohnungen, für die bereits ein Basisprojekt vorliegt.
Die Entwicklung ist ein weiterer Rückschlag für den Wohnungsbau im Süden Gran Canarias. Die vorgesehenen Wohnungen sollten zu regulierten Preisen vermietet werden.
Zwei Bauabschnitte für insgesamt 202 Wohnungen
Die Pläne betreffen zwei kommunale Grundstücke an der Calle Zaragoza in Motor Grande. Das Vorhaben war in zwei voneinander unabhängige Lose aufgeteilt.
Das erste Los umfasst 72 Wohnungen samt Stellplätzen und Abstellräumen. Dafür waren eine Bauzeit von 30 Monaten und ein Budget von 8,23 Millionen Euro vorgesehen.
Das zweite Los sieht 130 Wohnungen vor, ebenfalls mit Garagen und Abstellräumen. Hier hätte das beauftragte Unternehmen zunächst die vollständige Planung erstellen müssen. Die veranschlagte Laufzeit betrug 38 Monate, das Budget 15,8 Millionen Euro.
Insgesamt war damit eine Investition von rund 24 Millionen Euro geplant.
Öffentliches Grundstück, private Finanzierung
Die Ausschreibung setzte auf das Modell der geförderten bezahlbaren Wohnung. Die Immobilien sollten zehn Jahre lang zu regulierten Mieten angeboten werden. Die Preise sollten den Grenzen für öffentlich geschützten Wohnraum, den sogenannten VPO-Wohnungen, entsprechen.
Die Grundstücke sollten Eigentum der Gemeinde bleiben. Private Unternehmen hätten über ein Erbbaurecht die nötigen Investitionen übernommen und anschließend Bau und Verwaltung der Wohnungen verantwortet.
Nach der zehnjährigen Mietphase war ein Verkauf vorgesehen. Dabei sollten auch die Mieter die Möglichkeit erhalten, ihre Wohnung zu einem bezahlbaren Preis zu erwerben.
Anreize lockten keine Bauunternehmen an
Mogán hatte mehrere Vergünstigungen eingeplant, um das Projekt für Unternehmen attraktiver zu machen. Dazu gehörte eine Ermäßigung der Bau-, Installations- und Anlagensteuer ICIO um 97,5 Prozent.
Auch Gebühren im Zusammenhang mit dem Erbbaurecht und eine Abgabe für die Nutzung der Grundstücke sollten entfallen. Für die Dauer der Vermietung war zudem ein Nachlass von 50 Prozent auf die Grundsteuer IBI vorgesehen.
Die Gemeinde bot außerdem an, 50 Prozent der Bürgschaft zu übernehmen, die Bauunternehmen für eine Finanzierung bei Banken benötigen würden. Dennoch meldete sich auch im zweiten Verfahren kein Interessent.
Bürgermeisterin Onalia Bueno sieht darin einen Beleg für die Schwierigkeiten der öffentlich-privaten Zusammenarbeit. Unternehmen wollten Geld für den Bau erhalten, aber ihr eigenes Kapital nicht gefährden, sagte sie.
Gemeinde erwägt Kredite für direkten Bau
Nach dem erneuten Scheitern will die Gemeindeverwaltung ihre Möglichkeiten neu bewerten. Sie prüft, welche Summen für Vorhaben in El Horno, Mogán Pueblo und Puerto Rico nötig wären.
Für geplante Wohnungen in Veneguera stehe die Finanzierung bereits bereit. Bei Motor Grande geht es zunächst um den ersten Abschnitt mit 72 Einheiten. Anschließend könnte die Gemeinde eine entsprechende Bankfinanzierung aufnehmen.
Bueno erklärte, Mogán müsse sich letztlich verschulden, um auf die von ihr beschriebene Wohnungsnot auf den Kanaren und besonders in der Gemeinde zu reagieren. Eine endgültige Entscheidung über Finanzierung, Zeitplan und Umsetzung der 202 Wohnungen ist bislang nicht bekannt.
Bedeutung für Bewohner und Wohnungssuchende
Für Interessenten bedeutet das Ergebnis zunächst eine weitere Verzögerung. Da kein Unternehmen den Auftrag übernommen hat, können die ursprünglich angesetzten Baufristen nicht unmittelbar beginnen.
Die geplanten Mietbedingungen bleiben dennoch relevant. Vorgesehen sind regulierte Preise nach den Grenzen für geschützten Wohnraum. Ob und wann Bewerbungen möglich sein werden, steht aber noch nicht fest.
Wohnungssuchende sollten daher erst auf eine formelle Entscheidung der Gemeinde und konkrete Vergabebedingungen warten. Die Prüfung eines kommunalen Eigenbaus ist noch keine Zusage für einen festen Baubeginn.
Quelle
Cadena SER, Canarias7, Canarias Ahora (elDiario.es) – „El absentismo empresarial retrasa la construcción de viviendas públicas en Mogán - Cadena SER“
https://news.google.com/rss/articles/CBMi1AFBVV95cUxOeWdjVnQyMlRfM0hNeGQ3UXR0MWFHZWdhdWdicGh5Z2VqVkxXNG02d0xpQ0pFYmdPeDNnZzZiRTllbC1MR29IMXNsYV9LdkN5T1hhRlFXOGdSd3dzZWd2M1VobGZkVUxYOU1IWUwzaTVpZ3JJbjU4RkFOSEVsaS05aFFuc2lpVVliZGhiNWJFUlFJLWIxcmVzaGFhNU5IM2hMNGU2Uy1zREpHUC1USjdQQWhsc09JREVSam5ndjNhM19oYkZLMFlTUWdVWnZ3eEwydXlVU9IB6AFBVV95cUxOUTk2WUJVd1ZVQjlaclRQaF80VEN6dlNFNDQwemo0RDR4Yi1MYWtpbWVITUVKSmgxUEJtb29BZUlEX2tBbmVaOHlUYV95NHcycHlLVzVKMmNvS3dmY2wzS2FaSk9sVHZHRXBkQy1oSkY1S0dhTWFSOWgwUzhEa04yX0tBRmgyanZmb1BSZURRMEdFTmZQMmUwLWFmWkZLNU1EdFJDejd6TkM4cS03MlBuTlMySWNkR2FGSDA2bjBCcXZncFYxMUNFclAyeUcyakNHMEdCTUUyNWxNREdRTjdQLXdTbHIycGpN?oc=5Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 26. August 2026
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