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Aktuelle Nachrichten 31. Juli 2026

Ceuta: Rund 60.000 Migranten erreichen die Exklave – Sánchez spricht von „Angriff“

Nach Behördenangaben kamen binnen weniger Tage etwa 60.000 Menschen nach Ceuta – 70 Prozent der Einwohnerzahl. 27 Menschen starben. Spanien verstärkt Militär und Polizei, Europa erhöht den Druck.

Ceuta: Rund 60.000 Migranten erreichen die Exklave – Sánchez spricht von „Angriff“

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis

Ceuta erlebt eine schwere Migrationskrise. Nach Angaben des Regionalpräsidenten Juan Jesús Vivas erreichten in den vergangenen Tagen rund 60.000 Menschen die spanische Exklave in Nordafrika. Das entspricht etwa 70 Prozent der Einwohnerzahl. „Diese Zahl zeigt, dass es unmöglich ist, einen solchen Druck aufzufangen“, sagte Vivas. 27 Menschen kamen bei der Überfahrt ums Leben.

Die meisten Ankünfte gab es zwischen Mittwoch und Donnerstag. Ein Großteil der Menschen gelangte schwimmend nach Ceuta, andere kletterten über die Grenzzäune.

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Ministerpräsident Pedro Sánchez reiste in die autonome Stadt und bezeichnete den Andrang als „Angriff“ und „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“. Bei seinem Besuch betonte er: „Ganz Spanien steht an eurer Seite. Wir übernehmen die Verantwortung für diese Situation.“

Parallel wächst der Druck aus Europa: Italien droht mit einer Aussetzung des Schengen-Verkehrs, Frankreich verstärkt seine Grenzkontrollen, Schweden und Finnland fordern Konsequenzen von Madrid. Die Europäische Kommission bietet Spanien Unterstützung an.

Auslöser bleibt unklar

Was die Bewegung ausgelöst hat, ist bislang nicht abschließend geklärt. In sozialen Netzwerken kursierten Bilder von Hunderten, teils Tausenden meist jungen Menschen, die schwimmend oder zu Fuß die Grenzanlagen überwanden. Verbreitet wurden dabei offenbar auch Falschinformationen über eine angebliche generelle Grenzöffnung.

Mehr Militär, Polizei und Guardia Civil

Spanien mobilisierte zusätzliche Soldaten und Polizisten, um Grenzübertritte zu erschweren. Die Guardia Civil verstärkt ihre dauerhaft an der Grenze eingesetzten 60 Beamten der Agrupación de Reserva y Seguridad. Ein zusätzlicher Zug mit 20 Einsatzkräften ist bereits eingetroffen, zwei weitere Züge mit insgesamt 40 Beamten sollen folgen.

Auch die Policía Nacional baut ihre Präsenz aus. Drei Einheiten der Unidad de Intervención Policial kamen aus Sevilla. Weitere Kräfte aus Málaga und von der zentralen UIP sollen die Zahl der speziell für die öffentliche Sicherheit eingesetzten Beamten auf 200 erhöhen.

Viele der angekommenen Menschen halten sich ohne klares Ziel in den Straßen und an den Stränden auf. Einige sind barfuß oder tragen Decken des Roten Kreuzes und bitten um Wasser, Lebensmittel oder ein Telefon, um ihre Familien zu erreichen.

Bojen als physische Barriere im Meer

Am Grenzdamm zwischen der marokkanischen Küste und dem Strand von Tarajal sollen Schwimmbojen installiert werden, um eine „physische Sperre“ zu schaffen, kündigte Sánchez an. Zudem sollen Verfahren beschleunigt werden, um die Rückführung irregulär eingereister Menschen zu erleichtern. „Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt“, sagte der Regierungschef.

Hintergrund ist ein Urteil des Tribunal Supremo, wonach unmittelbare Zurückweisungen an der Grenze nicht zulässig sind, wenn Migranten schwimmend spanisches Gebiet erreichen. Nach Darstellung der Regierung haben Schleusernetzwerke diese Situation ausgenutzt.

Italien droht mit Schengen-Maßnahmen

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einer realen Bedrohung für die Sicherheit Europas und brachte eine vorübergehende Aussetzung des Schengen-Verkehrs mit Spanien ins Gespräch.

Außenminister Antonio Tajani stellte einen Zusammenhang mit der Entscheidung Madrids her, mehr als 500.000 irregulären Migranten die spanische Staatsangehörigkeit zu gewähren. Spaniens Außenminister José Manuel Albares nannte diese Äußerung unangemessen und bestellte den italienischen Botschafter ein.

Madrid betont, die Krise habe nichts mit der Regularisierung zu tun: Wer in den vergangenen Tagen die Grenze überquert habe, könne das Verfahren nicht nutzen. Vorausgesetzt wird unter anderem ein Aufenthalt in Spanien vor dem 1. Januar 2026.

Frankreich verstärkt seine Grenzkontrollen

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez kündigte schärfere Kontrollen an der spanisch-französischen Grenze an. „Natürlich werden wir die Kontrollen an der französisch-spanischen Grenze verstärken“, sagte er nach einem Telefonat mit Albares.

Der frühere französische Premierminister Michel Barnier forderte wirksame Rückführungen von Menschen ohne Aufenthaltsrecht. Frankreich könne die Folgen der Migrationspolitik seiner Nachbarn nicht tragen.

Kritik aus Schweden und Finnland

Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson erklärte, sein Land sei zu notwendigen Maßnahmen bereit, damit sich die Krise von 2015 nicht wiederhole. Er forderte Spanien auf, rasch die Kontrolle zurückzugewinnen.

Finnlands Innenministerin Mari Rantanen unterstützte Melonis Forderung nach einem Ausschluss Spaniens aus Schengen. Dänemark und die Niederlande verlangten einen besseren Schutz der EU-Außengrenze. Die Europäische Kommission bot an, Frontex in Ceuta einzusetzen.

Hintergrund: Ceuta und Melilla

Ceuta liegt auf einer Halbinsel an der Meerenge von Gibraltar, misst rund 18,5 Quadratkilometer und hat etwa 84.000 Einwohner. Die Stadt wurde 1415 von Portugal erobert und kam 1580 unter spanische Herrschaft; sie blieb spanisch, als Portugal 1640 seine Unabhängigkeit zurückerlangte. Gleiches gilt für Melilla im Nordosten Marokkos.

Beide Städte haben seit 1995 ein Autonomiestatut und sind zugleich Militärstützpunkte. Ihr Territorium wird vom Mittelmeer und von Marokko eingeschlossen. Sie gehören zur EU, aber nicht zum Schengenraum. In ihrer Nähe warten oft Tausende Menschen – vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara – auf eine Gelegenheit zur Einreise.

Bedeutung für Reisende und Residenten

In Ceuta ist mit einer starken Präsenz von Militär, Policía Nacional und Guardia Civil zu rechnen. Kontrollen, abgesperrte Bereiche und Einschränkungen rund um die Grenze und die Küstenabschnitte sind möglich, die Feria de Ceuta wurde geschlossen.

Wer zwischen Spanien und Frankreich unterwegs ist, sollte wegen der verstärkten Kontrollen mehr Zeit einplanen und gültige Ausweisdokumente griffbereit haben.

Eine Aussetzung des Schengen-Verkehrs mit Spanien ist bislang nur eine politische Drohung und keine beschlossene Maßnahme. Spanien und Marokko erklären unterdessen, Rückführungsmechanismen für irregulär eingereiste Migranten vereinbart zu haben.

Quelle

ABC – „Última hora de la entrada de inmigrantes a Ceuta / Meloni amenaza con cerrar el espacio Schengen“

https://www.abc.es/espana/centenares-inmigrantes-entran-ceuta-nado-marruecos-directo-20260730130610-di.html

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 31. Juli 2026

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